Ohne App und doppelten Boden: Endstation Mariaweiler

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Eine Art Haus

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„Und plötzlich ist deine Küche in 60 Ländern zu sehen“

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Eins mal vorweg: Ich wollte nicht nach Mariaweiler. Aber ich war dort. Wohin ich wollte, das war Morschenich. Dort bin ich allerdings nicht gewesen. Und das kam so.
Oder sollte ich erst einmal erzählen, warum ich nach Morschenich wollte? Ich hatte mir gedacht, ich könnte meinen Ausflug zu einer Endstation des AVV nutzen, um in diesem kleinen Ort vorbeizuschauen, der dem Tagebau Hambach zum Opfer fallen soll. Ich wollte mir ein Bild davon machen, ob bereits alle Menschen umgesiedelt wurden und vielleicht auch noch einmal beim Hambacher Forst vorbeigehen. Ich hatte jedoch nicht geahnt, dass diese Endstation so weit am Ende liegt, dass sie dank meiner Planungsinkompetenz, was Reisen anbelangt (ja, 38 Kilometer sind eine „Reise“), für mich an diesem Samstag unerreichbar bleiben sollte.
Und das kam so.

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Eher dick oder dünn, knusprig oder weich, stark gesalzen oder nicht, ausgebacken in tierischem oder pflanzlichem Fett – für die 150 Kritiker, die bei der Frittenrallye anlässlich 25-Jahre-Slowfood fünf Frittenbuden im Dreiländereck bewerten mussten, gab es viel zu bedenken. Entschieden hat letztendlich der Geschmack. Und das Ergebnis war eindeutig. In jeweils drei Kategorien konnten sich …

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Ein Ausstellungsbesuch ist an sich immer schon eine Anregung für die Sinne, aber die Sichtung des dazugehörigen Büchertischs ist in vielen Fällen ein Augenschmaus für sich. Die ergänzenden Titel zu „Mythos Tour de France“ im kleinen, aber feinen Kunstbuch-Shop des NRW-Forums bieten eine spannende Auswahl an Werken zum Thema (Fahrrad-)Fahren. Zu nennen wäre das Magazin „Curves“ (nein, nicht was man unwillkürlich denkt, sondern Aufnahmen von Bergpässen und Kurven mit Roadmovie-Geschichten), der Bildband „Mountains“ mit fantastischen Fotos des Fotografen Michael Blann oder das „Cycling Scrapbook“ des Designers und passionierten Radfans Paul Smith, dessen eigene Rennfahrerkarriere im Alter von 17 Jahren durch einen schweren Unfall beendet wurde.

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St. Elisabeth ist keine Kirche mehr, sondern gilt seit ihrer Entwidmung 2016 als „normaler Ort“. Ganz „normal“ hat sie sich dennoch nicht entwickelt. Nach dem spektakulären Projekt „Hotel Total“, das deutschlandweite Aufmerksamkeit erregte, wollte Investor Norbert Hermanns aus dem besonderen Ort wieder etwas ganz Besonderes machen. „Digital Church“ heißt das neue Kind und hat mit einer Church nur das Aussehen gemein. Oder vielleicht auch nicht, denn hier kann voll und ganz unserer neuen Religion gehuldigt werden: der Digitalisierung.

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Als sie gefoltert wurde, gab sie sich besonders störrisch und bereitete den Folterknechten „viel Mühe“. Vermutlich, weil sie – der schwarzen Magie angeklagt – nicht gestehen wollte, wurde sie bei lebendigem Leibe verbrannt. Die Rede ist von einem namenlosen 13-jährigen Mädchen, das in Aachen 1649 als letzte Hexe auf den Scheiterhaufen geworfen wurde. Was sie verbrochen hat und welchen Zauber sie vollzogen haben soll, ist nicht überliefert. Bekannt ist nur, dass sie zu einer „vagabundierenden Sippschaft“ gehörte und „ruchlose Eltern“ hatte. Vielleicht ging es um Mord, vielleicht um den Verkauf von Zaubermitteln, vielleicht um die Angst vor Fremden.

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Gute, saubere und faire Lebensmittel aus der Region genießen und bekannt machen – das ist das Ziel von Slow Food. 1986 wurde die Initiative in Italien als Gegenpol zum immer populärer werdenden Fast Food ins Leben gerufen, 1992 entstand in Deutschland der erste Verein außerhalb Italiens. Inzwischen hat Slow Food Deutschland 14.000 Mitglieder, die Ortsgruppe Aachen zählt 100.
Jetzt läd die Gruppe zur Frittenrallye ein!

