Liebe Leser,
das einzig höchst bedenkliche an Edgar Wrights Baby Driver ist, wie aggressiv der Film mit den ausnahmslos positiven Kritikerbewertungen beworben wird. Kritiker sind auch nur Menschen, wenn auch bessere. Auch ich habe dem Film nichts entgegenzusetzen. Edgar Wright (u. a. Hot Fuzz, Scott Pilgrim) hat in seiner Rolle als Drehbuchautor noch keinen schlechten Film geschrieben. Bei jedem anderen Regisseur wäre eine Gaunerkomödie rund um ein iPod-abhängiges Milchgesicht wohl als Guy-Ritchie-Film verendet. Edgar Wright setzt sich stattdessen selbst die Krone auf (voraussichtlich ab 27.07., Cineplex).
Der Monat wäre allerdings nicht der Monat, gäbe es nicht auch diesen Monat genug Filme, an deren Negation wir uns erbauen können. Da wäre zum Beispiel der dritte Teil dieser gelben Dinger, bei deren Anblick Ihre Töchter oder Frauen, die Sie niemals daten sollten, vor Verzückung quieken. Ja, es sind moderne Zeiten, in denen Filme Ich – Einfach unverbesserlich 3 heißen (voraussichtlich ab 06.07., Cineplex).
Luc Besson versucht es noch einmal. Nachdem sich der französische Regisseur nach dem fünften Element (1997) zwanzig Jahre darum bemühte, die Erwartungshaltung an neue Luc-Besson-Filme auf dem Marianengraben zu kultivieren (u. a. Artur und die Minimoys 3, Lucy), kommt er mit Valerian – Die Stadt der tausend Planeten zurück. Auch wenn alle ambitionierten Scifi-Filme außerhalb der Star-Wars- und Marvel-Franchisen (ja, das ist der Plural) in den letzten Jahren floppten: Valerian – Die Stadt der tausend Planeten wird von diesen Flops mindestens der aktuellste sein (voraussichtlich ab 20.07., Cineplex).
Ihr Thomas Glörfeld

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