USA 2017 | Regie: James Gunn | Darsteller: Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista | 137 Min. | ab 27.04.2017
Was für ein Auftakt! Die erste Szene in „Guardians of the Galaxy 2“ lässt Großes hoffen. Baby-Groot zu „Mister Blue Sky“ von ELO tanzen zu lassen, während seine Freunde im Hintergrund gegen ein riesiges Ekelbiest kämpfen, ist schlicht genial. Die Mischung aus Wahnsinn, Witz und Special Effects scheint perfektioniert, das Wiedersehen ist rundum gelungen und auch der Soundtrack stimmt. Der ist auf der gesamten Laufzeit von 137 Minuten dann aber auch fast das Einzige, was durchgehend auf hohem Niveau bleibt. Dazwischen hängt James Gunns Fortsetzung des Überraschungshits von 2014 ganz schön durch. Einige Szenen bleiben als unschöne Erinnerung haften und es ist eklatant offensichtlich, dass die Macher zwar den Actionwahnsinn hervorragend beherrschen, aber Emotionen so ganz und gar nicht. Die Szenen mit Sylvester Stallone sind vollkommen überflüssig, die mit Kurt Russell erinnern mal wunderbar an Carpenters „Starman“ und passen hier perfekt in die Achtzigerhommage, die sich durch den ganzen Film zieht. Dann wieder wirken sie hochgradig peinlich, dass man sich die ironische Brechung, die sonst an der Tagesordnung ist, hier ganz besonders wünscht. Die Story bedient sich derweil der bekannten Klischees, aber die war auch schon im ersten Teil nicht unbedingt für den Erfolg verantwortlich. Am Ende geht es um Familie und damit steht „Guardians of the Galaxy 2“ nicht nur in einer Reihe mit dem aktuellen „Fast & Furious“-Aufguss, er spielt damit auch seinen größten Trumpf aus. Denn bei aller Kritik ist auch Teil zwei ein riesengroßer Spaß mit liebgewonnenen Charakteren, grandiosen Sprüchen und irrwitzigen Ideen, an denen es im Blockbusterkino meist mangelt. Am Ende retten die Guardians also nicht nur die Galaxy, sondern auch ein Stück weit das verkorkste Skript. Lars Tunçay

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