Der Zufall ermöglicht mitunter erstaunliche Begegnungen. Ich habe Dr. Heinz Günther Hüsch kennengelernt, den Mann, der mich gekauft hat. Und meine Mutter. Und meinen Vater. Sowie rund 226.000 deutschstämmige Menschen aus Rumänien. Auch wenn er bei unserem Treffen sagte, dass er nicht uns gekauft hat, sondern unser Ticket in die Freiheit, fühlt es sich trotzdem komisch an, als Kind nur 1.800 Mark gekostet zu haben. Genau vor 50 Jahren, im März 1968, startete der größte Freikauf der deutschen Geschichte. Er endete 1989 nach dem Sturz des Regimes und der Exekution des Diktators Ceaușescu. Erst 20 Jahre später wurde die Geheimhaltung aufgehoben. Dr. Heinz Günther Hüsch, der bis heute als Rechtsanwalt in Neuss arbeitet, informiert und publiziert noch immer zu diesem Thema. Sein Sohn, der ihn als 20-Jähriger zu einigen Treffen nach Rumänien begleitete, lebt in meiner Nachbarschaft in Aachen.

Geheimsache Kanal: Der Auftrag

Dr. Heinz Günther Hüsch war Minister Gerd Ludwig Lemmer 1967 als junger Landtagsabgeordneter der CDU durch seine freche Art aufgefallen. Als Lemmer, der Staatssekretär im Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte, ihn zur Seite nahm, wusste er noch nicht, worauf er sich da einlassen sollte. Lemmer erzählte von Problemen der deutschen Minderheiten in Rumänien und davon, dass Rumänien bereit sei, über Familienzusammenführungen zu verhandeln. Um wen sollte es da gehen? Eventuell um Kriminelle? Und mit wem sollte verhandelt werden? Bislang hatte Anwalt Hüsch nur einmal mit Rumänien zu tun gehabt. Er vertrat einen Mandanten, der Toilettenpapier nach Rumänien exportierte, das es in dem bitterarmen Land nicht zu kaufen gab.
Hüsch ließ sich genau zehn Minuten Zeit für seine Entscheidung, dann stimmte er zu – und garantierte in seiner Funktion als Anwalt vollkommene Verschwiegenheit, auch für den Fall des politischen Scheiterns der Mission. Die „Geheimsache Kanal“, so der Deckname, konnte beginnen.

Deutsche Minderheit in Rumänien

Bereits vor Dr. Hüschs Einsatz hatte der Stuttgarter Rechtsanwalt Ewald Garlepp mit Rumänien über die Freilassung von politischen Gefangenen und über Familienzusammenführungen verhandelt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die deutsche Minderheit in Rumänien enteignet und schikaniert worden, wo nur möglich. Rumänien hatte bis zum 22.08.1944 an der Seite Hitler-Deutschlands gekämpft, um einen Tag später umzuschwenken. Es erklärte dem Deutschen Reich am 23.08.1944 den Krieg, als ein Sieg nicht mehr zu erwarten war. Etwa 70.000 deutschstämmige Menschen wurden nach Kriegsende nach Russland zur Zwangsarbeit verschleppt, andere flohen nach Deutschland und Österreich, von wo sie nicht mehr zu ihren Familien gelassen wurden. Das Rote Kreuz, vormals zuständig für Familienzusammenführungen, hatte sich zurückgezogen. Garlepp schaffte es nur in Einzelfällen, Personen gegen hohe Zahlungen aus Rumänien freizukaufen. Summen von bis zu 40.000 Mark pro Person wurden von reichen deutschen Industriellen bezahlt. In dieser Zeit war beispielsweise auch der deutsche Rockmusiker Peter Maffay mit seiner Familie aus Siebenbürgen nach Deutschland ausgereist. Für die Ausreise zahlte damals eine in den USA lebende Tante 17.000 Dollar.