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Der Fahrradkurier 2.0: Warentransporte mit Logistikkonzepten und Elektromobilität
Kurierdienste per Fahrrad können auf eine Tradition zurückblicken. Um 1900 gehörten sie zum normalen Stadtbild, noch bevor Autos große Popularität erlangten. Heute erleben sie eine Renaissance. Wir sprachen mit Jörg Albrecht von CLAC über die neuen Ansätze seines Lieferdienstes und die Anforderungen der Zeit.

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Was ist ein Haus? Ein Ort, dafür geschaffen, Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten. Eine Behausung. Ein Ort zum Leben, im besten Fall ein Ort, wo man sich wohl- und zu Hause fühlt. Und eine Art Haus? Das ist ein Gebäude, das zwar gewisse Ähnlichkeiten mit einem Haus aufweist, bei dem aber einiges anders ist.

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17. Juni, Tag der offenen Gesellschaft. In ganz Deutschland sollten Tafeln gedeckt werden, um die Demokratie mit Freunden und Fremden zu feiern und zu diskutieren – und wobei sollte das besser gehen als bei einer gemeinsamen Mahlzeit? Eine schöne Idee, dachte ich und begab mich auf die Suche. An zehn Orten wurde in Aachen zu …

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Danyi und ein Dude erwarten mich am frühen Abend auf der Festerbank vor dem Ladenlokal Viktoriastraße 86. „Willst du ein Bier?“ – nein, ich bin ihm Dienst – aber es geht entspannt zu bei diesem Termin, das wird sofort klar. Für unser Gespräch nehmen wir in einem Tattoostudio Platz, das hinter „Shop the Gallery“ liegt, …

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Offene Gesellschaft für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt „Wir haben einfach keine Zeit, immer nur dagegen zu sein“, lautet der Leitspruch der bürgerschaftlichen Initiative „Die offene Gesellschaft“, die sich in Berlin gebildet hat. Ziel ist es aktiv, überlegt und entschieden einzutreten für die Demokratie. Als sichtbare Aktion wurde die Dabattenreihe „Welches Land wollen wir sein“ initiert. …

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Aachen ist natürlich der Nabel der Welt, und oft genug zieht man hier Vergleiche zu Berlin. Judith Schmitt, die im Organisationsteam von le bloc sitzt, gibt sich dagegen bescheiden, wenn sie Kölns größtes Mode- und Designfestival vorstellt. Am 10. Juni geht le bloc in die nächste Runde: 50 Shops, Labels, nationale und lokale Designer verwandeln das Belgische Viertel zwischen Aachener(!) und Venloer Straße in einen riesigen Pop-up-Store.

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„Beer Brothers“, das sind René und Helmut Schwichtenberg, Söhne des letzten Degraa-Braumeisters, aufgewachsen über und im kleinen Stehgraa und ihres Zeichens selber Braumeister mit Leib und Seele. Weil es Braumeister heutzutage in Deutschland schwer haben, hat es beide zunächst nach China verschlagen, denn die Chinesen erfreuen sich an deutscher Bierkultur und entfliehen in Bayrischer Brauhausathmosphäre in eine andere Welt, wo man sich mit Stäbchen an Leberkäs mit Spiegelei versucht und dazu eine Maß Bier kippt, während auf der Bühne die Bayrische Blaskapelle Volksmusik zum Besten gibt.

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Señor Schnu aus Aachen ist im Olymp der Street-Art-Künstler angekommen. Noch bis Ende Mai stellt er in „The Haus“ aus, einem temporären Kunsthappening in Berlin, bei dem 165 internationale Künstler ein altes Bankgebäude mit 10.000 Quadratmetern in ein Kunstwerk verwandeln dürfen. „The Haus“, das im Juni abgerissen wird, erregt weltweit Aufsehen. Trotzdem wird Schnu Ende Mai ausgerechnet ins beschauliche Aachen zurückkehren, um in der Raststätte sein Jubiläum unter dem Motto „10 Jahre Schnummunismus“ zu begehen.

