D 2017 Regie: André Erkau, Darsteller: Wotan Wilke Möhring, Kostja Ullmann, Michael Wittenborn, Julia Koschitz, Victoria Trauttmansdorff, Anke Engelke. Voraussichtlich ab 27.04., Apollo
Oma sagt: Lachen ist die beste Medizin. Von daher erscheint die Idee von Regisseur André Erkau und Autor Gernot Gricksch, das Thema Burnout in eine Komödie zu verpacken, gar nicht verkehrt. Im Fall von „Happy Burnout“ verfehlt die Medizin aber ihre Wirkung, weil die Figuren kaum charakterisiert, sondern mit Klischees getriggert werden. Der anfangs pfiffige Plot dreht sich um den Alt-Punk Fussel (früher ein echter Punk, heute Old Shatterhand: Wotan Wilke Möhring), der keinen Bock auf Arbeit hat. Als ihm das Jobcenter auf die Pelle rückt, hilft Fussel ein Attest aus der Patsche, das ihm einen Burnout andichtet. An die Fake-Diagnose ist eine stationäre Therapie gekoppelt, in deren Verlauf der Arbeitsverweigerer vier gebeutelte Mitpatienten kennenlernt. In allen bewegt er etwas zum Guten – und merkt bald, dass er sein Lotterleben ändern sollte. Spätestens, wenn Fussel seine Resozialisierung durchlebt, flacht die Dramödie endgültig ab. Dass das Glück am Ende Job, Familie und Beziehung vorsieht, entlarvt das Konservative des Wohlfühlfilms, der die übliche Hochglanz-Seichtheit bietet. Bezeichnend ist Fussels Flirt mit Anke Engelke: Beide dippen Nutella mit dem blanken Finger, beide hören Punk – es muss Liebe sein! Die Lektüre des Simulanten spricht Bände: „Burnout für Dummies“.

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