Dr. Hüsch sollte diese Praxis nun in geregelte Bahnen lenken. Es sollte eine gerechte Lösung für alle Rumäniendeutsche her, nicht nur für solche, die sich den privaten Freikauf leisten konnten.
Bei einem ersten Besuch in Bukarest sollte Dr. Heinz Günther Hüsch ausloten, wer die Verhandlungspartner waren, ob man ihnen trauen konnte und zu welchen Bedingungen die Verhandlungen beginnen könnten. Die Treffen fanden immer im gleichen Hotel in Bukarest statt und immer im gleichen Zimmer. Dieses war laut Dr. Hüsch verwanzt, was sich durch ein verdächtiges Knacken im ausgeschalteten Radio bemerkbar machte. Niemand der Teilnehmer gab sich zu erkennen, jeder der rumänischen Gesprächspartner hatte einen Decknamen. Hüsch lief unter dem Namen „Eduard“, wie er erst später erfahren sollte.
Als Bedingung für den Einstieg in die Geschäfte sollte eine Zahlung von deutscher Seite über 400.000 Mark ohne Quittung an die Rumänen erfolgen. Als man die Summe am Flughafen vor Hüschs Abflug auf 200.000 Mark herunterkorrigierte, stand für ihn fest: Man sollte eine Zusammenarbeit probieren, hier wären wichtige, einflussreiche Geschäftspartner involviert. Er empfahl seinen deutschen Auftraggebern, die Verhandlungen aufzunehmen.

„Eduard“ steigt in die Verhandlungen ein

In den folgenden 22 Jahren sollte es über 313 offizielle Treffen geben, dazu noch 1.000 inoffizielle. Dr. Hüsch handelte die Summen aus, die pro Kopf bezahlt werden würden. 1970 kostete ein Kind 1.800 DM, 10.000 DM ein Akademiker, 2.900 DM ein Arbeiter. Rentner, egal mit welcher Ausbildung, fielen automatisch auf 2.900 DM zurück. Die Zahlungen wurden dann fällig, wenn Rumänien die Ausreise erlaubt hatte und sich die Neuankömmlinge im Auffanglager Nürnberg registriert hatten. Wer auf die Listen für die Ausreise gelangte, entschied Rumänien.
Regelmäßig kam es bei den Treffen und den Verhandlungen um die zu entrichtende Summe zu Streit: Wer war wie viel wert? War wirklich die angegebene Anzahl an Menschen registriert worden? Immer gab es Differenzen um fehlende Personen. Verhandelt wurde mit der Securitate, dem rumänischen Geheimdienst. Dieser nutzte die Gelegenheit, unter den Flüchtlingen eigene Leute einzuschleusen. Namen tauchten doppelt auf oder gar nicht, und manche Flüchtlinge nutzten auch von sich aus die Gelegenheit, sich abzusetzen und zum Beispiel zu Verwandten in die USA weiterzureisen.
Bei den Verhandlungen, die im längsten Fall 14 Stunden dauerten, konnte es heiß hergehen. Hüsch wurde angeschrien, die Geheimdienst-Mitarbeiter fuhren aus der Haut und schlugen mit der Faust auf den Tisch. Hüsch konnte das nicht aus der Ruhe bringen und er nennt dafür zwei Gründe: seine ruhige Veranlagung als Rheinländer sowie seine Jugend im Krieg.

Prägende Jugend: Eingezogen mit 15

Hüsch, in einem katholischen Elternhaus aufgewachsen – die Familie war mit Kardinal Frings befreundet –, konnte dem Hitlerregime nichts abgewinnen. Er drückte sich vor Besuchen in der Hitlerjugend und sollte in den Jugendarrest. Als 15-Jähriger wurde er in den letzten Kriegsmonaten eingezogen, kämpfte ein halbes Jahr an der Maas und tauchte schließlich bis Kriegsende alleine unter. Er schwor sich in dieser Zeit, dass sich nach dem Krieg etwas verändern müsse. Hüsch wurde gelassener, Gefahren konnten ihn nicht mehr aus der Ruhe bringen. Erst wenn sie vorbei waren, konnte er sich aufregen – oder brauchte Erholung. Das kam ihm bei den Verhandlungen mit den Rumänen zugute.

