Im Domkeller haben sie sich vor 20 Jahren kennengelernt: Sandra Salagoudis, die Wirtstochter, bediente hinter der Theke, Milos Sous bestellte davor brav sein Kinderbier. Immer öfter zog es ihn in den Domkeller am Aachener Hof, und die beiden wurden ein Paar.

Ein Leben als Gastronomen kam ihnen da noch nicht in den Sinn, ein Leben in Aachen auch nicht. Die beiden gingen gemeinsam nach Berlin und arbeiteten zehn Jahre in der kreativen Branche. Als 2008 der Domkeller sein 30-jähriges Salagoudis-Jubiläum feierte, war der Patron bereits schwer erkrankt. Tochter Sandra kam mit Mann und Zwillingsbabys aus Berlin zurück. Was als Zwischenstopp geplant war, veränderte ihr Leben. Nach dem Tod von Michael Salagoudis im gleichen Jahr beschlossen die beiden spontan, den Domkeller zu übernehmen und in Aachen zu bleiben. Dritter im Bunde der Geschäftsleitung wurde Georgios Markakos. Der junge Grieche war zum Maschinenbaustudium nach Aachen gekommen, blieb aber bei seinem „Nebenjob“ im Domkeller hängen. Bereits seit 2005 arbeitete er hier als Betriebsleiter. Unterstützt werden die drei von einem rund 30-köpfigen Team, das mit viel Herzblut, Energie und Seele dabei ist.

Was hat sich verändert?

Sandra ist als Kneipierstochter im Domkeller aufgewachsen. Hier trank sie ihren Kakao mit Sahne und hier feierte sie ihren 18. Geburtstag – damals noch im Discokeller. Was sich verändert hat? Im Grunde nicht viel, resümieren die drei. Nur die Auflagen, denen Gastronomen unterliegen, seien im Laufe der Jahre viel strenger geworden. Der Keller musste schließen und inzwischen gibt es einen Fluchtweg durch das Nachbarhaus, sodass man im Falle eines Feuers aus der oberen Etage des Hauses von 1658 entkommen kann. Milos Sous hat außerdem aus den eher sporadisch stattfindenden Montagskonzerten, die Georgios Markakos eingeführt hat, eine feste Reihe gemacht, ergänzt durch die Hofkonzerte im Sommer.
Zum Jubiläum am 06.01.2018 ab 19:00 Uhr wird wieder kräftig gefeiert. Die Gäste erwarten „Bierpreise wie früher“ (Kinderbier, Wasser, Softdrink 1 Euro), ein Buffet und DJ Ordinary Joe an den Turntables.

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