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Es ist kurz vor Ostern. Gelbe und weiße flauschige Puschelküken, winzige Häschen und Insekten aus Pfeifenputzern, bemalte Holz-eier, alte Osterkarten und zig Sorten Weidenkörbchen nebst hölzernem Ostergras und Osterdekotütchen, Osteranhänger und verschiedenste Kuschelhasen hängen, liegen und stehen überall in dem 50 Quadratmeter großen Ladenlokal. Dabei sind Stücke, die es sicherlich nur noch hier zu kaufen …

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Aachen gilt als „Tanzstadt“, es soll Menschen geben, die sich bei der Suche nach einem Arbeitsplatz gezielt unser Städtchen aussuchen, unter anderem weil die Tanzszene hier so ausgepägt sei. In der Tat scheinen gerade die lateinamerikanischen Tänze zu boomen. Wir haben zwei Menschen unterschiedlichen Alters befragt. Ulf, der schon seit vielen Jahren im Sommer die …

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Auf den Spuren von „Toni Erdmann“ in Aachen „Toni Erdmann“, der Überraschungserfolg von Maren Ade, erhielt 2017 eine Oscarnominierung für den besten nicht-englischsprachigen Film und wurde im März sechsmal für den Deutschen Filmpreis nominiert. Gedreht wurde er 2014 unter anderem an verschiedenen Orten in Aachen. Wir durften den Spuren zu einer Location folgen. Wenn der …

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Erstmals sind in einer Ausstellung Originalvorskizzen des Aachener Wandmalers Klaus Paier zu sehen. Zudem zeigt das Ludwig Forum bis zum 01.10.2017 Fotos von 17 Arbeiten, die in den 80er und 90er Jahren entstanden, sowie ein Video aus der Zeit, als Paier noch unerkannt bleiben wollte.

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Saftige Tomaten, Zucchini, Sellerie, Rote Bete, Frühlingszwiebeln und Paprika – was Christian Walter (28) für unser Mittagessen im Wok zu einer schmackhaften Gemüsepfanne zusammenmixt, hat er nicht gerade im Supermarkt oder beim Landwirt seines Vertrauens besorgt – nein, wir haben es am Vorabend aus dem Abfallcontainer eines örtlichen Discounters geangelt und damit davor bewahrt, wie …

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18 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland pro Jahr auf dem Müll. Elf Millionen Tonnen gelten als vermeidbar. Der Endverbraucher ist dabei laut WWF und Verbraucherzentrale der größte Müllverursacher. Rund 82 Kilo Lebensmittel wirft jeder Deutsche im Durchschnitt jährlich weg. In jüngster Zeit bilden sich Organisationen, die – wie die seit 20 Jahren existierenden Tafeln …

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Vier Generationen und 90 Jahre Filmfamilie Stürtz „Mein Bruder ist der Samstag, ich bin der Sonntag“, beschreibt Moritz Stürtz (26) die Arbeitsteilung, die er und sein Bruder Sebastian (29) seit ihrer frühen Jugend im Kinobetrieb der Eltern übernommen haben. Inzwischen führen die beiden Stürtz-Nachfahren die Stürtz-Kinodynastie in der vierten Generation fort. „Wir fragen uns oft, …

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Wenn Supermärkte keine Waren in den Müll werfen würden, würden wir hier nicht übers Containern schreiben. Dass sie aber naturgemäß ein Interesse daran haben, möglichst wenig wegzuwerfen, ist auch klar.

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Unterwegs mit „Foodsharing Aachen“ Einen anderen Ansatz als Aachen containert verfolgt die deutschlandweit agierende Gruppe Foodsharing: Sie holt Lebensmittel direkt bei den Großhändlern und Supermärkten ab, bevor diese überhaupt im Müll landen, und verteilt sie kostenlos über FairTeiler, also an frei zugänglichen Stellen, wo sich jeder bedienen kann. Einen Termin zu bekommen, bei dem ich …

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Oft werden unbedeutende Orte zu Schauplätzen großer Ereignisse, die das Zeug haben, in die Annalen der Geschichte einzugehen. Ein Parkplatz in Würselen zum Beispiel. 40 Teilnehmerteams haben sich am letzten Märzwochenende eingefunden, um ihr Können bei der Wurstfangmeisterschaft zu demonstrieren, das in gleichem Maße Geschick und Disziplin von Herrchen und Hund erfordert.

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