Als ich so über ein Thema für diese Ausgabe sinnierte, hätte ich beinah verpeilt, dass es diese kleine Kolumne diesen Monat tatsächlich schon seit 10 Jahren gibt! Angefangen hat es mit einem Bericht über das Fantasy Filmfest 2007, seitdem wurden sowohl die Filmwelt einiger meist unterschlagener Länder von Peru bis Malaysia unter die Lupe genommen als auch lehrreiche Themenbereiche (Bauchrednerpuppen, Penis-Transplantation, Vagina Dentata) näher beleuchtet. Schön auch, dass ich über die Jahre noch einigen Meistern wie Jean Rollin, Jess Franco oder Kaneto Shindo an dieser Stelle zum Geburtstag gratulieren konnte und diesen keinen Nachruf widmen musste – wie ich hier überhaupt eine seltene Narrenfreiheit genießen kann, für die ich mich dann auch mal herzlich bedanken möchte!
Bevor das hier aber unangenehm nach Eigenlob stinkt, möchte ich zwei meiner absoluten Lieblingsfilme vorstellen, die ich bisher noch nicht unterbringen konnte: In beiden kommen eher zufällig Hünengräber vor, die sind ein bisschen älter als 10 Jahre. „Night of the Demon“ (Jacques Tourneur, 1957) ist für mich nach wie vor einer der unheimlichsten Filme aller Zeiten: Basierend auf einer Vorlage des großartigen M. R. James wird die Geschichte eines skeptischen amerikanischen Professors, der im alten England mit einem Fluch belegt wird, mit einer so hohen atmosphärischen Dichte und Spannung erzählt, wie es nur wenigen Filmen danach gelungen ist. Hier stimmt einfach alles, von der an den Film Noir erinnernden Fotografie über das gekonnt konstruierte Script bis hin zu den Darstellern.
Den zweiten Film habe ich zum ersten Mal in jungen Jahren zufällig beim Zappen im holländischen Fernsehen entdeckt und er hat mich erst mal hochgradig irritiert, ich verstand überhaupt nicht, worum es ging, aber die Bilder und die Musik übten eine eigenartige Faszination aus. „The Wicker Man“ (Robin Hardy, 1973) gilt mittlerweile als Kultfilm und hat zahlreiche Spuren in der Popkultur hinterlassen, trotz seiner schweren Geburt. Zunächst vom Verleih verstümmelt, floppte er an der Kinokasse, dann galt die ursprüngliche Fassung lange Zeit als verschollen, und überhaupt, was sollte das sein, eine Mischung aus Hippie-Musical und Horrorfilm? Auf jeden Fall ein Film, den man so schnell nicht vergisst, im Gegensatz zum Remake von 2006 und dem auch nicht so wirklich prickelnden Sequel. Sequels zu dieser Kolumne wird es aber weiterhin geben und ich versuche mein Bestes …

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