Die letzte Schirmherrin

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Gekaufte Freiheit

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#endcoal – Immerather Dom wird Symbol für Kohleausstieg

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Bei diesem Kinobesuch fallen mehrere Dinge sofort auf und aus der Reihe. In den Kinosaal gelangen nur bis zu 10 Personen auf einmal. Vorher müssen sie durch eine Sicherheitsschleuse und ihren Ausweis abgegeben. Ins Gebäude kommt nur, wer vorher schon namentlich angemeldet ist. Die Besucher werden von behandschuhten Polizeibeamten abgetastet und ein Smartphone darf garnicht …

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Eine neue Spielstätte, die selbst vielen Aachenern unbekannt ist, wurde jetzt auch für das Kulturfestival X entdeckt, nachdem zuletzt die RWTH gemeinsam mit dem Team der Burg Wilhelmstein hier einige Veranstaltungen durchgeführt hatte (z. B. die Lesung von Ronja von Rönne): Mitten in der Stadt befindet sich die Couvenhalle, ist jedoch nicht ganz leicht zu finden, denn sie liegt etwas versteckt hinter dem Gebäude der Philosophischen Fakultät der RWTH Aachen in der Kármánstraße.

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Einst war die Schirmfabrik Emil Brauer einer der großen Schirmproduzenten mit rund 1.000 Angestellten. Das ehemalige Firmengebäude an der Jülicher Straße beherbergt heute das Ludwig Forum. Auf der gleichen Straße, unter der Hausnummer 51, gibt es das 1882 gegründete Unternehmen immer noch. An einem grauen Tag im März mache ich mich zu dieser Adresse auf.

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In den letzten beiden Ausgaben haben wir Knubbens Häusgen und den Kennedy-Kiosk vorgestellt. Dabei haben wir gelernt, dass Kioske samstags um 22 Uhr schließen müssen und auch sonn- und feiertags geschlossen sein müssen. Bevor wir mit der Reihe fortfahren, wollten wir bei der Stadt nachhören, was es für Bestimmungen gibt. Außerdem haben wir die Leserfrage geklärt: Was ist überhaupt ein Kiosk? Rita Klösges vom Presseamt hat uns aufgeklärt.

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Kurz bevor bei der Comiciade in Aachen am 14. und 15. April im Alten Schlachthof den Comics gehuldigt wird, erinnert das Aachener Stadtarchiv an eine denkwürdige Aktion im November 1958. Comics wurden damals als Schundliteratur gesehen, von denen eine jugendgefährdende Wirkung ausgehen sollte. In vielen deutschen Städten gab es zu der Zeit „Schmökergrab“-Aktionen. Hierbei erhielten …

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„Ich kenne den Tod schon lange, doch jetzt kennt der Tod auch mich.“ – Nach diesem Satz wusste ich, dass ich diesen Roman nicht so schnell aus der Hand legen würde. Oft entscheidet schon der erste Satz, ob man das Buch gelangweilt zur Seite legt oder unweigerlich in den Strudel gerät und es fast in einem Atemzug zu Ende lesen muss. Benedict Wells weiß sehr genau, wie er seine Geschichten spinnen muss, um den Leser zu fesseln.

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Seit 2003 betreibt Erdal Kazak seinen Kiosk mitten in der Aachener Innenstadt, an der Peterstraße. In den letzten zwei Jahren ist Kazak immer wieder ins Rampenlicht gerückt, da er sich weigert, das neue Ladenschlussgesetz zu akzeptieren, das die Stadt Aachen plötzlich vehement durchsetzen will. Dabei geht es darum, dass Kioske samstags um 22 Uhr schließen müssen und auch an Sonn- und Feiertagen geschlossen bleiben müssen – was den Kioskgedanken an sich, nämlich dann verfügbar zu sein, wenn andere zu haben, ad absurdum führt. Im Dezember hat Erdal Kazak seine Klage gegen die Stadt verloren und muss 8.000 Euro Strafe bezahlen. Aufgeben will er trotzdem nicht. Wir haben ihn besucht und mit ihm über seine Arbeit und sein Viertel gesprochen.

