A Ghost Story


USA 2017 | Regie: David Lowery, Darsteller: Rooney Mara, Casey Affleck, McColm Cephas Jr., Liz Cardenas Franke, 92 Min., Start: 07.12.
Zwischen „Elliot, der Drache“ und der kommenden Peter-Pan-Verfilmung hat der Regisseur und Autor David Lowery eine persönliche, eigenwillige, wunderschöne Gespenstergeschichte realisiert. Rooney Mara spielt darin die junge M, Casey Affleck deren Mann C, der bei einem Autounfall stirbt und als Geist ins gemeinsame Vorstadthäuschen zurückkehrt. Während M trauert, steht C stumm daneben und kann sich nicht bemerkbar machen. Der Film verharrt die meiste Zeit im Innenraum des Hauses. Zeit verrinnt, neue Menschen ziehen ein und aus, es geht in die Zukunft und wieder zurück. „A Ghost Story“ ist kein Film, den man mal eben so schaut. Man muss sich auf die Langsamkeit, Stille und Metaphorik, auf das Beobachten einlassen. Die durchkomponierten Einstellungen bleiben überlang stehen, nur selten findet Bewegung statt, es gibt kaum Dialog. Gefilmt wurde im altmodischen 4:3-Format mit abgerundeten Ecken, was ebenso auf die metaphorische Bedeutungsebene verweist wie das Geisterkostüm, das schlicht aus einem weißen Bettlaken mit zwei Gucklöchern besteht. Doch trotz der radikalen Reduktion entwickelt „A Ghost Story“ eine zauberhafte Sogwirkung und öffnet einen Reflexionsraum zu allen möglichen Fragen des Daseins. Das Ergebnis ist ein absolut faszinierendes Kleinod im hektischen Kinogeschäft.

A Ghost Story Trailer #1 (2017) | Movieclips Trailers

zurück Locals auf Augenhöhe mit internationalen Gast-DJs im Alten Schlachthof
weiter Die Lebenden reparieren