Mein erster Gedanke bei einer Kolumne zum Thema Wetter waren ja die schönsten Gewitter in Horrorfilmen, aber da gibt es viel zu viele und irgendwie sind die auch alle schön. Glücklicherweise fiel mir dann aber gleich auch noch ein anderer schöner Film ein, der das Wetterphänomen sogar im deutschen Titel trägt: „Das jüngste Gewitter“ (Roy Andersson, 2007) ist der Mittelteil der Trilogie des schwedischen Regisseurs zum Thema „Leben“ und, obwohl alle drei Teile grandios sind, mein Favorit. Das Stilmittel, seine mit oft alltäglichen, aber nicht selten absurden Problemen kämpfenden Protagonisten in aufwendig durchkomponierten Tableaus mit langen Kamera-Einstellungen zu positionieren, ist Andersson hier mit besonderer Finesse gelungen. Außerdem gibt es gleich mehrere wundervolle Traumsequenzen – am besten aber demnächst bei schlechtem Wetter gleich die ganze Trilogie schauen!
So wie es in erstgenanntem Film nur ein Gewitter gibt, regnet es in „The Rain People“ (Francis Ford Coppola, 1969) auch nicht ständig – zumindest gefühlt weniger als in Aachen. Der Titel dient aber nicht nur als Metapher, sondern beschreibt auch gut die elegische Stimmung der Figuren. Coppolas erster Beitrag zum „New Hollywood“ steht ein wenig im Schatten des im selben Jahr erschienenen „Easy Rider“, das Roadmovie über eine Hausfrau voller Selbstzweifel, die auf ihrer Reise unter anderem einen nach einem Unfall geistig behinderten Footballspieler trifft, ist aber unbedingt einen Blick wert.

In Sachen Aprilwetter ist es ja gut denkbar, dass es auch noch mal schneit – und keine Nation kann im Schnee so schön inszenieren wie die Japaner. Als Beispiel sei hier nur einmal „Lady Snowblood“ (Toshiya Fujita, 1973) genannt, da die von der bezaubernden Meiko Kaji gespielte Titelfigur den Schnee auch im Namen trägt und der zentrale
Schwertkampf inmitten weißer Flocken eine dieser magischen Szenen ist, die man so schnell nicht vergisst – Tarantino hat sie dann in „Kill Bill“ 30 Jahre später noch einmal fast identisch nachgedreht. Kann man schon machen.

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