„Ene Mene Mopel“ – wer sich den Namen von Helge Schneiders aktueller „Tournee durch die Konzerthäuser Mitteleuropas“ auf der Zunge zergehen lässt dürfte recht zügig feststellen: Der ergibt wenig Sinn.

Unter diesem Motto soll der Abend des 6.3. im Eurogress dann auch stehen, der in der Aufwärmphase erst einmal mit einer gehörigen Portion mehr oder minder liebevoll gemeinter Boshaftigkeiten über Aachen, „die interessanteste Stadt Europas“, beginnt.

Die totale Sinnfreiheit nimmt ihren Lauf. Es gibt Lieder und Lach- und Sachgeschichten über diverse Tiere, Fleischfachverkäuferinnen, die wahre Herkunftsgeschichte seiner Nebelmaschine (Louis Armstrong, Tina Turner und PUR spielen entscheidende Rollen), das vermeintliche Treffen mit Jazz-Größe Duke Ellington im Berlin der 70er-Jahre – um nur ein paar Höhepunkte des Abends zu nennen.

Helge Schneider wäre allerdings vermutlich nicht Helge Schneider, würde er all diese Anekdötchen lediglich erzählen. Denn natürlich gibt es zu jeder Geschichte eine Grimasse, eine spezielle Gestik und, quasi obligatorisch, einen Ton. Mindestens einen, denn nicht nur Schneiders Bühnenkollegen Rudi Olbrich am Kontrabass und Peter Thoms am Schlagzeug sind hervorragende Musiker. Auch er selbst hantiert äußerst virtuos und nicht selten unorthodox, aber immer höchst leichtfüßig an Klavier, Vibraphon, Panflöte, Cello, Gitarre und Saxophon herum.

Zwischendurch gelingen ihm wiederholt kleine Spitzen und Witzchen über besagte Bühnenkollegen – so muss Olbrich für diverse Kommentare über sein Alter den Kopf hinhalten, während die Herkunft von Thoms’ Schlagzeug mit der Zeitschrift Yps in Verbindung gebracht wird …

Schneider schafft es spielend leicht, sein charmant verpacktes Potpourri aus vielen Klassikern („Es gibt Reis, Baby (Schüttel Dein Haar)“, „Katzeklo“, …), ein paar neuen Gags und dem einen oder anderen spontan inszenierten Unsinn an den Mann zu bringen, das Publikum ist durchweg begeistert vom 62-Jährigen.

Dabei ist es letztlich weniger der Inhalt des Programms, der die Menschen im Eurogress, beziehungsweise der „Stadthalle, oder was auch immer das hier sein soll“, zum Johlen und Kreischen bringt – es ist die liebenswerte, naiv-überzeichnete Art und Weise, wie Helge Schneider es präsentiert. Und genau das macht einen wirklich guten Clown aus.

Text & Fotos: Greta Arntz

 

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