IS 2016 | Regie: Asaph Polonsky | Darsteller: Shai Avivi, Evgenia Dodina, Sharon Alexander, 98 Min., voraussichtlich ab 11.05., Apollo
Der jüdische Film trauert anders. Die Tragik des Verlusts paart sich immer wieder auf ganz eigentümliche Weise mit der Komik der menschlichen Existenz. In Asaph Polonskys „Ein Tag wie kein anderer“ ist die Schiv’a, die siebentägige jüdische Totenwache, gerade vorbei. Eyal und Vicky versuchen, zum Alltag zurückzukehren, was allerdings kein leichtes Unterfangen ist, haben sie doch gerade ihren Sohn beerdigt. Vicky verdrängt den Verlust, indem sie die Organisation in die Hand nimmt und zu ihrem Job als Lehrerin zurückkehrt, wo sie allerdings niemand haben will. Eyal tut sich wesentlich schwerer, zum Alltag überzugehen. Ziellos irrt er durch den Tag, hängt sich an scheinbaren Kleinigkeiten auf, wie der Decke ihres Sohnes, die im Krankenhaus verschwunden ist. Statt der Decke findet er in einem Schrank in seinem Zimmer ein Tütchen medizinisches Marihuana und lässt es kurzerhand mitgehen. Daheim stiftet er den Nachbarsohn Shmulik, einen Freund ihres Sohnes, dazu an, ihm einen Joint zu drehen. Aus dem einen werden viele und die beiden driften fortan gemeinsam durch den Tag, dem am Ende ein neuer Morgen folgt. Dem jungen israelischen Autor und Regisseur Asaph Polonsky gelingt mit „Eine Woche und ein Tag“, wie die Übersetzung des Originaltitels lautet, eine leise Tragikomödie mit zahlreichen wunderbar absurden Momenten und einem einzigartigen Darstellergespann.

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