Die Sache mit der Liebe – Premiere „Winterrose“, Grenzlandtheater


Ein Rendezvous klassifiziert sich eindeutig als Katastrophe, wenn auf einmal fünf Frauen gleichzeitig auftauchen und jede gebeten wird, eine Nummer zu ziehen. „Wie beim Einwohnermeldeamt!“, entrüstet sich Elisabeth, eine jung gebliebene Frau Ü50, die weiß, was sie will. Rentner Anton möchte lieber weiter in seiner Zeitung lesen und das Paarungsverhalten der Enten – er kennt sie alle beim Namen – beobachten. Ein kurioser Liebesreigen beginnt.

Über 100.000 Ehen, bei denen ein Partner über 50 war, wurden nach Statistischem Bundesamt im Jahr 2016 geschlossen. Das sind zwei Drittel mehr als im Jahr 2000. Auch das Zentrum für Altersforschung verzeichnet mehr Partnerschaften in der zweiten Lebenshälfte als je zuvor. Das neue Stück des Grenzlandtheaters greift ein aktuelles Thema auf und gibt Einblicke in eine Lebenssituation, mit der sich viele Menschen identifizieren können. „Winterrose“ wurde als Gemeinschaftsprojekt des Schauspielerehepaars Christa und Agilo Dangl in Zusammenarbeit mit ihrem Sohn Michael Dangl geschrieben und uraufgeführt. Unter Regie von Udo Schürmer feierte das Stück nun am 25. April in Aachen Premiere. Die Komödie erzählt die Geschichte von Elisabeth – gespielt von Verena Wengler –, die sich unter dem Pseudonym Winterrose mit Männern verabredet, welche sie in Zeitungsannoncen kennenlernt. Jeden Mittwoch beobachtet sie mit einem Fernglas im Vorfeld, wie die Kandidaten sich am Treffpunkt einfinden – und kommentiert dabei ebenso lautstark wie schonungslos ihre ersten Eindrücke und gibt Anekdoten vorheriger Treffen preis. Während ein junger Gärtner (Gabriel Spagna) ihren Erzählungen gerne zuhört und sie durch seine ganz eigenen Weisheiten ergänzt, ist Rentner Anton (René Toussaint) sichtlich genervt von der schillernden Elisabeth.

Wie funktioniert das mit der Liebe im Alter? Und wie kann man dem Schicksal ein wenig nachhelfen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich „Winterrose“ auf unterhaltsame Weise anhand von drei sehr unterschiedlichen Charakteren, die gleichermaßen sonderbar wie liebenswert sind und alle ihre Ecken und Kanten haben. Das minimalistische Bühnenbild lenkt die Aufmerksamkeit direkt auf die Figuren sowie deren Interaktion und lässt sie ganz im Zentrum der Handlung stehen. Anhand der Schilderungen Elisabeths über diverse Männer, die wir nur durch ihre Erzählungen kennen, lernen wir im Laufe des Stücks viel über die Bedürfnisse und Ängste dreier Menschen, die wie aus dem Leben gegriffen scheinen. „Elisabeth ist eine sehr lebensfrohe und lebensbejahende Person“, erzählt Udo Schürmer. „Sie bildet einen Kontrast zu Anton, der eigenbrötlerisch und zurückgezogen lebt. Daneben steht dann noch ein junger Mann, der von den beiden lernt.“ Eine „zarte Liebeskomödie mit melancholischen Untertönen“, so Schürmer, in der sich jeder wiedererkennt.

Tickets gibt es unter 0241 4746111 sowie unter www.grenzlandtheater.de und an allen bekannten VVK-Stellen.

Termine:

25.04. – 27.05.2018 Grenzlandtheater Aachen
28. & 29.05.2018 Alsdorf, Stadthalle
30. & 31.05.2018 Stolberg, Kulturzentrum Frankental
01.06.2018 Baesweiler, Gymnasium
02.06.2018 Monschau, St. Michael-Gymnasium
03.06.2018 Eupen, Kulturzentrum Jünglingshaus
04.06.2018 Eschweiler, Städtisches Gymnasium
05.06.2018 Herzogenrath, Europaschule
06.06.2018 Düren, Theater Düren
07.06.2018 Schleiden-Gemünd, Großes Kurhaus
08.06.2018 Jülich, Stadthalle

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