Liebe Veganer: In dieser Ausgabe müsst ihr so abgebrüht sein wie eine frisch aus dem heißen Wasser gefischte Bockwurst. Es geht nämlich (fast ausschließlich) um fleischliche Gelüste und um genau zu sein: Es geht um die Wurst. Wie immer an dieser Stelle leiten wir das Heft mit investigativem Exklusivmaterial ein.
Und da fangen wir mit der Namensgebung an. Frankfurter, Wiener oder Krakauer sind jedem geläufig, aber was ist mit den exotischeren, weniger bekannten Wurstspezialitäten? Wir stellen einige vor.

Helsinkier

In Finnland ist es meist recht frisch und bei Temperaturen, die uns eiskalt vorkommen, geht man dort erst mal raus aus der Sauna zum Abkühlen. Kein Wunder, dass alle dort einen ziemlich schrägen Humor haben und 80 % ihrer Zeit damit verbringen, Hochprozentiges in sich reinzukippen und Kaurismäki-Filme zu schauen. So haben findige Hauptstädter aus der Not eine Tugend gemacht und die schmackhafte Rentier-Wurst direkt in den Wodka versenkt, denn erstens würden die Temperaturen dort sowieso niemals zum Erhitzen der Wurst reichen und zweitens konserviert Alkohol bekanntlich. Zum Fest ein beliebtes Mitbringsel bei Weihnachtsmanngesellenabenden.



Melbourner

In Down Under ticken die Uhren anders, selbst die Jahreszeiten sind dort total verkehrt. Und so ist bei der Melbourner das eine Ende der Wurst dort, wo sonst eigentlich das andere Ende wäre, was natürlich alles auf den Kopf stellt. Wegen dieses extravaganten Features ist die Wurst auch nur in Europa beliebt und entsprechend teuer, während es den Melbournern ziemlich Wurst ist. Sie kennen es eben nicht anders. Der Geschmack (Ingredienzen: 50 % Känguru, 30 % Opossum, 20 % Foster’s) ist
dagegen über jeden Zweifel erhaben.



Leverkusener

Das kleine Städtchen in der Nähe von Köln hat nicht nur Fußball zu bieten, denn neben dem langjährigen Tabellenzweiten hat der Mayer-Konzern noch einen anderen Exportschlager parat – eine Wurst zu 100 % aus eigener regionaler Herstellung. Artgerecht gelagertes E274, frisches Carbonitrosulfonat und fein abgeschmeckte Acetylsäuren werden zu einem Premiumprodukt allererster Güte verarbeitet und in einer geschmackvollen Geschenkbox mit 82-seitigem Rezept ausgeliefert. Dazu fein püriertes Aspirin und eine Prise Paracetamol – eine Delikatesse.



Mailänder

In der norditalienischen Metropole dreht sich alles um die Mode und so ist es kein Wunder, dass auch die Wurst immer en vogue sein muss. Zweimal im Jahr gibt es neue Pellenkollektionen, die der High Society in einer Luxusmetzgerei in der Strada di Gucci präsentiert werden. Bereits Wochen im Voraus wird in einschlägigen Modemagazinen (Wurst Weekly, Bella Salsiccia) darüber gerätselt, was der Trend für die kommende Saison sein könnte. Für Herbst/Winter 2017/2018 hat überraschenderweise der Nude-Look das Rennen gemacht, wie das hier abgedruckte Paparazzi-Gruppenfoto beweist (von oben: Naomi, Angelica, Hyra, Lyric, Sophia, Martha und Zoe).



Bielefelder

404 – No Connection to Wurst established

 

 

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