Der Schauspieler Dwight Frye würde am 22. Februar seinen 119. Geburtstag feiern, wurde aber leider schon im Alter von 44 Jahren abberufen. Gelernter Konzertpianist, spielte er lange Zeit am Broadway hauptsächlich komödiantische Rollen, bis ihm 1931 in Hollywood der Durchbruch gelang – mit einer Nebenrolle, die dann auch wie ein Fluch auf seiner restlichen Karriere liegen sollte.

Er ist aber auch verdammt überzeugend in der Rolle als Renfield, dem psychopathischen Gehilfen von Bela Lugosis Dracula, der gerne Fliegen und Spinnen verspeist. Sein hier zur Schau gestellter irrer Blick und das dazugehörige Grinsen führten aber leider auch dazu, dass der Schauspieler in Hollywood fortan auf ähnliche Rollen festgelegt wurde und keine Chance bekam, seine Vielseitigkeit auf der Theaterbühne auch im Film zu verewigen. Es ist aber trotzdem eine Freude, ihm zuzusehen, auch im zweiten großen Horrorklassiker der Universal-Studios, „Frankenstein“, überzeugt er als Fritz, buckliger Gehilfe des Barons und eigentliches Monster des Films. In der Fortsetzung „Bride of Frankenstein“ (1935) hieß er dann – warum auch immer – Karl und hatte ein noch elaborierteres Make-up, wie der ganze Film den Vorgänger überhaupt facettenreich übertrumpfte.

Hauptrollen hatte er im Kino nur wenige, umso bedauerlicher, da er zum Beispiel in „The Vampire Bat“ (1933) bewies, dass er auch einen ganzen Film tragen konnte, hier dann auch wieder in der Rolle eines Geisteskranken, der auf den schönen Namen Hermann Gleib hörte. Nach seinen großen Erfolgen verlagerten sich seine Engagements in B-Produktionen, nebenher blieb er aber auch dem Theater treu und arbeitete nach Kriegsbeginn sogar noch zusätzlich nachts in einer Flugzeugfabrik. Diese Dreifachbelastung war dann wohl leider zu viel, 1943 verstarb er in einem überfüllten Bus an einem Herzinfarkt. Sein Blick wird bleiben.

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