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Der Zufall ermöglicht mitunter erstaunliche Begegnungen. Ich habe Dr. Heinz Günther Hüsch kennengelernt, den Mann, der mich gekauft hat. Und meine Mutter. Und meinen Vater. Sowie rund 226.000 deutschstämmige Menschen aus Rumänien. Auch wenn er bei unserem Treffen sagte, dass er nicht uns gekauft hat, sondern unser Ticket in die Freiheit, fühlt es sich trotzdem komisch an, als Kind nur 1.800 Mark gekostet zu haben. Genau vor 50 Jahren, im März 1968, startete der größte Freikauf der deutschen Geschichte. Er endete 1989 nach dem Sturz des Regimes und der Exekution des Diktators Ceaușescu. Erst 20 Jahre später wurde die Geheimhaltung aufgehoben.

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Dr. Heinz Günther Hüsch, Rechtsanwalt und früherer Landtags- und Bundestagsabgeordneter, war von 1968 bis 1989 zuständig für die sogenannte „Geheimsache Kanal“, eine Chiffre für den Freikauf von Rumäniendeutschen. Wir haben Herrn Hüsch im Februar in Neuss besucht und mit ihm gesprochen.

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Knubbens Häusgen steht schon viele Jahrzehnte in Burtscheid. Das ursprüngliche Milchbüdchen hat bereits mehrfach den Besitzer gewechselt. Vor sechs Jahren hat Nazim Aras das kleine, freistehende Häuschen mit der Hausnummer null übernommen und liebevoll umgebaut. Von außen hat es der Kioskbetreiber, der eigentlich gar keiner werden wollte, von Künstler Matthes Straetmans (Lazy 65) gestalten lassen. …

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„Gemeinwohl geht vor Eigenwohl.“ – So lautet die gesetzliche Grundlage, die es in den letzten 120 Jahren ermöglicht hat, Wohneigentum zu enteignen, Menschen umzusiedeln und Kulturdenkmäler einzureißen – für ein höheres Wohl, die Kohlegewinnung, die zur Energieerzeugung notwendig war. Doch die Zeiten haben sich geändert. Immer mehr Menschen sind überzeugt, dass es dem Gemeinwohl eher dient, auf die klimaschädliche Braunkohle zu verzichten. Nutznießer scheinen jetzt nur noch die großen Konzerne zu sein. Das wollen die Menschen in der Region nicht mehr hinnehmen. Unterstützung bekommen sie von Umweltaktivisten und der Presse, die dem Thema derzeit international Beachtung schenkt.

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Seit zwei Jahren verzückt Gretel Völlings (91) auf Märkten in der Weihnachtszeit die Besucher mit ihren filigranen, aus Mohnkapseln geschnitzten Christbaumanhängern, die eine wohltuende Abwechslung in die Angebotspalette der Märkte bringen und zugleich kleine Kunstwerke sind. Bei einem Werkstattbesuch haben wir mit ihr über ihr Leben und ihre Arbeit gesprochen.

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Noch nicht ins Centre geschafft? Die Ausstellung „Bier und Wir – Brauen, Trinken, Feiern in Aachen“ wurde verlängert und läuft noch bis zum 8. April 2018 im Centre Charlemagne. Fotos: Birgit Franchy Hintergrundinfos zur Ausstellung: movieaachen.de/2018/01/25/bier-wir/

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CREATIVE.NRW, das Netzwerk der Kreativen in NRW, hat als Kompetenzzentrum des Landes zum ersten Mal fünf CREATIVE.Spaces für ihre außergewöhnliche Leistung im Bereich Vernetzung nicht nur unter Kreativen, sondern auch mit Akteuren aus Wirtschaft, Gesellschaft, Verwaltung und Politik ausgezeichnet.
Die Designmetropole Aachen war unter den glücklichen Preisträgern. Während des Jahres besuchten sich die Netzwerke im Rahmen einer Roadshow untereinander, um gegenseitig von ihrer Ideenvielfalt zu profitieren. Im Dezember luden
Patricia Yasmine Graf und Fabian Seibert von der Designmetropole nach
Aachen ein. Wir waren dabei und stellen die Netzwerke und ihre Ideen kurz vor.

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Ronja von Rönne kokettiert gerne mit ihren Unzulänglichkeiten wie Schreibblockaden und Befürchtungen, vor leeren Lesungen zu sitzen. Das erinnert mich an Bukowski. Mit einem Unterschied: Seine Lesungen waren wirklich prall gefüllt, was man von der Couvenhalle nicht behaupten kann.

