Dream Boat


D 2017 | Regie: Tristan Ferland Milewski | voraussichtlich ab 13.07.2017
In seiner Doku „Dream Boat“ zeigt Tristan Ferland Milewski einen ganz besonderen Mikrokosmos. Das titelgebende Traumschiff „Monarch“ bricht jeden Sommer zu einer einwöchigen Kreuzfahrt durchs Mittelmeer auf. So weit, so langweilig. Das Besondere hier ist, dass ausschließlich schwule Männer an Bord gehen, und zwar 3.000 Stück davon. Der Plan: Party! Fünf der Passagiere begleitet Milewski vom Boarding bis zum Reiseende. Der Inder Dipanker ist einer Zwangsheirat entgangen und sucht auf dem Luxusliner, freilich erfolglos, die große Liebe. Der Franzose Philippe sitzt im Rollstuhl und hadert mit dem fehlenden Kontakt zu seiner Familie, der hedonistische Wiener Martin will einfach nur die Sau rauslassen. Das wollen auch der Palästinenser Ramzi und der Pole Marek, die die schamlose Freiheit in vollen Zügen genießen. Die Reiseberichte knüpft Milewski zu einem losen roten Faden zusammen. Ein zentrales Thema ist der an Bord herrschende Schönheitswahn, der weniger perfekt gebaute Männer verunsichert. Für den speziellen Kosmos des Kreuzfahrtschiffs interessiert sich der Filmemacher aber leider nur oberflächlich. Statt einer wirklich gehaltvollen Doku ist „Dream Boat“ ein Partyfilm mit viel Musik, Zeitlupen, Federboas und Push-up-Badehosen.

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