… verspricht das Tourplakat der Black Angels und exakt das liefern die Psychedelic Rocker aus Austin Texas in der Muziekgieterij in Maastricht auch ab.

Doch bevor der Hauptact die Bühne betritt, stimmen A Place to Bury Strangers das Publikum erst einmal grundlegend auf die „Psychedelic Experience“ des Abends ein – und die ist bei dem Trio aus New York alles, aber definitiv nicht bunt und fröhlich. Im Halbdunkel mit Nebel und sparsam eingesetztem Stroboskop-Licht, entlockt Oliver Ackermann seiner Gitarre ein Feedback nach dem andern – unterlegt von minimalistischem Bass und Schlagzeug und angereichert mit jeder Menge Hall, Delay und Loops. Der Auftritt erinnert dabei zuweilen eher an eine musikalische Performance – was übrigens nichts daran ändert, dass sich die Besucher der Muziekgieterij bereitwillig in den düsteren Soundteppich von A Place to Bury Strangers einwickeln lassen.
Etwas zurückhaltender in Sachen Lautstärke und Selbstinszenierung präsentiert sich der Hauptact Black Angels, die zu Beginn des Konzerts mit einer Einspielung von Velvet Undergrounds „Death Angel‘s Song“ noch einmal klarmachen, wo sie sich selbst musikalisch verorten.
Die Band, die mit der Tour ihr mittlerweile fünftes Studioalbum „Death Song“ promotet, spielt ein 90-minütiges Konzert mit 15 Stücken, von denen – wie zu erwarten – ein Großteil vom aktuellen Album stammt.
Die Kommunikation mit dem Publikum erfolgt dabei weitgehend über die Musik, wobei die Übergänge zwischen den Songs oft nahtlos sind. Die Black Angels spielen keine Show, sie spielen irgendwie als wären sie alleine im Studio und ein paar Freunde dürften zuhören – und gerade dies verleiht dem Konzert eine ungeheure Intensität.
Ihrem Anspruch „Sight and Sound“ zu liefern, werden die Black Angels dennoch gerecht, da psychedelisch angehauchte Visualisierungen die Musik in Bilder umsetzen. Doch obwohl die Band sogar bei der Auswahl ihres Equipments klar auf „Vintage“ setzt, ist eines klar: wir befinden uns im Jahr 2017 in Maastricht und nicht auf einer der legendären Acid Test-Partys im San Francisco der 60er Jahre. So wie die Black Angels klingen, klang schlichtweg keine Band dieser Epoche – auch nicht deren erklärte Vorbilder Velvet Underground und 13Th Floor Elevators. Und eben das macht die Black Angels auch zu einer so guten Band mit eigenem Stil und Sound, die auch live absolut überzeugen kann.

Text: Ingo Meier, Fotos: Greta Arntz

 

 

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