Das Verhältnis von DJs zum Publikum kann man durchaus als zuweilen gestört betrachten, wobei die merkwürdigen Musikwünsche mancher Nervbratzen hier durchaus eine Rolle spielen könnten. Anders bei dieser Veranstaltung der Aachener Sunnyboys Lazy, Manni und Carsten, die zum ersten Mal in der „Happy Family“ auf der Trierer Straße stattfand: Hier können die Zuhörer nicht nur die gespielten Platten per Gebot erwerben und mit nach Hause nehmen, sondern auch bestimmen, welcher Song kurzfristig abgewürgt und in seine Einzelteile zerlegt werden soll.

In der gemütlichen Großraumwohnung stießen die Herren Plattenversteher dann auf ein überraschend tolerantes und kauffreudiges Publikum, und so wurde auf den ein oder anderen potentiellen Flop dann doch noch geboten – dass z. B. „Words“ von F. R. David nicht zerstört wurde, kann man nur mit heftigster 80er-Jahre-Verklärung erklären. Ganz geschmacksverirrt war das Publikum dann aber glücklicherweise doch nicht, so dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie „Märchenprinz“ der Ersten Allgemeinen Verunsicherung schon nach wenigen Sekunden den verdienten Weg auf den Boden fanden. Die gut abgestimmte Mischung von obskuren Schlager- und Disco-Nummern bis zu Soul-, Punk- und New-Wave-Klassikern sorgte dann für beste Stimmung, und als mit steigendem Alkoholpegel bizarre Überbietungsrituale stattfanden, die etwa den Preis der ersten Goldenen-Zitronen-LP in ungesunde Höhen trieb, schritten die Zeremonienmeister auch besonnen ein und legten einen vertretbaren Höchstpreis nebst Entscheidung durch Armdrücken fest. Dieser Abend war auf jeden Fall TOP!

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