Auguste Rodin


F, BEL, USA 2017 | Regie: Jacques Doillon Darsteller: Vincent Lindon, Izïa Higelin, Séverine Caneele, Bernard Verley, Olivier Cadiot | Start: 31.08.
Das Biopic über den berühmten französischen Bildhauer beginnt in Rodins weitläufigem Atelier und verweilt dort die meiste Zeit. Statt die konventionelle Dramaturgie eines Künstlerfilms abzuhaken, arbeitet Regisseur und Autor Jacques Doillon mit Auslassungen. Als die Handlung im Jahr 1880 einsetzt, bekommt der 40-jährige Rodin (Vincent Lindon) seinen ersten staatlichen Auftrag: ein Hochrelief nach Dantes Göttlicher Komödie, an dem er die folgenden 37 Jahre werkelt. Zentral für den künstlerischen Herstellungsprozess ist Rodins Liaison mit seiner deutlich jüngeren Muse und Schülerin Camille Claudel (Izïa Higelin), die sein Schaffen maßgeblich mitprägt. Doch über die Jahre verz weifelt Camille immer mehr an der fehlenden Würdigung ihrer eigenen Skulpturen und an Rodins zügellosem Hang zu Frauen, der auch seine Lebensgefährtin Rose (Séverine Caneele) schmerzt. Immer wieder zeigt Jacques Doillon seinen Protagonisten bei der Arbeit im Atelier, wo Rodin meißelt, skizziert und nackte Modelle in Position dirigiert. Doillon strebt keine vollständige Chronologie an, sondern lenkt den Blick in oft unbewegten, streng konzipierten Einstellungen auf Details. Wenn man sich auf die fließende Erzählweise einlässt, belohnt das sinnliche Biopic mit feinen Bildern in milden Pastelltönen und nuancierten darstellerischen Leistungen.

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