USA/F 2016 | Regie: Raoul Peck | 93 Min. | ab 30.03.2017
James Baldwin war einer der wichtigsten Bürgerrechtler der afroamerikanischen Community und ein wichtiger Vordenker seiner Zeit. Der Schriftsteller kämpfte zeitlebens für die Rechte und Würde seiner Mitmenschen. In dem unvollendeten Buch „Remember This House“ reflektierte Baldwin Ende der Siebziger seinen eigenen Kampf entlang der Biographien dreier unterschiedlicher Mitstreiter: Medgar Evers, Malcolm X und Martin Luther King – alle drei starben durch die Schüsse Weißer zwischen 1963 und 1968. Regisseur Raoul Peck („Der junge Karl Marx“) fand seine eigenen Erfahrungen widergespiegelt in den Worten Baldwins. Er verwebt die Aussagen des Autors – ausdrucksstark verlesen von Schauspieler Samuel L. Jackson – mit Aufzeichnungen von Reden und Talk-Show-Auftritten Baldwins, Archivmaterial der drei Protagonisten und Bildern der jüngsten Unruhen in Ferguson nach dem Tod des 18-jährigen Afroamerikaners Michael Brown durch die Schüsse eines Polizisten. In der kunstvollen Montage entsteht so ein umfassendes Bild der amerikanischen Gesellschaft, in der Schwarze auch heute noch als Fremdkörper behandelt werden, obwohl sie in Amerika geboren und aufgewachsen sind. Ein aufrüttelndes dokumentarisches Essay, das in diesem Jahr für einen Oscar nominiert war.

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