GB, USA 2016 | Regie: Mick Jackson | Darsteller: Rachel Weisz, Tom Wilkinson, Timothy Spall, Andrew Scott, Jack Lowden, Caren Pistorius, Alex Jennings | ab 13.04.2017
Noch perfider als eine Verharmlosung des Holocaust ist wohl die völlige Leugnung des Genozids. Der Brite David Irving ist so ein Geschichtsklitterer: „Ich bin kein Historiker des Holocaust, ich bin ein Historiker Hitlers“, lautet seine entlarvende Selbstdarstellung. Im Jahr 1996 verklagte Irving die jüdische US-Historikerin Deborah Lipstadt, weil er seine kruden Thesen von ihr verleumdet sah. Der Prozess wurde anno 2000 vor dem Londoner Zivilgericht geführt. Weil das britische Recht keine Unschuldsvermutung kennt, mussten Lipstadt und ihr Team aus Top-Anwälten Beweise für den Holocaust erbringen.
Regisseur Mick Jackson schildert in seiner Verfilmung des wahren Falls den Ablauf der absurden Rechtsstreitigkeit. Es geht viel um die bewusst verfälschende Quellenarbeit Irvings. Anders als Lipstadt wollen ihre Verteidiger Irving auf analytische Weise Lügen strafen und keine Zeitzeugen auftreten lassen. Aus dem Konflikt Ratio vs. Emotio speist das faktenreiche Justizdrama seine gefühlvolle Seite, wenn die von Rachel Weisz selbstbewusst gespielte Lipstadt und ihre Anwälte die Prozesstaktik diskutieren. Inhaltlich ist das lohnend, darstellerisch ebenfalls, doch aus cineastischer Sicht hätte Jackson mehr die Mittel des Kinos bemühen können. In der jetzigen Form vermittelt der auf Lipstadts Buch „History on Trial: My Day in Court with a Holocaust Denier“ basierende Film vor allem Fakten, Fakten, Fakten.

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