USA 1984, R: Joel Coen, Ethan Coen, D: John Getz, Frances McDormand, Dan Hedaya, 95 Min, Start: 5.10.
Die Brüder Joel und Ethan Coen bereichern seit mehr als drei Jahrzehnten die Filmwelt mit ihren grotesken, tiefschwarzen Geschichten. Den Anfang nahm alles bereits 1984: der Mord, die Intrige, der schwarze Humor – in „Blood Simple“, ihrer kleinen, feinen Hommage an die Klassiker des Film Noir, ist alles bereits ausgelegt. Selbst Frances McDormand ist in der Hauptrolle zu sehen, zwölf Jahre bevor die Coen-Brüder sie zu Oscarehren führten, indem sie ihr die grandiose Hauptrolle in „Fargo“ schrieben. Mit ihrem Meilenstein in Schneeweiß und Blutrot teilt „Blood Simple“ die Stimmung und den Erzählstil. Wie „Fargo“ entführt ihr Frühwerk den Zuschauer in die Abgründe menschlichen Handelns. In den Charakteren und ihrer Beziehung zueinander sind die Grundzüge für „Miller’s Crossing“ erkennbar. Zudem formierten die Coens bereits hier ihr Stammpersonal: Carter Burwell sorgt für den mitreißenden Score, Barry Sonnenfeld – der später selbst mit „Men in Black“ Erfolge feiern sollte – für die stimmungsvollen Aufnahmen. Ein frühes Meisterwerk, das nun digital überarbeitet in 4k darauf wartet, wiederentdeckt zu werden.

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