D 2017 | Regie: Jochen Hick | Mitwirkende: Mabel Aschenneller, Wolfgang Cihlarz, Rolf Eden, Egmont Fassbinder, Romy Haag | ab 06.06.2017
In der Fassung vom Juni 1969 belegte der 1994 abgeschaffte § 175 des deutschen Strafgesetzbuches die „Unzucht zwischen Männern“ mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Im gesetzlich legitimierten Klima der Homophobie erkämpften sich Homosexuelle Stück für Stück eine Akzeptanz ihrer vielerorts als „pervers“ geächteten Lebensweise. Nachdem er sich in seiner Doku „Out in Ost-Berlin“ bereits mit queeren DDR-Geschichten befasste, lässt der Dokumentarist Jochen Hick mit „Mein wunderbares West-Berlin“ nun das Gegenstück aus der Westzone der Stadt folgen. Sein in der Berlinale-Sektion „Panorama Dokumente“ aufgeführter Film porträtiert die Schwulenszene in Westberlin von der beginnenden Queer-Bewegung der 60er über die Emanzipation der 70er bis hin zur AIDS-Welle der 80er. Zu Wort kommen u. a. Aktivisten der „Homosexuelle Aktion Westberlin“, Szenegänger, ein DJ und ein Modeschöpfer. Zudem klappert Hick Kultureinrichtungen und Institutionen ab, die teils bis heute für (sexuelle) Selbstbestimmung einstehen. Heraus gekommen ist ein informativer und mit reichlich Archivmaterial bebilderter geschichtlicher Streifzug durch die Berliner Subkultur, der die Formierung eines queeren Selbstbewusstseins nachzeichnet.

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