Krumme Gedanken


Helgoland komplett unterkellert. Kam es mir plötzlich in den Sinn. Ich saß im Halbdunkel, schnitt mehrere Bananen in Stücke und bekam semiklebrige Finger; also mehr pappend als haftend.

Helgoland. Da war doch was. Da hatte ich doch was gelesen. 1945 flüchteten bei einem Bombenangriff alle Inselbewohner nach unten, 17 Meter in die Tiefe, in ihren Bunker. 3300 Leute.
Passte so gerade. Jeder Insulaner bekam auf einer Bank 50 cm eingeräumt. Nun, die Kochbanane (Musa paradisiaca) ist bis zu 40 cm lang. Sicher wurde man schon auf der Treppe hingewiesen, dass man die Banane hochkant tragen und nicht neben sich längs auf die Bank legen sollte. Allerdings gab es dort unten einen Vorrat für 2 Jahre. Also Konserven. Keine Bananen. Man musste also eigentlich keine Bananen mitnehmen, um nicht zu verhungern. Vielleicht gab es da ein bis zwei Ausnahmepersonen. Die hatten gerade eine Banane in der Hand, als der Alarm losging, und haben die einfach nicht mehr losgelassen. Hat man alles schon gelesen. Frage ist aber auch: Gab es 1945 schon Bananen auf Helgoland? Denke schon. 1892 schaffte es immerhin die erste Fracht nach Hamburg. Da hat doch bestimmt mal einer einen kleinen Schlenker gemacht und eine Banane mitgebracht. Zu Weihnachten. Oder aus Spaß. Ich möchte aber auch jetzt nicht ewig auf dem Thema Banane rumreiten. Auf dem Thema Krieg noch viel weniger. Aber selbst einen Bananenkrieg hatten wir schon. Interessant ist die Tatsache, dass (fast) die gesamte Bevölkerung untergekommen ist und auch überlebt hat dank vollständiger Unterkellerung. Das kenne ich nur von Helgoland. Das würde Rügen nicht hinkriegen, da es a) dauernd vor sich hin krümelt und b) die Inselbewohner dort so alt sind, dass sie keine Treppen mehr steigen können.
Aber hoffen wir, dass wir noch lange Bananen essen können, ohne dabei an Krieg denken zu müssen. Das Blöde ist nur, dass es momentan zwei Affen gibt, die mir schon ein wenig Angst machen.
Der Suk

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