USA 2018 | Regie: Nicolai Fuglsig, Darsteller: Chris Hemsworth, Michael Shannon, Michael Peña, Navid Negahban, 130 Min., Start: 08.03.
Zu den Megahits des Hollywood-Produzenten Jerry Bruckheimer zählen Kracher wie „Top Gun“, „The Rock“ und „Con Air“. Wenn Bruckheimer den Kampfeinsatz der US-Spezialeinheit verfilmt, die nach 9/11 als Vorhut im Krieg gegen Al-Qaida auflief, kann man eins sicher nicht erwarten: einen Antikriegsfilm. Nein, „Operation: 12 Strong“ kommt als Actionabenteuer daher, in dem ein dreckiges Dutzend vaterlandstreuer Amis auf Pferden durchs afghanische Hinterland reitet. Bis in einzelne Einstellungen hinein gemahnt die Parade extrem an den 80er-Klopper „Rambo III“, in dem Stallone mit den Taliban gegen die Russen kämpfte. Inzwischen sind die Taliban natürlich böse, doch es gibt auch die gute Nordallianz. Deren Anführer geleitet den verwegenen Kampftrupp um Chris Hemsworth („Thor“) zu feindlichen Stellungen. Auf dem Regiestuhl debütierte der dänische Werbefilmer Nicolai Fuglsig, der einen ähnlichen Stil wie Michael Bay an den Tag legt. Lassen muss man Fuglsig, dass die geerdete Action im Genrekontext gut reinhaut. Vor dem Hintergrund des wahren Afghanistankonflikts ist das heroische Geballer aber ebenso fehl am Platz wie der dreiste Patriotismus. Besonders bei der stumpfen Zeichnung des Oberfieslings – aber auch sonst – verwundert der Film mit seiner völlig unzeitgemäßen Art. Folgt auf die reaktionäre Macho-Action der Reagan-Ära nun das digitale Pendant im Zeichen des Trump?

OPERATION: 12 STRONG Trailer German Deutsch (2018)

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