Klotz, Schmalohr, Imhof, Berretz – Gesang, Drums, Bass, Gitarre. So viel zum Wesentlichen. Die Protagonisten der folgenden Plattenkritik sind in Aachen keinesfalls Unbekannte – umso spannender ist es, nun endlich das Debütalbum der vier in der Hand zu halten, das dieser Tage auf dem Aachener Label Rockstar Records erschien. Das gute Stück bietet, abgesehen vom interessanten Cover des Fotografen Roger Ballen, in erster Linie eine elegante Mischung aus acht wummrigen Songs im Postpunk-Wave-Gewand, die unweigerlich an Größen wie Joy Divison, The Cure und, vor allem in Sachen Melodieführung, auch The Sound erinnern. Alex Klotzʼ charismatische, zugleich rohe und doch klangvolle Stimme, die sich übrigens hier durch Gesang eindeutig von den ausgerufenen Textpassagen bei seinem Parallelprojekt Agent Outrage unterscheidet, verwebt sich harmonisch mit den warmen Soundteppichen (Song „tempus fuckit“!) seines Kollegen Sascha Berretz an der wabernden, beinahe schwebenden Gitarre. Der ordentliche Wumms für das Ganze entsteht in erster Linie durch das eindrucksvolle Soundgerüst aus rhythmisch-drückendem Bass durch Jochen Imhof und, ganz à la Stephen Morris, Christian Schmalohrs treibender Arbeit am Drumset. Letztere sorgt auch maßgeblich für die Eigenständigkeit der acht abwechslungsreichen Stücke, die jedes für sich eine eigene Klangwelt und absolutes Ohrwurmpotential entwickeln.
Der Sound der Band zeichnet sich allgemein durch ordentliche Arbeit an den Instrumenten und die enorme Spielfreude aus und wird garniert mit der beispiellosen Bühnenpräsenz von Frontmann Alex Klotz. Daher hat es auch einen absoluten Mehrwert, die vier live in Aktion zu sehen und hören, statt sich ausschließlich mit dem Vinyl zu begnügen. Wer das tun möchte, der sollte am besten die Facebookseite der Jungs im Auge behalten, da ihre Livegigs zurzeit eher rar sind.
Die LP ist in Aachen im Plattenbau (Viktoriastraße 51) sowie im dazugehörigen Online-Mailorder punkorder.com und bei bandcamp.com erhältlich.

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