Ich hätte eigentlich gedacht, zum Thema „Wurst“ mehr Horrorfilme auftischen zu können, aber diese variieren doch schon sehr in ihrer Fleischverarbeitung – von Katzenfutter in „The Corpse Grinders“ (1971) bis zu Sülze in „The Texas Chain Saw Massacre“ (1974). So ist denn meine Auswahl von Wurstfilmen etwas genreübergreifender geworden.

In „Prime Cut“ (Michael Ritchie, 1972) wird Lee Marvin im Auftrag des Chicagoer Mobs zu einem Hinterwäldler-Rancher und Schlachthausbesitzer (Gene Hackman) geschickt, um dessen Abgaben zu überprüfen. Er geht dabei durchaus vorsichtig vor, denn der letzte Ermittler wurde als Wurst zurückgeschickt. Feines düsteres 70s-Kino mit einigen groben Szenen und schmackhafter Besetzung, hieß auf Deutsch, warum auch immer, „Die Professionals“.

„Sie kamen als Freunde und wurden zur Wurst“ dürfte eine der besten Taglines der Filmgeschichte sein, zum Film „Das deutsche Kettensägenmassaker“ (Christoph Schlingensief, 1990) selbst gibt es unterschiedliche Meinungen. Ich beiße mir immer noch in den Arsch, weil ich die damalige Aufführung im MOVIE in Anwesenheit des Regisseurs auf gnadenlos unspektakuläre Art und Weise verpasst hatte – kannte mich noch nicht so gut in der Stadt aus und bin mitsamt Begleitung mehrfach am Kino vorbeigelaufen, ohne es zu finden. Wie Überlebende berichten, muss der Regisseur die Aufführung – wie man es bei ihm nicht anders erwarten konnte – direkt zur Performance gemacht haben, indem er den Vorführer anwies, den Ton des Films auf maximale Lautstärke zu stellen.

Ein klarer Fall von „love it or hate it“ ist wohl auch „Freddy got Fingered“ (Tom Green, 2001) – Regisseur und Hauptdarsteller Tom Green hält nicht viel von gutem Geschmack und reiht Tabubrüche und haarsträubenden Blödsinn aneinander, hat dabei aber einige herrlich abstruse Ideen: wie die selbstgebaute „Wurst-Orgel“ auf der er seinem Film-Vater Rip Torn ein Ständchen gibt. Muss man auch erst mal drauf kommen.

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