Eine James-Bond-Pistole und Millionen in der Aktentasche

Zu den Treffen in Rumänien begleitete Hüsch einer seiner Söhne oder sein Schwiegersohn, toughe Jungs um die 20, die ihn vor Kompromittierungen schützen sollten. Bargeld nahm er nach Rumänien nicht mit. War eine Summe für eine Geldübergabe verhandelt, wurde dies aus dem Bundeshaushalt aus dem Topf „Rückführung Deutsche aus dem Ausland“ auf ein Treuhandkonto bei der Commerzbank in Neuss überwiesen. Hüsch, mit einer „James-Bond-Pistole“, der Walther PPK, bewaffnet, holte das Geld persönlich ab und deponierte es in seiner Kanzlei. Laut seinen Angaben passten 6 bis 7 Millionen in einen Aktenkoffer. Die größte Summe, die er einmal bei sich trug, waren 24 Millionen.
Die Geldübergaben erfolgten in Deutschland, Kopenhagen, Rom oder Paris. Das Geld sollte im Westen bleiben, in Rumänien hätte man davon nichts kaufen können. Immer wieder musste Hüsch auch Sonderwünsche erfüllen: Autos mit Spezialausstattung, eine Feuerwehrleiter oder Jagdgewehre für Ceaușescu persönlich. Wiederholt kam es dabei auch zu denkwürdigen Begegnungen. Ein Mittelsmann, der die Jagdgewehre in Paris überreicht bekommen sollte, strandete in Köln. Dr. Hüsch musste einspringen und holte den Mann in sein Haus in Neuss. Dort brachte der Geheimdienstler einem der Söhne von Hüsch, damals um die zehn Jahre alt, im hauseigenen Schwimmbad das Schmetterlingsschwimmen bei.

Hüschs Familie war in den Freikauf involviert und schwieg beharrlich all die Jahre darüber. Seine Frau hielt ihm den Rücken frei und kümmerte sich um die fünf Kinder, und Hüschs Schwester tippte in vielen Stunden Nachtarbeit die Protokolle, die Hüsch nach den Treffen stenografierte. 65 Aktenordner kamen so zusammen, die im Panzerschrank in der Kanzlei gelagert wurden.
Wie sehr die Familie einbezogen war und wie weit der Arm der Securitate reichte, wurde deutlich, als es einmal morgens um 7:30 Uhr an der Tür der Hüschs klingelte. Ein Spion der Securitate war in Deutschland verhaftet worden, Hüsch wurde gebeten, ihn sofort zu befreien. Dies war natürlich so schnell nicht möglich, und so wurde erst einmal am Küchentisch Kaffee getrunken. Innerhalb weniger Wochen gelang es Hüsch jedoch, mit Rumänien eine Vereinbarung zu treffen: Der Mann wurde gegen 200 Härtefälle eingetauscht, die im Gegenzug die sofortige Einreiseerlaubnis nach Deutschland bekamen.

„Illegale Flucht“ und Versuche, die Papiere zu bekommen

Zeitgleich versuchten in Rumänien tausende Menschen – so auch meine Eltern – seit Jahren, „die Papiere“ zu bekommen. Mein Vater, ein gut ausgebildeter Akademiker, arbeitete ohne Aussicht auf Veränderung unter schlimmsten toxischen Bedingungen in einer Chemiefabrik. Eine Zukunft konnte er in dem Land nicht ausmachen, zudem spitzte sich die politische Lage immer weiter zu. Man wurde abgehört und bespitzelt und es gab immer weniger Lebensmittel. Die Chance, etwas zu ändern, bot sich, als er einen Besucherpass für Deutschland erhielt – natürlich würde er nicht zurückkommen.
Was meine Eltern damals nicht wussten: Damit war eine Ausreise von meiner Mutter und mir (zwei Jahre alt) ausgeschlossen, denn Rumänien wertete diese Art der „Ausreise“ als „illegale Flucht“ und Landesverrat. Die Familien der „Illegalen“ sollten niemals die Papiere und einen der begehrten Listenplätze in die Freiheit bekommen. Mehrfach wurde meine Mutter bei der Securitate vorgeladen, um ihr diese Information unmissverständlich klar zu machen. Eine Rückkehr zur Familie war für illegal nach Deutschland Ausgereiste ebenfalls unmöglich – in Rumänien wartete das Gefängnis auf sie.

Die Legalisierung von „Illegalen“

Kontakt zu den deutschen Minderheiten in Rumänien hatte Rechtsanwalt Hüsch nicht. Da vollkommene Geheimhaltung gefordert war, durfte er nirgends in Erscheinung treten. In seiner Funktion als Bundestagsabgeordneter verfügte er jedoch über genaue Informationen, die andere nicht hatten. So war ihm, der in direktem Kontakt zum Bundeskanzler – die „Geheimsache Kanal“ überdauerte vier Kanzler – und zu Ministern stand, auch zu Ohren gekommen, dass sich vermehrt verzweifelte Angehörige an Kanzler Schmidt und Außenminister Genscher mit der Bitte wandten, etwas für ihre Familien zu unternehmen und bei der Familienzusammenführung zu helfen. Hüsch setzte es sich zur persönlichen Aufgabe, eine Lösung für „Illegale“ zu finden, sodass auch deren Familien eine Ausreisegenehmigung erhalten konnten.

