Stephanie Sargnagel liest „Callcenter-Monologe“ im Musikbunker


Frau Sargnagels schwarzhumorige Post-Punk-Episteln sind Facebook-Kult. Was viele ihrer Fans aber nicht wissen, ist, wie ungemein ihre Texte durch den schnoddrigen Singsang ihrer Vortragskunst an Mehrwert gewinnen. Ihr abgrundtiefes von der Welt und sich selbst Gelangweiltsein hat Fin-de-Siècle-Qualität und vermischt sich mit der Musikalität ihres original wienerischen Naturschmähs zu einem umwerfenden Gesamtkunstwerk. Sargnagel-Sätze wie „Meine Strumpfhose riecht nach Brieeeee“ oder „Ich sehe aus wie ein drogensüchtiges Babieeeee“ erklingen wie der lethargische Blues einer lebensmüden Callcenter-Hilfskraft. Einen effektvollen Schlussakzent pflegt sie regelmäßig mit der schnoddrigen Beiläufigkeit zu setzen, in der sie das soeben Gesagte als trivial oder nicht der Rede wert abqualifiziert. Dieses „friendly fire“ auf die eigene Person ist oft komischer als das Vorgelesene selbst.
Wer nicht vor Ort sein konnte, sofort Facebook checken! Aber Obacht: Dort heißt sie nicht Sarg-, sondern Sprengnagel.

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