F/GB 2016 | Regie: Ben Wheatley, Darsteller: Sam Riley, Michael Smiley, Armie Hammer, 90 Min. Voraussichtlich ab 06.04., Cineplex
Ben Wheatley, der irrwitzige König des abseitigen Britfilms. Der letzte Schatten einer einstmals so vielversprechenden Kinolandschaft, der sich mit Mut zur Sperrigkeit Schubladen widersetzt, seine Filme angenehm hinrotzt, dabei Kinogeschichte inhaliert und auf Konventionen pfeift. Der bullige Brite trägt kein leichtes Pfund auf den Schultern, ist er doch der vielgepriesene Retter des Genrefilms. Mit „Down Terrace“ und „Kill List“ hat er sich einen Namen gemacht, ihn mit „Sightseers“ auch hierzulande in die Feuilletons katapultiert und mit dem irren drogengeschwängerten Historienfilm „A Field in England“ für Kopfkratzen ebendort gesorgt. Mit der dystopischen Ballard-Adaption „High Rise“ hatte er zuletzt vor allem Schauwerte zu bieten. Jetzt kehrt er zurück ins dreckige Gangsterfach und die Liste der Namen wäre nicht so handverlesen, würde er sich auf dessen Konventionen verlassen. Das Szenario ist schnell umrissen: ein Waffendeal in Boston in den Siebzigern. Auf der einen Seite u. a. Armie Hammer als aalglatter Witwentröster und Sharlto Copley als Schmierlappen im Anzug, auf der anderen der waffengewandte Cillian Murphy und Sam Riley als Misfit, der das Chaos ins Rollen bringt. Dazwischen Justine, verkörpert von Brie Larson, die inmitten der Lager chargiert. Irgendwann geht irgendwie alles schief und alle finden sich blutend, sabbernd, ballernd auf dem Boden eines entlegenen Lagerhauses wieder. Der Rest ist ein großer Spaß für Freunde bleihaltiger Unterhaltung.

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