Jessica Lange – Unseen


Das Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen, kurz KuK, startet dieses Jahr seinen Ausstellungskanon mit den Arbeiten einer außergewöhnlichen Künstlerin. Die Amerikanerin Jessica Lange, die heute auf eine vierzigjährige Karriere als Schauspielerin zurückblickt und sechsmal für den Oscar nominiert war, wird nun endlich auch hierzulande als Fotografin entdeckt. Die Ausstellung „Unseen“ zeigt 132 Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die im Laufe von zwei Jahrzehnten in Europa, Mexiko und den USA entstanden.

Der Titel „Unseen“ nimmt, folgt man den gängigen Rezensionen, Bezug auf Langes persönliche Bescheidenheit in der Annäherung an ihre Sujets. Nicht etwa bis dato Ungesehenes wird abgebildet und ans Licht gezerrt, sondern die Fotografin selbst bleibt unsichtbar, nimmt sich zurück, lässt die Motive im Moment sprechen, statt ihnen notwendigerweise eine Bildsprache oder Kontextualisierung zu oktroyieren. Die Fotografin als bystander, als ergriffene und unaufdringliche Zuschauerin. Jessica Lange selbst drückte es folgendermaßen aus, als sie anlässlich einer Ausstellungseröffnung gefragt wurde, was sie denn in ihren Bildern festzuhalten beabsichtige: „Oh, things I see.“

Interessanterweise stellt Langes fotografisches Schaffen eine Rückkehr zu ihren künstlerischen Wurzeln dar, denn bevor sie 1976 ihr Schauspieldebüt in Dino De Laurentiis’ Film „King Kong“ gab und dafür prompt mit einem Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet wurde, studierte sie in den späten 60er Jahren Fotografie an der Universität von Minnesota. In den 1990er Jahren schenkte ihr ihr damaliger Partner, der im Juli 2017 verstorbene Regisseur und Schauspieler Sam Shepard, eine Leica M6. Das war eine sehr gute Idee von ihm.

Jessica Lange – Unseen, 18.02. bis 08.04.2018
Eröffnung: So, 18.02.2018, 12:00 Uhr
KuK – Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen, Monschau

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