Mr. Long


J/HK/TW 2017 | Regie: Sabu | Darsteller: Chen Chang, Shô Aoyagi, Yi Ti Yao | 129 Min., Start: 14.09.
Sabu ist ein einzigartiger Paradiesvogel unter den Regisseuren Japans. Zur Jahrtausendwende schlug er mit seiner atemlosen Gangsterposse „Monday“ auch bei uns ein und definierte das junge japanische Kino mit. Zwei Dekaden und rund ein Dutzend höchst vielfältige Filme später schließt sich der Kreis nun mit einer ebenso aberwitzigen Genreperle. Mr. Long ist Auftragskiller und stammt eigentlich aus Taiwan. Doch als ein Auftrag in Tokio misslingt, landet er blutverschmiert im verlassenen Teil eines Vororts. Dort lebt Jun mit seiner drogenabhängigen Mutter Lily. Gemeinsam mit den freundlichen Anwohnern hilft der kleine Junge dem schweigsamen Fremden, wieder auf die Beine zu kommen, und ehe Long sichs versieht, führt er einen höchst erfolgreichen Fast-Food-Stand mit Nudeln nach taiwanischem Rezept – bis ihn seine Vergangenheit einholt. Mit viel Charme inszenierte Sabu die comichafte Geschichte. Der in Taiwan geborene Hauptdarsteller Chen Chang („The Assassin“) arbeitete bereits mehrfach mit Ang Lee und Wong Kar-Wai zusammen und trägt den Film, ohne große Worte zu verlieren. Sabus Bildsprache ist wie gewohnt einfallsreich und der gesamte Film durchzogen von einem warmherzigen Humor und kauzigen Charakteren.

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