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Im Domkeller haben sie sich vor 20 Jahren kennengelernt: Sandra Salagoudis, die Wirtstochter, bediente hinter der Theke, Milos Sous bestellte davor brav sein Kinderbier. Immer öfter zog es ihn in den Domkeller am Aachener Hof, und die beiden wurden ein Paar. Ein Leben als Gastronomen kam ihnen da noch nicht in den Sinn, ein Leben in Aachen auch nicht. Die beiden gingen gemeinsam nach Berlin und arbeiteten zehn Jahre in der kreativen Branche. Als 2008 der Domkeller sein 30-jähriges Salagoudis-Jubiläum feierte, war der Patron bereits schwer erkrankt. Tochter Sandra kam mit Mann und Zwillingsbabys aus Berlin zurück. Was als Zwischenstopp geplant war, veränderte ihr Leben.

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Ortsbesuch. Aus Richtung Morschenich geht es von Westen an den Hambacher Forst heran. Vor zwei Jahren ist hier gerodet worden. Hier verlief eine Brücke über die ehemalige A 4. Heute ist da nichts mehr. Ein lehmiger Boden, ein paar selbstgezimmerte Straßensperren, nicht schwer zu überklettern. Die Baumstämme sind abtransportiert. Ansonsten Leere, der Blick reicht bis …

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Ihr fragt euch schon die ganze Zeit, wie ihr diesen fancy Weihnachtsbaum hinbekommt, den wir in der Dezember-Wurstausgabe abgebildet haben? Ganz einfach: einen Trichter aufstellen, darauf eine Styroporrolle. Auf dieser Petersilienbüschel festbinden (Draht) oder feststecken. Das Ganze mit kleinen Würstchen und Schinkenröllchen und Oliven verziehren. Schöne Feiertage!

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Die Entwicklungen um den Hambacher Forst und der aktuelle Ortsbesuch haben einigen Fragen aufgeworfen. Wir haben Dipl.-Geogr. Dirk Jansen, Geschäftsleiter des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Nordrhein-Westfalen e. V., um eine Einschätzung gebeten. Der BUND hat aktuell den Rodungsstopp erwirkt und setzt sich für den Erhalt des Forstes ein.

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La buena vida – Das gute Leben: Ein Film über Kohleabbau in Kolumbien? Was hat das mit uns zu tun? Mehr, als uns lieb ist. Kolumbien war 2011 erstmals Deutschlands größter Steinkohlelieferant. Kohle aus dem größten Steinkohletagebau des Landes wird in den Kraftwerken von RWE, E.ON und Co. verstromt. Schanze erzählt in dem Film die …

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Drei Jahre hat Todde Kemmerich rund um den Hambacher Forst recherchiert und Aktivisten, Anwohner und Initiativen begleitet und Aktionen dokumentiert. Entstanden ist ein Film über den Klimaaktivismus im Rheinland. Zu sehen ist Michael Zobel, der bei 44 Führungen inzwischen über zehntausend Menschen in den Forst geführt hat und ihnen die Natur nahebringt. Da ist Antje …

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In unserer letzten Ausgabe haben wir über Wurst berichtet. Schon bei der Recherche ist uns aufgefallen, dass Hintergrundinfos nicht leicht zu bekommen sind. Unsere Fragen drehten sich hauptsächlich um den Punkt: Wo kommt das Fleisch eigentlich her? Aus der Region? Was bedeutet das? Und wo werden die Tiere geschlachtet, wenn doch immer mehr Schlachthöfe im Laufe der Jahre geschlossen wurden? Kommt nicht doch fast alles vom gleichen Händler und vom gleichen Schlachthof und wieso gibt es immer wieder neue Skandale? Wir planten schon eine Vor-Ort-Recherche, wurden aber von den Ereignissen überrannt.

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Frankenberger, Burtscheider, Brander und Südviertel kommen auf den Teller – als Bratwurst. Dabei ist jede der frischen Wurstsorten aus garantiert regionalem Fleisch und mit jeweils einer anderen Gewürzkomposition abgerundet.

So weit die Idee von Philipp Wolters, Doktor der Technikkommunikation. Das Ganze noch garniert mit den neuen Errungenschaften der Technik – vorbestellt werden soll die Wurst auf der Website mywürstchen.de, tags darauf soll sie beim Metzgermeister der Wahl abgeholt werden. Indes: Durchgesetzt hat sich die in der Aachener Gründerszene hochgelobte Idee bislang nicht. Woran liegt’s? Am Geschmack jedenfalls nicht, beteuert Wolters, der die Rezeptideen aus Kanada mitgebracht hat, wohin seine Eltern ausgewandert sind.

