Hiroki Tsukuda – Hour of Excavation


Wie der Titel andeutet, der frei übersetzt die Stunde/Zeit der Ausgrabung bedeutet, kann man Hiroki Tsukudas Werk als Versuchsfeld verstehen, auf dem in einer wilden Achterbahnfahrt durch die Kulturgeschichte Versatzstücke aus Architektur, Kunst, Grafik, Popkultur und vielem anderen remixt werden. Als Resultat präsentiert Tsukuda grafisch-fotografische Tableaus von wissenschaftlicher Akkuratesse, die jedoch bei genauer Betrachtung selbst wieder neue Rätsel aufgeben. Die Zusammenhänge könnten seinem eigenen Referenzsystem entstammen, dessen Bezüge uns unbekannt sind, oder bewusst auf das Element des noch Unentdeckten, des noch Beziehungslosen und noch zu Entschlüsselnden hinweisen.

Verborgen bleibt jedenfalls nicht, dass der Künstler eine große Liebe für das Existenzielle hegt. Er findet es im Gewand Breugel’scher Fantasien, des Film Noir und des deutschen Expressionismus oder ganz allgemein in Form des Strandguts des Lebens, das er zu Skulpturen anhäuft, die an Sperrmüllhaufen erinnern. Dass sich zukünftige Archäologen vermutlich den Kopf darüber zerbrechen werden, wie das alles zusammenpasst, dürfte Hiroki Tsukuda gefallen.

Neuer Aachener Kunstverein
03.09.-15.10.2017, Eröffnung am 02.09.2017, 19:00 Uhr

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