Theater K unterwegs: Auf den Spuren eines Hollywood-Stars – „Marilyn Ikone“


Dreimal rote Lippen, hellblonde Locken und strahlend weiße Plisseekleidchen – eine der bekanntesten Hollywood-Ikonen des 20. Jahrhunderts steht heute direkt in dreifacher Ausführung in der Grube des Ludwigforums. Sie ist schön, begehrt, von den Massen bewundert – und gleichzeitig ausgebeutet, obsessiv und laut Ehemann Arthur Miller „das traurigste Mädchen der Welt“. Im letzten Jahr wäre Marilyn Monroe 90 Jahre alt geworden. Ihre Filme, Fotoshootings und Lieder bleiben unvergessen, ebenso wie die mysteriösen Umstände ihres Todes.

Um Marilyn Monroe zum Leben zu erwecken, lässt Autorin und Regisseurin Agma Formanns ganz unterschiedliche Zeitzeugen, Weggefährten und Verehrer zu Wort kommen. So beginnt die Aufführung überraschenderweise mit Marilyns Tod und der Verlesung ihres Autopsie Berichts durch den Rechtsmediziner. Hierbei wird sogleich mit dem schillernden Hollywood-Image gebrochen. Erst werden ein paar Gummibrüste im Kleid entdeckt, welche sie wohl regelmäßig verwendete, um ihrer Oberweite ein wenig nachzuhelfen. Dann kommen die Stylisten und richten die fleckige Leiche zur perfekten Mrs. Monroe her.

Der Zuschauer erhält private Einblicke in das Leben der Ikone und ihren steilen Weg von einer Halbwaisen zum Star. Mona Creutzer, Romi Maria Goehlich und Annette Schmidt verkörpern Monroe, die mal kindlich auf der Suche nach ihrem Hund Zaza durch den Raum krabbelt, mal voller Stolz und Charisma auf die Bühne tritt, nur um im nächsten Moment daran zu zerbrechen, als Sexsymbol und nicht als Schauspielern wahrgenommen zu werden. Gerade das Wechselspiel zwischen flachen Witzen, sarkastischen Äußerungen, einer überzeichneten, schrillen Monroe sowie dramatischen Szenen kommt beim Publikum gut an und sorgt sowohl für Lachen als auch für nachdenkliche Momente. Unterbrochen werden die einzelnen Szenen zudem immer wieder von musikalischen Darbietungen ihrer größten Hits, welche für viel Applaus sorgen. Eine besondere Atmosphäre entsteht durch den abgedunkelte Raum des Museums, der wohl ideale Ort für die Inszenierung einer Kultfigur. Auch wenn ein Programmheft mit den Namen aller erwähnten Personen ausgegeben wird, sind grundlegende Kenntnisse über das Leben des Hollywood-Stars für das Verständnis hilfreich, da der Szenen- und Figurenwechsel sehr plötzlich und ohne nähere Erläuterung stattfindet.

„Marilyn Ikone. Szenen, Geheimnisse und Showdown eines Mythos“ ist noch bis zum 02. Februar 2018 im Ludwigforum zu sehen.

Termine: Sa, 18.11., 20:00 Uhr | So, 19.11., 17:00 Uhr | So, 26.11., 17:00 Uhr | Do, 30.11., 20:00 Uhr | So, 10.12., 17:00 Uhr | So, 17.12., 17:00 Uhr | Do, 18.01., 20:00 Uhr | Fr, 19.01., 20:00 Uhr | Sa, 20.01., 20:00 Uhr | Do, 01.02., 20:00 Uhr | Fr, 02.02., 20:00 Uhr
Weitere Termine, Preise und VVK unter www.theater-k.de

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