Das Kulturfestival X geht mittlerweile in die dreizehnte Runde und wie in den Jahren zuvor bietet es auch 2018 einen vielschichtigen Mix aus Konzert und Lesung. Geographisch liegt der Schwerpunkt dieses Jahr in Alsdorf. Man rotiert eben so durch die Region, damit auf lange Sicht keine Gemeinde zu kurz kommt. Das Programm richtet sich in zweifacher Hinsicht an ein breites Publikum. Zum einen dürfte bei der gegebenen Vielfalt für jeden etwas dabei sein, zum anderen liegen die Ticketpreise durchgehend bei 3,50 Euro pro Veranstaltung, wodurch gewährleistet werden soll, dass auch Familien oder Geringverdiener in den Genuss der Darbietungen kommen.

Zum Credo des Festivals gehört, dass das Niveau der Veranstaltungen durchgängig hoch ist. So ist es letztlich Geschmackssache, ob man sich für eine Lesung von Rocko Schamoni nebst musikalischer Begleiterscheinungen erwärmt (28.04., Talbahnhof, Eschweiler) oder für das flirtende Sextett Hildegard lernt Fliegen (01.06., Energeticon, Alsdorf). Und auch wenn Bandnamen wie Muttis Kinder (13.07., Katholische Kirche St. Johann Baptist, Simmerath-Lammersdorf) oder Brothers of Santa Claus (23.06., Couvenhalle, Aachen) sich erst einmal so anhören, als könne man die Acts nicht wirklich ernst nehmen, so verbergen sich dahinter doch gestandene Performer und das Antesten lohnt in jedem Fall.

Einige Tipps für alle, denen mit einer konkreten Empfehlung geholfen ist:

Kovacs

Auf Sharon Kovacs darf man sehr gespannt sein. Die Niederländerin konnte mit „My Love“ von ihrem Debütalbum „Shades of Black“ in ihrer Heimat bereits einen kleinen Hit landen und bastelt sukzessive an dem, was in nicht allzu ferner Zukunft zu einer Weltkarriere werden könnte. Musikalisch mal bitter, mal sweet und irgendwo zwischen Soul, modernem Rhythm & Blues und Pop verhaftet, ordnet man Sharon Kovacs als veritable Diva, die sie ist, am besten gleich ins selbe Fach wie Amy Winehouse und Sade ein und macht sich über die Musikrichtung weiter keine Gedanken. Sehens- und hörenswert.
Fr, 18.05.2018, Stadthalle Alsdorf

Kat Frankie. Foto: Sabrina Theissen

Kat Frankie & Band – The Evening Lights

Die gebürtige Australierin und Wahlberlinerin hat bereits vier Alben unter dem Gürtel. Mit „Please Don’t Give Me What I Want“ erregte sie 2012 viel Aufmerksamkeit. Danach folgten zahllose Auftritte und unter anderem eine Zusammenarbeit mit Emo-Rapper Clueso, dessen Single „Wenn du liebst“ durch Kat Frankies unprätentiöse Art zu singen und ihren subtilen Akzent viel an Charme und Authentizität gewann. 2018 hat sie nun ihr brandneues Album „Bad Behaviour“ im Gepäck. Und sie rockt! Ein Hit ist indes nicht nur Kat Frankie, sondern auch die Location. Erst vor kurzem erwachte die Couvenhalle der RWTH aus einem Dornröschenschlaf; zumindest in ihrer Eigenschaft als Ort öffentlicher Aufführungen.
Fr, 22.06.2018, RWTH Aachen, Couvenhalle, Aachen (Kármánstraße 17-19)

Max Moor – „Lieber einmal mehr als einmal weniger“

Max Moor, hinlänglich bekannt als Moderator der TV-Sendung „ttt – titel, thesen, temperamente“, hat viele Talente. Er ist nicht nur Moderator, Schauspieler, Produzent und Sänger, sondern seit 2009 auch erfolgreicher Buchautor. Damals, vor fast zehn Jahren, beschloss er, aus aus der idyllischen Schweiz auszuwandern und im nicht weniger idyllischen Brandenburg einen Demeter-Hof aufzubauen. Da das alles nicht so glatt lief wie gedacht, er aber trotzdem noch Zeit hatte, darüber zu schreiben, fiel bei dem Unterfangen ein Bestseller mit dem Titel „Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht!“ ab, dem mittlerweile zwei Fortsetzungen folgten. Wer den beliebten Moderator einmal live und in Farbe erleben will und seinen fabelhaften Geschichten lauschen möchte, ist gut damit beraten, sich rechtzeitig Karten zu sichern.
Fr, 08.06.2018, Kulturzentrum Frankental, Stolberg

Das ganze Programm für das Kulturfestival X gibt es unter staedteregion-aachen.de und für die kommenden Ausstellungen im KuK unter kuk-monschau.de.

Die Karten fürs Kulturfestival X sind u. a. erhältlich bei KlenkesTicket im Kapuziner Karree sowie beim Medienhaus am Friedrich-Wilhelm-Platz und in der Dresdener Straße 3.

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