Besonders-Wertlos-Festival 2017


Das „Festival des Deutschen Psychotronischen Films“ wurde 1999 in Bochum gegründet und findet dieses Jahr bereits zum 19. Mal statt. Ziel der Macher ist es, eine neue Perspektive auf die mancherorts immer noch übel beleumundete deutsche Kinogeschichte zu ermöglichen: Dazu werden aus allen denkbaren Dekaden sowohl außergewöhnliche, meist vergessene „Ausreißer“ des Filmbetriebs ausgegraben als auch exemplarische Beispiele des deutschen Genre-Kinos wiederaufgeführt. Die Präsentation der Filme erfolgt ausschließlich über Original-35-mm-Kopien – manche der Filme, die nie eine Auswertung auf VHS oder DVD erfahren haben, sind anders auch überhaupt nicht zu sehen.

Zwei der in diesem Jahr zu sehenden Raritäten sind u. a. der unverblümt-unterhaltsame Beatnik-Sex-Krimi Vulkan der höllischen Triebe (Peter Hauser, 1968) sowie Klassenfeind (Peter Stein, 1983) – ein Kammerspiel über eine Gruppe aggressiver Punks an einer Schule, das mit Elementen aus Becketts „Warten auf Godot“ kombiniert wird. Mit Magdalena – vom Teufel besessen (Walter Boos, 1974) gibt es zudem ein seltenes Beispiel des deutschen Horrorfilms zu sehen und Nacht der Wölfe (Rüdiger Nüchtern, 1982) transponiert den amerikanischen „Gang“-Film à la The Warriors auf Münchner Verhältnisse.
Der Festival-Samstag verspricht besonders interessant zu werden: Neben der Welt-Uraufführung einer neuen Dokumentation über den vor allem durch seine St.-Pauli-Filme bekannten Regisseur Rolf Olsen werden wie auch bereits 2015 Filme des 89-jährigen Aachener Animationsfilmers Bruno Sukrow gezeigt, Tauchfahrt ins Verderben (2013), Anna (2014) und Klinik der Wölfe (2016). Im Anschluß gibt es mit Hallo … hier spricht Peter Thomas! eine weitere Welt-Uraufführung, in Anwesenheit des Regisseurs und des Komponisten Peter Thomas (u. a. „Raumpatrouille“) selbst. Dafür kann man durchaus mal in die andere Domstadt reisen!
05.-09.04. | Filmclub 813 e. V., Hahnenstraße 6, Köln, www.filmclub-813.de

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