Endlich ist die Sommerpause vorbei, in den Stadien der Republik rollt wieder der Ball. Und wie zu Beginn jeder Saison werden die Karten wieder komplett neu gemischt, denn die Vereine haben auf dem Transfermarkt kräftig eingekauft. Besonders der Wechsel von Neymar zu Paris Saint-Germain für schlappe 222 Millionen Euro erregte in diesem Jahr die Aufmerksamkeit nicht nur der Fachpresse – auch wenn sich solche Summen im Vergleich zu dem, was in der MOVIE-Chefetage gezahlt wird, vergleichsweise bescheiden ausnehmen. Und wer weiß eigentlich noch, dass auch die Alemannia schon bessere Zeiten gesehen hat, als sie für die Ablöse von Spielern mehr als den Gegenwert von einer lauwarmen Bockwurst mit Senf und drei Bechern schalem Pils auf dem Tivoli auf den Tisch legen konnte? Wir können nun durch geheime Insider-Informationen die fünf teuersten Spielertransfers der Alemannia dokumentieren.

Platz 5:

Karl Magnus
300 Goldtaler

In der Spielzeit 767/768 wechselte der erst 20-jährige Innenverteidiger für damals stolze 300 Goldtaler von der Spielvereinigung Karolingen zur Alemannia. Der hochgewachsene junge Mann avancierte schnell zum Publikumsliebling auf dem Tivoli, er holte mit den Schwarz-Gelben mehrere Meistertitel und war bei den Begegnungen in der Europa-League ein aktiver Spielgestalter. Wegen seiner äußerst rustikalen Spielweise wurde er von seinen Mitspielern auch „Karl der Grobe“ genannt. Nach Beendigung seiner aktiven Spielerkarriere im Jahre 781 eröffnete Magnus in der Pontstraße den Barbiersalon „Kaiserschnitt“.

Platz 4:

Johann Linnen
£ 4.500

Der defensive Mittelfeldspieler Johann Linnen, der aus einer Aachener Tuchweberfamilie stammte, hatte seit dem Wechsel von der B-Jugend in die erste Mannschaft 1959 einen schweren Stand auf dem Tivoli. Der als introvertiert geltende Mann wurde meist schon in der ersten Halbzeit ausgewechselt und fiel oft verletzungsbedingt aus. Die Schlachtgesänge, die er in den Trainingspausen für die Alemannia komponierte, kamen bei den Fans nicht besonders gut an, und so entschloss er sich 1962 bei einem Angebot aus England, seinen Namen zu ändern und zusammen mit seinem Teamkollegen, dem Sunnyboy Paul Meckertnie, zum FC Liverpool zu wechseln.

Platz 3:

Sokrates
7.500 Drachmen

Panathinaikos Athen steckte in der Spielzeit 444/443 vor Christus in einer ernsthaften Krise. Mit den Einkäufen von Platon, Aristoteles und Epikur vom Erzrivalen TSC Thessaloniki hatte man sich zwei Jahre zuvor finanziell schwer verhoben und der sportliche Erfolg ließ auf sich warten. Zudem hingen die Raten für den Bau des Akropolis-Stadions wie ein Damoklesschwert über dem Verein und so entschloss man sich schweren Herzens zum Verkauf des rechten offensiven Mittelfeldspielers Sokrates an die Schwarz-Gelben. Dieser galt in seiner Heimat als strategischer Vordenker der Mannschaft. Auf dem Tivoli konnte er jedoch nicht brillieren, verfiel in Grübeleien und verließ den Verein nach der dritten Saison, um fortan ein spartanisches Leben in Laurensberg zu führen.

Platz 2:

Diego Maradona
25.000 DM

Bei einem Argentinien-Besuch 1971 wurden Alemannias Spielerscouts auf ein junges Talent aufmerksam: Der erst 11 Jahre alte Diego spielte zu dieser Zeit bei Atlético Buenos Aires in der B-Jugend sowohl der Handballer als auch der Kicker und beindruckte durch wieselschnelles Positionsspiel und elegantes Tackling. Aachens Kassenwart öffnete die zu dieser Zeit prall gefüllte Schatulle und ließ 25.000 DM springen. Und so spielte der Argentinier ab der Saison 1972/1973 in der A-Jugend am Tivoli. Richtig warm wurde der junge Maradona aber hier nicht, er hatte heftiges Heimweh und große schulische Probleme. Nur in Aachens kalten, schneereichen Wintermonaten blühte er kurzzeitig auf.

Platz 1:

Joseph Beuys
50.000 RM

Viele Ältere denken mit Wehmut an einen der kreativsten Spielmacher, die je auf dem Tivoli verpflichtet wurden. Kurz nach dem Krieg wechselte er 1947 vom TUS Kassel für die heute noch unübertroffene Summe von 50.000 Restmark und drei Zentnern Kartoffeln zur Alemannia. Auch bei Standardsituationen war er brandgefährlich, bei den präzisen Ecken bekam so mancher Gegner sein Fett weg. Das Lob der Sportpresse nahm er bescheiden und sagte, jeder sei schließlich ein Fußballer. Auch nach Ende der aktiven Karriere bestimmte er im Vorstand lange Zeit die Geschicke der Alemannia. Als nach klebrigen Deals mit Honigfirmen der Vorwurf laut wurde, unter seiner Führung werde der Filz im Verein zu groß, meinte er achselzuckend nur „Ja Ja Ja, Nee Nee Nee“ und nahm seinen Hut.

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