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Ronja von Rönne, Jahrgang 1992, hat als Kind keine Wurstscheiben bekommen wie andere Kinder, sondern AOL-CDs. Ihre Mutter entsorgte diese und seitdem schreibt von Rönne wütende Texte. Ihr Onlineblog „Sudelheft“ machte die junge Studentin (mehrere abgebrochene Studiengänge, u. a. kreatives Schreiben) bekannt und handelte ihr einen Vertrag bei der „Welt“ ein, für die sie die letzten zwei Jahre Kolumnen verfasste. Seit Oktober dieses Jahres hat sie ein Engagement bei der „Zeit“.

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Wenn Patricia Yasmine Graf etwas brutzelt, dann wird es etwas Großes. Im Frühjahr 2017 wurde die designmetropole aachen dann auch mit dem „CREATIVE.Spaces“-Award ausgezeichnet. Am Donnerstag laden die Netzwerker zum Finale der Roadshow, bei der sich die Gewinnernetzwerke gegenseitig besuchen. Interessierte können bei dem spannenden Programm und dem anschließenden „design„er“saufen“ dabei sein.

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Als hätte er es geahnt: Justement als wir beschlossen, die nächste MOVIE-Ausgabe der Wurst zu widmen, bombte ein Künstler eine Serie von Wurstbildern an die Wände der Stadt. Die Szene rätselte, wer sich hinter dem Symbol verbirgt. Über Umwege machten wir ihn ausfindig. HNRX, ein junger Künstler aus Österreich, hatte Aachen auf der Durchreise gestreift und sein Markenzeichen hinterlassen. Weil ihm – allen Unkenrufen zum Trotz – unsere Kleinstadt an der Grenze zu Holland und Belgien gefiel, kam er wieder, um zwei Fassaden mit seinen Werken zu veredeln. Wir haben ihm Asyl angeboten.

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Beim Wettbewerb „Fleisch-Star 2017“, ausgelobt vom Magazin Lebensmittel Praxis, konnte Rewe Stenten unter 400 Mitbewerbern einen der Plätze in der Top Drei belegen. Gepunktet wurde mit Regionalität und Kundenservice. Ein Grund für uns vorbeizuschauen. Was können Fleischtheken im Supermarkt überhaupt bieten und worauf sollte man als Verbraucher achten? Und wo kommt hier die Wurst her?

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Ein nasskalter Dienstag im November. Menschenleere Straßen in Monschau, gefüllt nur von einem Printen- und Marzipanduft, wie man ihn vielleicht in der Printenstadt Aachen erwarten würde, aber nicht in Monschau. Das liege daran, dass sie gerade alle Printen bücken, sagt die nette Printenbäckerin, und dass der Geruch unten im Tal hängen bleibe. Gerade wird der Weihnachtsmarkt aufgebaut, die Arbeiter sprechen Rumänisch, sonst hat sich in der Woche vor dem Start des Marktes niemand hierher verirrt.

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Erst einige Jahrzehnte ist es her, dass Badezimmer noch nicht zur Standartausstattung in Häusern gehörten. Wannenbäder in Badeanstalten dienten den Menschen als Ort zur Körperreinigung und Entspannung. Auch die schönste Schwimmhalle Aachens mit ihrer Jugendstilarchitektur, bot solche Wannenbäder an. Kurios: Nicht nur für Menschen – nein, in eigenen Zimmern konnten auch Hunde ein Bad nehmen! Hier gibt es eine Bildergalerie. Am Wochenende stehen wieder Führungen an.

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„Im Grunde ist das, was wir hier tun kriminell. Aber unter einem kriminellen Regime ist das, was wir machen die einzig angemessene Verhaltensform“. Diese Worte richtet Dr. Kaufmann, ehemals Oberregierungsrat und hochdekorierter Kämpfer im ersten Weltkrieg, an den jungen Cioma Schönhaus. Kaufmann ist als evangelisch getaufter Jude von den Nazis zum Hilfsarbeiter degradiert worden. Seine Kontakte zur bekennenden Kirche nutzt er, um Widerstand zu organisieren. Mitglieder der Kirche werfen sonntags statt Geldspenden ihre Ausweise und Pässe in den Opferstock, diese übergibt Kaufmann dem jungen Grafiker Cioma Schönhaus, der die Passbilder geschickt austauscht und so zahlreichen Juden zu einer neuen Identität verhilft.
Aufgeschrieben hat die Geschichte Cioma Schönhaus als 83-Jähriger im Jahre 2004. Es ist eine der vier Biografien, die in dem Film „Die Unsichtbaren“ von 2017 beleuchtet wurden.

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