Doppelte Bezahlung

Die Betroffenen wussten davon natürlich nichts. Ebenso wenig war ihnen bekannt, dass Deutschland ein „Kopfgeld“ für jeden Ausreisenden bezahlte. Natürlich sprach sich herum, dass in einem korrupten Land wir Rumänien mit ausländischem Geld einiges zu erreichen war. Und so versuchte weiterhin jeder selbst, seine Ausreise irgendwie zu forcieren.
Auch mein Vater setzte in Deutschland alle Hebel in Bewegung, lieh sich Geld von Verwandten und Freunden und Bekannten von Verwandten. Ein Mittelsmann zog los, um meine Mutter und mich freizukaufen – ohne Erfolg. Die Geldübergabe scheiterte und der Mittelsmann kehrte mit dem Geld nach Deutschland zurück. Andere sollten noch weniger Glück haben und verloren ihr Geld an organisierte Banden, ohne dass ihre Familienmitglieder aus Rumänien ausreisen konnten. All dies war Dr. Heinz Günther Hüsch bekannt. Einschreiten konnte Deutschland bei diesen Machenschaften jedoch nicht. Natürlich bestritt Rumänien diese Praxis und man wollte die laufenden Verhandlungen nicht gefährden.
Schließlich verbuchte Hüsch doch noch einen Erfolg im Fall der „Illegalen“ und ihrer Familien. Sein Vorschlag: In Deutschland sollten sie die rumänische Staatsbürgerschaft abgeben; ein Kopfgeld würde nachträglich für sie entrichtet. Rumänien war einverstanden und sicherte zu, auch die Familien nach und nach ausreisen zu lassen. Dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass auch meine Mutter und ich im Dezember 1975 fast zwei Jahre nach meinem Vater ausreisen konnten.

Das Ende der Geheimsache Kanal

Nach 1980 spitzte sich die Lage in Rumänen noch einmal dramatisch zu. Staatschef Ceaușescu war inzwischen einem absoluten Größenwahn und Personenkult verfallen, während er sein Volk hungern ließ. In Bukarest wurde 40.000 Menschen der Wohnraum enteignet und Teile der historischen Altstadt wurden abgerissen, damit sich der Diktator mit dem größten Parlamentspalast der Welt ein seltsames Denkmal setzen konnte. Er, der damit geprahlt haben soll, „Juden, Deutsche und Öl sind unsere besten Exportgüter“, hatte sich und seine Mittelsmänner nur selbst bereichert und den Menschen im Land inzwischen jegliche Existenzgrundlage genommen.
Dr. Heinz Günther Hüsch hatte im Jahr 1988 noch einen Fünfjahresvertrag mit Rumänien abgeschlossen. Man ging zu diesem Zeitpunkt noch von bis zu 200.000 Menschen aus, die das Land verlassen wollten. Zudem wurden große humanitäre Hilfsaktionen für die Menschen im Land geplant, denen es an allem mangelte. Im Jahr 1988 gab es ein direktes Gespräch zwischen Dr. Hüsch und Ceaușescu, bei dem über ein persönliches Treffen mit Kanzler Kohl verhandelt wurde. Dazu sollte es nicht mehr kommen. 1989 kam es zur Revolution, in deren Folge Ceaușescu und seine Frau Elena in einem kurzen Schauprozess verurteilt und anschließend erschossen wurden. In den folgenden Wochen verließen bis zu 130.000 deutschstämmige Menschen fluchtartig und in Panik das Land.
Die „Geheimsache Kanal“ war abgeschlossen. In einem fünf Aktenordner umfassenden Bericht fasste Hüsch noch einmal alles zusammen, dann herrschte 20 Jahre Stille zu dem Thema. Im Jahr 2008 fiel dann bei einer Besprechung zum Thema Rumäniendeutsche der Name Hüsch, was zu allerlei Spekulationen in der Presse führte. Dr. Hüsch bat daraufhin den damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble, sich öffentlich äußern zu dürfen. Der Bitte wurde 2009 stattgegeben.
Bis heute ist das Interesse von Betroffenen und Presse an den Freikäufen und deren Hintergründen ungebrochen. Filme, Bücher und Reportagen sind sowohl auf deutscher als auch auf rumänischer Seite entstanden. Dr. Hüsch selber veröffentlichte 2016 ein Buch zum Thema „Wege in die Freiheit: deutsch-rumänische Dokumente zur Familienzusammenführung und Aussiedlung 1968-1989“ und kommt aus Überzeugung immer noch der Aufgabe nach, mit Betroffenen zu sprechen.

