Am 2. Juli 2017 kommt sie auch nach Aachen – während der zweiten Etappe, die von Düsseldorf nach Lüttich führt. Ein kleiner Blick auf Geschichte und Zahlen.

1903: der Anfang. Das Fahrrad war in langen Entwicklungsschritten nicht nur von einem belächelten Kuriosum zu einem alltagstauglichen Fortbewegungsmittel gereift, sondern auch von einem Spielzeug der Reichen zu einem Produkt für die Massen – und nicht zuletzt zu einem Sportgerät.
Initiator der ersten Tour de France war Henri Desgrange, ironischerweise der Herausgeber der Motorsport-Zeitschrift „L’Auto“. Um die Verkaufszahlen der Publikation anzukurbeln, beschloss er auf Anregung eines Journalisten, ein Etappenrennen auszurichten, obwohl er persönlich die Zukunft im Automobil sah. Dennoch ging der Plan auf, denn die Auflage verdreifachte sich im Laufe des Rennens von 20.000 auf über 60.000. Gewinner der ersten Tour war übrigens der italienisch-französische Radrennfahrer Maurice Garin, ein passionierter Raucher und Weintrinker. Im folgenden Jahr gewann er abermals die Tour, wurde aber disqualifiziert, weil er mehrfach Abkürzungen und zwischenzeitlich sogar die Bahn genommen hatte.

Die erste Tour war mit 2.428 Kilometern auch die kürzeste. Die mit 5.745 Kilometern längste fand im Jahr 1926 statt. Mittlerweile hat sich die Länge auf ca. 3.500 Kilometer eingependelt. Das ist etwas mehr als dreimal die Strecke Aachen–Berlin und zurück! Oder etwas weniger als einmal die Durchquerung der USA von der Westküste bis zur Ostküste.
Lagen ursprünglich noch Start und Ziel in der französischen Hauptstadt, so sind seit Anfang der 50er Jahre die Champs-Élysées in Paris die feierliche Schlussetappe.
Die Fahrer, die bislang am häufigsten an der Tour teilgenommen haben, sind mit jeweils 17-mal der Australier Stuart O’Grady und der Deutsche Jens Voigt. Die meisten Etappen (34) hat der Belgier Eddy Merckx gewonnenen. Im Länderranking führt das Austragungsland Frankreich wenig überraschend mit 697 gewonnenen Etappen vor Belgien mit 471 Etappen, Italien liegt mit 264 Etappen auf Platz drei.

Vier Fahrer haben die Tour fünfmal gewonnen: Jacques Anquetil (Frankreich), Eddy Merckx (Belgien), Bernard Hinault (Frankreich) und Miguel Induráin (Spanien). Der Amerikaner Lance Armstrong hat sogar siebenmal in Folge die Tour gewonnen, ihm wurden jedoch 2012 sämtliche Titel aberkannt, nachdem er des Dopings überführt worden war.
Beeindruckend ist auch die Entwicklung der Durchschnittsgeschwindigkeit der Fahrer. Lag sie 1903 noch bei rund 25 km/h, so stieg sie nach dem Zweiten Weltkrieg auf rund 35 km/h an und liegt seit den 2000er Jahren bei etwa 40 km/h. Der durchschnittliche Fahrer verbrennt zwischen 4.000 und 5.000 Kalorien pro Renntag.
Rund 3,5 Milliarden Menschen, das sind knapp die Hälfte der Weltbevölkerung, verfolgen die Tour im Fernsehen. Zwölf Millionen Zuschauer hat die Tour jedes Jahr in Frankreich entlang der Rennstrecke. In Aachen werden dieses Jahr noch ein paar hundert dazukommen.

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