Erneut findet Beutekunst den Weg zurück in den Bestand des Suermondt-Ludwig-Museums.

Von einem regelrechten Kunstkrimi ist verschiedentlich die Rede, wenn es um den neusten Coup des Suermondt-Ludwig-Museums geht. Es ist tatsächlich nicht auszuschließen, dass eine gewisse kriminelle Energie hinter der Verschiebung des Werkes „Blumen in einer Wanli-Vase“ von Balthasar van der Ast steckte, das seit 75 Jahren als verschollen galt und nun der Aachener Öffentlichkeit als Rückkauf von sogenannter Beutekunst präsentiert werden kann.
Der künstlerische Wert des Werkes, das aus der Zeit um 1625 bis 1630 stammt, ist unumstritten. Der Preis, zu dem es nun erworben werden konnte, entspricht zehn Prozent seines Marktwertes, der auf vier Millionen Dollar beziffert wird. Interessanter als sein monetärer Wert sind seine kulturelle Bedeutung und die Umstände, die zu seinem Verschwinden und schließlich zu seiner Wiederentdeckung geführt haben. Die Geschichte ist kompliziert und nicht in allen Einzelheiten geklärt. Wer sich im Detail mit den verschlungenen Pfaden befassen möchte, die das Bild seit 1942 nahm, als es in die Meißener Albrechtsburg ausgelagert wurde, geht am besten direkt ins SLM. Dort ist nicht nur alles dokumentiert, was man bisher herausgefunden hat, sondern dort hängt im Kaminzimmer natürlich auch der Hauptdarsteller der ganzen Affaire, ganz so, als wäre er niemals weg gewesen.

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