Wenn Film-Nerds über Schmuckstücke reden, meint diese Spezies meist irgendeine superlimitierte Special Edition, für die ein Heidengeld ausgegeben wurde. Eher wären freilich originale Movie-Props, die zuweilen für noch mehr Heidengeld versteigert werden, als Schmuckstücke zu bezeichnen. Viele davon existieren aber gar nicht mehr, wie es auf die drei folgenden Beispiele von unter besonderen Umständen entstandenen Monster-Designs wohl leider zutrifft.

Was tun, wenn man einen Film mit dem Titel „Robot Monster“ (Phil Tucker, 1953) dreht, aber keinen Roboter zur Hand hat? Nun, man arbeitet pragmatisch mit dem, was man hat, und das ist in diesem Fall ein Gorillakostüm und ein Taucherhelm. Gibt ja auch keine Richtlinie, wie Roboter-Monster auszusehen haben! Zuweilen belächelt, muss man das Improvisationstalent der Macher einfach bestaunen und es verwundert auch nicht, dass es mittlerweile ein über 600 Seiten dickes Buch gibt, das sich ausschließlich diesem Film widmet. Von der Kritik auch nicht wirklich ernst genommen wurde „From Hell it Came“ (Dan Milner, 1957), dabei kann man der Geschichte von einem Südseeprinzen, der nach seinem Tode als Baum, der aus seinem Grab wächst, Rache nimmt, durchaus Originalität attestieren. Das Baum-Monster sieht eigentlich auch ganz gut aus, Problem sind nur die Bewegungen – Bäume laufen ja normalerweise nicht durch die Gegend, und das sieht nicht 100 % überzeugend aus. Als Ausgleich hat der Film aber ein äußerst eingängiges Titelthema und auch sonst einen tollen Score aus der Feder von Darrell Calker zu bieten. Sehr solide inszeniert und souverän gespielt ist auch „The Giant Claw“ (Fred F. Sears, 1957) – beim Design der Titelfigur, eines Riesenvogels, war man aber leider etwas sparsam – er sieht ein wenig aus wie Bibo aus der Sesamstraße, nachdem er mehrere Tage auf dem elektrischen Stuhl verbracht hat. Das ist nicht so wirklich furchteinflößend und der Legende nach hat sich der Hauptdarsteller, der die Spezialeffekte erst bei der Premiere zu sehen bekam, klammheimlich aus dem Kino geschlichen. Manche Schmuckstücke werden halt zu ihrer Zeit nicht als solche erkannt.

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