Locals auf Augenhöhe mit internationalen Gast-DJs im Alten Schlachthof


Nachdem die Veranstaltungsgruppen NoName und Meakusma eine erfolgreiche Festivalsaison verbuchen konnten, bündeln sie auch in diesem Winter wieder ihre Kräfte für eine gemeinsame Veranstaltung im alten Schlachthof in Eupen. Diesjähriger Topact ist Dr. Rubinstein, die momentan durch die renommiertesten Clubs dieser Welt tingelt. Den Rahmen für die Veranstaltung bilden die Locals Caspro und Daniel/i/, die schon mehrmals bewiesen, dass sie den internationalen Gästen in nichts nachstehen. Was die beiden verbindet ist ihre Liebe zur Musik. Dennoch beweisen die unterschiedlichen DJs, dass Auflegen nicht gleich Auflegen ist. Raffaela Schaus sprach mit den Beiden.

Interview mit Caspro

Am 9. Dezember wird Caspro wieder den Anfang machen. Der 25-Jährige stammt aus dem ostbelgischen Bütgenbach.

Caspro, was bedeutet es für einen DJ den Abend einzuleiten? 
Mir ist generell wichtig, dass es insgesamt eine gute Party wird. Worauf ich selber Lust habe, ist zweitrangig. Wenn ich am Anfang auflege, ist es meine Aufgabe, dass der Künstler nach mir mühelos übernehmen kann. Wenn zum Beispiel gleich zu Beginn nur harte Musik liefe, wäre das Pulver für den restlichen Abend sozusagen verschossen und das würde es dem nächsten DJ schwer machen.
Die Party einzuleiten bedeutet unter anderem, mitzubestimmen in welche Richtung, der restliche Abend verlaufen wird. Der frühe Abend ist aber auch eine Möglichkeit zu experimentieren und auszutesten, wie bestimmte Sachen beim Publikum ankommen.

Du legst Platten auf. Wie selektierst du im Vorfeld, welche du mitnimmst? Was hast du dir für den 9. Dezember ausgedacht?
Für die erste halbe Stunde meines Sets packe ich einige ruhige Stücke mit ein.
Diesmal wird auch der ein oder andere Acid angelehnte Track dabei sein, da Dr. Rubinstein unter anderem für Acid steht. Direkt nach mir folgen Cabasa und TRUSKA, die häufig mit Bass und Breakbeats arbeiten. Deswegen wird mein Set in diese Richtung ausklingen.

Nach welchen Kriterien suchst du Musik im Plattenladen aus? Kaufst du Platten eher, um sie anzuhören oder aufzulegen?
Größtenteils geht es mir darum, die Musik zu hören. Bei manchen Einkäufen denke ich, das könnte zu einer bestimmten Veranstaltung passen. Grundvorraussetzung ist aber immer, dass ich die Musik mag. Die Platten, die ich kaufe, müssen nicht unbedingt die letzten Releases sein, sondern dürfen auch mal älter sein.

Bist du Plattensammler oder Musiker?
Ich bin kein Musiker, denn ich mache selber keine Musik. Ich kann weder Noten lesen, noch ein Instrument spielen. Ich bin musikinteressiert. Bezeichnen würde ich mich als DJ und Musikliebhaber.

Welche Frage hörst du als DJ besonders ungern?
Auf Partys: „Kannst du dies und jenes spielen?“. Im Interview werde ich ungern nach meinen Ambitionen gefragt, weil ich als DJ keine bestimmten Ziele habe. Ich habe zuhause angefangen aufzulegen, was ich mag. Erst später kam das Auflegen vor Publikum. Es freut mich natürlich umso mehr, wenn das was ich sowieso gerne mache, auch anderen gefällt.

Interview mit Daniel/i/

Abgerundet wird der Abend vom 30-jährigen Daniel/i/, der aus dem belgischen Ovifat kommt und jetzt in Aachen lebt.

Daniel/i/, du legst nicht nur auf, sondern produzierst auch eigene Musik. Wie beschreibst du deinen Stil?
Im Prinzip spiele ich alle Arten von Techno und versuche mich nicht auf eine bestimmte Richtung zu beschränken. Mal spiele ich eigene Stücke, mal nicht. Das ist ganz verschieden. Was ich auflege, hängt größtenteils von der Stimmung des Publikums ab und von dem, was der Künstler vor mir aufgelegt hat.

Bereitest du deine Auftritte vor?
Heute bereite ich meine Sets nicht mehr vor. Da ich digital auflege, ist meine ganze Sammlung jederzeit verfügbar. Seitdem ich meine Musikbibliothek geordnet habe, finde ich auch alles schnell zurück.

Früher machtest du auch unter dem Namen Karl M erfolgreich Musik. Wieso hast du dich umbenannt?
Umbenannt stimmt nicht ganz, da ich jetzt einfach Musik unter meinem eigenen Namen Daniel mache. Der Grund dafür ist, dass ich Musik heute anders empfinde als früher und ich mehr von meiner Persönlichkeit in meine Stücke einbringen möchte.
Die Musik von Karl M war sehr melodisch. Momentan gefällt mir aber hypnotische Musik, die mir mehr Ruhe bringt. Mein Geschmack wird sich aber auf alle Fälle weiterentwickeln.
Karl M war auch ungeduldig was das Auflegen angeht. Ich bin da selektierter geworden.
Zum einen habe ich nach über 10 Jahren einfach weniger Lust auf Partys aufzulegen. Zum anderen möchte ich die Liebe zur Musik nicht verlieren. In der Szene werden DJs zunehmend hochgejubelt. Ich sehne mich danach, dass die Musik wieder im Mittelpunkt steht.
Am liebsten drücke ich zuhause einfach entspannt auf play und lehne mich zurück. Ich will keine Ansprüche an meine Stücke stellen. Umso mehr freut es mich, wenn jemand vorschlägt, meine Sachen als Platte rauszubringen.

Ist es dir lieber Musiker oder DJ genannt zu werden?
Es freut mich, wenn man mich Musiker nennt. Ich spiele unter anderem auch Schlagzeug und war Teil einer Band. Auch meine elektronische Musik ist für mich nichts anderes als digitales Musizieren.

Die Veranstaltung  Meakusma x NoName findet am Samstag, den 9. Dezember um 21:00 Uhr im Alten Schlachthof in Eupen statt.

Fotos:
Titel: Caspro | MARY Schumacher; im T-Shirt: Meakusma Festival
Daniel/i/: NoName

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