USA/J 2016 | Regie: Eleanor Coppola. Darsteller: Diane Lane, Alec Baldwin, Arnaud Viard, 93 Min., voraussichtlich ab 13.07.2017
„Paris kann warten“ dürfte wohl als das späteste Spielfilmdebüt in die Filmgeschichte eingehen: Mit 81 Jahren drehte Eleanor Coppola ihren ersten Kinofilm. Bislang war die Frau von Regie-Legende Francis Ford Coppola vor allem als Dokumentarfilmerin tätig, oftmals drehte sie die Hintergrunddokumentationen zu den Filmen ihres Mannes. Am bekanntesten ist wohl ihre Aufzeichnung der entbehrungsreichen Dreharbeiten zu „Apocalypse Now“, treffend betitelt „Hearts of Darkness: A Filmmakerʼs Apocalypse“, die mit zwei Emmys ausgezeichnet wurde.
Dass es sie nun noch einmal auf den Regiestuhl zog, um ihren ersten eigenen Film zu realisieren, hat mit ihrer ganz persönlichen Geschichte zu tun – denn die verfilmt sie in „Paris kann warten“. Als sie 2009 ihren Mann nach Cannes begleitete, entschloss sie sich kurzerhand dagegen, ihm nach Budapest zu folgen, und reiste stattdessen gleich nach Paris, wo sie sich ein paar Tage später wiedersehen sollten. Aufgrund einer Ohrenerkrankung zog sie jedoch die Reise im Auto eines befreundeten französischen Produzenten vor. Weil der betagte Peugeot zusammenbrach, wurde aus der geplanten Tagestour ein vierzigstündiger Umweg, bei dem sie das Land und die Menschen kennenlernte. Diese Erfahrungen verarbeitete sie in ihrem Drehbuch zu „Paris kann warten“, das sie selbst verfilmte. In ihre Haut schlüpft die wunderbare Diane Lane. Sie spielt eine Frau in den besten Jahren am Scheideweg zwischen Familie und Selbstverwirklichung. Die Rolle des vielbeschäftigten Ehemanns übernahm Alec Baldwin. Wesentlich präsenter ist jedoch der französische Schauspieler und Regisseur Arnaud Viard. Er personifiziert das Bild des typischen Franzosen: obsessiv in Sachen Wein und Essen und mit einem Schlag bei den Frauen. Eine gemütliche, sommerliche Tour durch pittoreske Landschaften, die Lust auf die Provence, gutes Essen und guten Wein macht und zur Entschleunigung einlädt.

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