Öfter mal nach Eupen fahren, lautet die Devise. In knapp einer halben Stunde ist man dort (Buslinie 14 der TEC ab Hauptbahnhof), und wer sich bis zum 20. August nicht aufrafft, verpasst die laufende Ausstellung im IKOB, die nicht weniger als grandios ist. Das betrifft nicht nur die ausgestellten Arbeiten, sondern auch deren kluge Präsentation. Ich bin sehr damit einverstanden, dass hier zwei Positionen zum Begriff „Vanity“, der sowohl „Eitelkeit“ als auch „Vergänglichkeit“ bedeuten kann, räumlich konfrontiert werden. Laut Ausstellungskonzept geht es ausdrücklich darum, dass sich die Arbeiten von Frantz und Muller streitbar miteinander auseinandersetzen und sich im ganz realen Sinne bespiegeln. Ironischerweise arbeitet Muller mit echten Spiegeln, die sie so bearbeitet, dass sie annähernd dysfunktional im Sinne ihres eigentlichen Gebrauchs sind, wohingegen Frantz Granathülsen so lange wienert, bis man sich in ihnen spiegeln kann. Speziell die Arbeiten von Jerry Frantz, der – an sich triviale – gefundene Objekte durch präzise Inszenierung auflädt, gehen schwer an die Leber.

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