Text & Fotos: Birgit Franchy

Hier geht’s zum Interview mit Dr. Heinz Günther Hüsch

Dr. Heinz Günther Hüsch, Rechtsanwalt

geb. 13.06.1929 in Karken; verheiratet, fünf Kinder
1944/1945 Kriegsdienst
1949 Abitur
1956 Gründung Rechtsanwaltskanzlei Dr. Hüsch
Ab 1956 53 Jahre Mitglied des Stadtrates von Neuss
1966-1976 Landtagsabgeordneter NRW
1976-1990 Deutscher Bundestag
U. a. Vorsitzender des Vermittlungsausschusses und des berühmt gewordenen Untersuchungsausschusses „Neue Heimat“, stellv. Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und des Rechtsausschusses.
Zahlreiche Aufträge für besondere Angelegenheiten der Dritten Welt.
Von März 1968-1990 anwaltlicher Verhandlungsführer in Sachen „Familienzusammenführung“
Rückführung von mehr 210.000 deutschstämmigen Menschen aus dem kommunistischen Rumänien in die freie westliche Welt.
Umfangreiche ehrenamtliche Tätigkeiten im sportlichen, kirchlichen, karitativen und heimatlichen Bereich.
Autor und Schriftleiter von zahlreichen juristischen, politischen und geschichtlichen Veröffentlichungen.
Verfasser von Textbüchern für 80 Rundfunksendungen.

Hintergrund: Rumänien und die deutschen Minderheiten in Zahlen

12. Jahrhundert: Ein Landstrich südlich der Karpaten wird von Deutschen besiedelt, den Siebenbürger Sachsen. Sie gründen Siebenbürgen (Transsilvanien).

17. Jahrhundert: Die deutstämmigen Banater Schwaben gründen das Banat. Beide Gebiete gehörten vor dem Ersten Weltkrieg zu Ungarn und nach dem Ersten Weltkrieg zu Rumänien. Hier lebten zu der Zeit ca. 760.000 deutschstämmige Menschen.

Zweiter Weltkrieg: Rumänien kämpft bis zum 22.08.1944 an der Seite der Deutschen.
Am 23.08.1945 erklärt Rumänien Deutschland den Krieg. Ab jetzt sind die Deutschen im Land „Kollaborateure Hitlers“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg: Ende Januar 1948 werden in Rumänien noch rund 345.000 Menschen deutscher Volkszugehörigkeit registriert. Viele sind nach dem Krieg geflohen oder in die Sowjetunion verschleppt worden (70.000) oder konnten aus dem Krieg nicht zu ihren Familien zurückkehren.

Von 1965 bis 1989 baut Staatschef Ceaușescu die stalinistische Diktatur in Rumänien zu einem nationalkommunistischen Terrorregime auf. Der Großteil der deutschstämmigen Menschen will Rumänien dauerhaft verlassen.

März 1968 bis Dezember 1989: Dr. Heinz Günther Hüsch verhandelt für die deutsche Bundesregierung den Freikauf von ca. 226.000 Rumäniendeutschen.

Über eine Milliarde DM wird bezahlt, die genaue Summe kennt vermutlich nur der Anwalt Dr. Heinz Günther Hüsch, der die Verhandlungen führte und den Freikauf persönlich durchführte. Die genaue Zahl möchte er nicht nennen.

1989: Rumänische Revolution und Exekution Ceaușescus. Zwischen 110.000 und 130.000 Deutschstämmige verlassen „fluchtartig, in Panik das Land“.

2007: Beitritt in die EU

2013: Von ehemals fast 800.000 Rumäniendeutschen leben noch ca. 36.000 in Rumänien.

2014: Klaus Werner Johannis, ein Siebenbürger Sachse, wird Präsident. Er verschreibt sich u. a. dem Kampf gegen die Korruption.

Rumänien zählt nach Bulgarien zum zweitärmsten Land in der Europäischen Union und zu den zehn ärmsten Ländern in Europa.

zurück Gravieranstalt – neue Kulturlocation in Aachen
weiter Der große Kiosk-Report Nummer 2: Kennedy Kiosk