Glörfelds kurzer Prozess – September 2017


Liebe Leser,
das Maß ist voll. Der Migrationswelle muss Einhalt geboten werden, der Schwall unverkrampfter Komödien zu diesem Thema gefährdet die schweighöferische Naturlockendominanz deutscher Lichtspielhäuser. In seelenlosen Abzock-Erzeugnissen hat man Blond zu tragen! Wir lachen über Otto & Til, nicht über Key & Peele! Zugegeben, anfangs waren wir noch optimistisch: Oma hatte in einer französischen Komödie lernen können, dass Schwarze nicht nur klauen und Weiße im Rollstuhl schieben. Aber hätten wir diese Komödie damals bloß nie in unser Land gelassen! So aber nahmen wir unzählige unkontrollierte Produktionen auf, alle mit schlimmen Absichten. Elyas M’Barek rief mit Fack Ju Göthe „kanackendeutsch“ zum Gipfel deutschen Humors aus, ehe in „Willkommen bei den Hartmanns“ versucht wurde, derlei Vorurteile ironisch zu brechen. Wer gar keine selbst mit ins Kino brachte, wurde um eine Komödie betrogen und bekam den pädagogischen Zeigefinger hinten rein. Diesen Monat startet der österreichische Spielfilm die Migrantigen, in welchem zwei eigentlich perfekt integrierte Freunde absichtlich Ausländerklischees bedienen, um in einer Brennpunkt-Dokumentation mitspielen zu können. Ich hoffe derweil auf ein Komik-Comeback des Mantafahrers (voraussichtlich ab 7.09.).
Weniger ersehntes Comeback: Stephen Kings Es. Ungeachtet der filmischen Qualität wird auch die Neuverfilmung dem Horror, welchen die Keramik-Gilde-Clowns in meinem elterlichen Wohnzimmer auslösten, nicht ansatzweise gerecht werden können (voraussichtlich ab 21.09.).
Erst bei weiterem Nachdenken angsteinflößend: Cars 3. Lebendig gewordene Autos mit Augen. Wer fährt sie und wie sind diejenigen dort hingekommen? (voraussichtlich ab 28.09.).

Kingsman 2 – The Golden Circle hat dagegen eine Daseinsberechtigung als Sequel, weil der Film im Vorhinein als amerikanischer James-Bond-Klon konzipiert wurde, für amerikanische Teenager, die keine Vorstellung davon haben, wie Engländer sich tatsächlich kleiden. Zum Ausgleich besetzte man dann Channing Tatum als texanische Ausgabe von sich selbst. Nur fair (voraussichtlich ab 28.09.).
Ihr Thomas Glörfeld

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