D 2017 | Regie: Romuald Karmakar, Mitwirkende: Ata, Roman Flügel, Sonja Moonear, David Moufang, Ricardo Villalobos | ab 05.05.2017
Der Filmemacher Romuald Karmakar, Regisseur von „Der Totmacher“ und „Die Nacht singt ihre Lieder“, nimmt die deutsche elektronische Tanzmusik der Gegenwart ernst. Drei Dokus über Techno hat Karmakar schon gedreht, die auf der diesjährigen Berlinale uraufgeführte „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ ist nun der vorläufige Höhepunkt dieser Reihe. Insgesamt fünf Protagonisten aus Deutschland und Frankreich repräsentieren die Technoszene: Ricardo Villalobos, Sonja Moonear, Ata, Roman Flügel und David Moufang. Karmakar führt spontan wirkende Gespräche mit den DJs, die teilweise absichtlich unverbindlich wirken. Im Fokus stehen die Musik selbst und das Biotop „Club“, wo die Feierwütigen ihre Körper ekstatisch bewegen oder cool in der Ecke stehen. Immer wieder lässt der Dokumentarist die Einstellungen der an ihren Mischpulten hantierenden DJs besonders lang stehen, was ein stückweises Einfühlen in die Beats und Nuancen ermöglicht. Ein besonderer Clou: Manchmal blendet Karmakar nur den Ton ein, den die DJs über ihre Kopfhörer hören, und lenkt die Aufmerksamkeit so auf das Handwerk hinter dem Auflegen, dass manch einer vorschnell als simple Sache abtut. Aber nicht Karmakar: Er interessiert sich aufrichtig für Techno als Kunstform, Zeitgeistphänomen und Lebenseinstellung. Im Apollo läuft die Techno-Doku mit anschließender Party und dem Special Guest Ata – wie passend!

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