Was ist schon Zeit? Die Ewigkeit kann in einer Sekunde vorbei sein und Sekunden können die Ewigkeit bedeuten. Oskar hat nicht mehr viel Zeit, der krebskranke zehnjährige Junge weiß um seinen bevorstehenden Tod. Doch auch der allmächtigen Zeit kann man ein Schnippchen schlagen, und so erlebt Oskar in den letzten zehn Tagen seines Lebens mit Hilfe der geheimnisvollen Dame in Rosa ein ganzes Menschendasein voller Höhen und Tiefen, Glücksmomenten und Verzweiflung, Wut und Vergebung.

Schauspielerin Susann Toni Wagner ist Oskar, sie ist die Mutter und sie ist der Vater, die Freundinnen und die Freunde und sie ist die Dame in Rosa. Kurz gesagt: Susann Toni Wagner ist der Hammer! Sie ist die Gesamtheit der feinen Rädchen, die das Uhrwerk dieser besonderen Geschichte um Leben und Tod und um die Macht der Fantasie am Laufen hält. Ungekünstelt und leichtfüßig schlüpft sie von einer Rolle in die andere und streift dabei den Charakteren ein unverwechselbares Gewand über.

Feinfühlige Distanz; mehr braucht Regisseurin Maren Dupont nicht, um ihren Inszenierungen eine besondere Note zu verleihen. Mit dem Spürsinn eines Journalisten und der Diskretion eines Therapeuten umkreist sie die Geschichten, lässt sie atmen und wachsen, ohne sie in ein emotionsgeladenes Korsett der Überschwänglichkeiten zu packen. Die Zeit vergessen – bei diesem Stück kein Problem!

Oskar und die Dame in Rosa
Schauspiel von Éric-Emmanuel Schmitt, Das Da Theater
Inszenierung: Maren Dupont,
Bühne: Frank Rommerskirchen, Kostüme: Nadine Dupont

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