ROM/D/F 2017 | Regie: Călin Peter Netzer | Darsteller: Diana Cavallioti, Mircea Postelnicu, Carmen Tănase, Vasile Muraru, Adrian Titieni, Start: 24.08.
Für sein Melodram „Mutter und Sohn“ erhielt der Rumäne Călin Peter Netzer 2013 den Goldenen Bären der Berlinale. Dieses Jahr präsentierte er sein Liebesdrama „Ana, mon Amour“ ebenfalls im Wettbewerb der Berliner Filmfestspiele. Im Zentrum steht die Liebe zwischen Toma und Ana (Mircea Postelnicu und Diana Cavallioti), die sich an der Uni kennenlernen. Die junge Beziehung wird bald von Anas heftigen Panikattacken überschattet. Toma umsorgt seine psychisch labile Freundin und den gemeinsamen Sohn Tudor, wobei die Grenzen zwischen Liebe, Obsession und Abhängigkeit verschwimmen … Ähnlich wie Derek Cianfrance in seinem Meisterwerk „Blue Valentine“ springt Netzer stetig in der Chronologie hin und her. Nach jedem Szenenwechsel setzt er auf einer neuen Zeitachse an. Der unbeschwerte Beginn der Liebe trifft auf heftige Krisen, was den Effekt der tragischen Passagen verstärkt. Im Hintergrund des aus Tomas Sicht erzählten Dramas rauschen gesellschaftliche Konflikte rund um das Ende des Kommunismus, die sich in den kaputten Beziehungen der Elterngeneration manifestieren. Den Berlinale-Bären erhielt Netzer für sein klug fragmentiertes Drama diesmal nicht, lieferte aber einige der intensivsten Szenen des Wettbewerbs.

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