Ich glaube, irgendwann in den späten 90ern habe ich diese drei Buchstaben das erste Mal auf einem Flyer gesehen: P.G.L. Alen Micuglian hatte den Namen („Punks gegen Langeweile“) ganz szenegerecht geklaut und angefangen, unter diesem Label Konzerte und Events zu veranstalten.

An diesem feuchtkalten Samstagabend im Februar sind es direkt drei Bands, die er auf die kleine Bühne des Musikbunkers Aachen holt. Die Lokalmatadore von „The Lost Tapes“ machen das Warm-up, wobei die Band um Sänger Alex Klotz bei weitem mehr als Vorbandqualitäten aufzuweisen hat. Wave im Stil der 80er, und Frontmann Klotz wartet mit einer Jello Biafraesken Bühnenshow auf, wirkt wie wahnsinnig. Das gefällt mir. Die Sandwichposition des Abends übernimmt dann Alen höchstpersönlich mit seiner Band „Komplikations“. Unterkühlte und bedrohlich wummernde Synthesizer dominieren den Sound und in den Texten dazu das „it’s the end of the world“-Gefühl der 80er Jahre. Momentan ja leider wieder so aktuell wie damals. Mit Patrick Blain alias Charles De Goal als Headliner holt Alen dann schließlich einen der Protagonisten des Cold Wave genannten französischen New-Wave-Ablegers auf die Bühne. Blain wirkt wie ein netter älterer Herr aus der Nachbarschaft. Der Punk-Nachbarschaft wohlgemerkt. Patrick Blain und seine Band spielen die Songs aber mit der Präzision, Power und sprichwörtlichen Coolness, als wäre es 1980, das Jahr, als Charles De Goals Debütalbum „Algorythmes“ herauskam. In den Reihen direkt vor der Bühne gibt es Pogo, vor allem als die ersten Takte des Szene-Klassikers „Exposition“ aus den Boxen wabern. Beim Zugabe-Song „Kling Klang“ springt Alen Micuglian auf die Bühne und grölt mit Patrick zusammen ins Mikro. Ein gelungener Abend – für einen netten älteren Freak wie mich.
hw

Fotos: Greta Arntz

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