Porträt: Gretel Völlings

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Domkeller: 40 Jahre Familie Salagoudis

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Um den Forst alleine geht es schon lange nicht mehr

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Seit zwei Jahren verzückt Gretel Völlings (91) auf Märkten in der Weihnachtszeit die Besucher mit ihren filigranen, aus Mohnkapseln geschnitzten Christbaumanhängern, die eine wohltuende Abwechslung in die Angebotspalette der Märkte bringen und zugleich kleine Kunstwerke sind. Bei einem Werkstattbesuch haben wir mit ihr über ihr Leben und ihre Arbeit gesprochen.

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CREATIVE.NRW, das Netzwerk der Kreativen in NRW, hat als Kompetenzzentrum des Landes zum ersten Mal fünf CREATIVE.Spaces für ihre außergewöhnliche Leistung im Bereich Vernetzung nicht nur unter Kreativen, sondern auch mit Akteuren aus Wirtschaft, Gesellschaft, Verwaltung und Politik ausgezeichnet.
Die Designmetropole Aachen war unter den glücklichen Preisträgern. Während des Jahres besuchten sich die Netzwerke im Rahmen einer Roadshow untereinander, um gegenseitig von ihrer Ideenvielfalt zu profitieren. Im Dezember luden
Patricia Yasmine Graf und Fabian Seibert von der Designmetropole nach
Aachen ein. Wir waren dabei und stellen die Netzwerke und ihre Ideen kurz vor.

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Ronja von Rönne kokettiert gerne mit ihren Unzulänglichkeiten wie Schreibblockaden und Befürchtungen, vor leeren Lesungen zu sitzen. Das erinnert mich an Bukowski. Mit einem Unterschied: Seine Lesungen waren wirklich prall gefüllt, was man von der Couvenhalle nicht behaupten kann.

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Im Domkeller haben sie sich vor 20 Jahren kennengelernt: Sandra Salagoudis, die Wirtstochter, bediente hinter der Theke, Milos Sous bestellte davor brav sein Kinderbier. Immer öfter zog es ihn in den Domkeller am Aachener Hof, und die beiden wurden ein Paar. Ein Leben als Gastronomen kam ihnen da noch nicht in den Sinn, ein Leben in Aachen auch nicht. Die beiden gingen gemeinsam nach Berlin und arbeiteten zehn Jahre in der kreativen Branche. Als 2008 der Domkeller sein 30-jähriges Salagoudis-Jubiläum feierte, war der Patron bereits schwer erkrankt. Tochter Sandra kam mit Mann und Zwillingsbabys aus Berlin zurück. Was als Zwischenstopp geplant war, veränderte ihr Leben.

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Ortsbesuch. Aus Richtung Morschenich geht es von Westen an den Hambacher Forst heran. Vor zwei Jahren ist hier gerodet worden. Hier verlief eine Brücke über die ehemalige A 4. Heute ist da nichts mehr. Ein lehmiger Boden, ein paar selbstgezimmerte Straßensperren, nicht schwer zu überklettern. Die Baumstämme sind abtransportiert. Ansonsten Leere, der Blick reicht bis …

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Ihr fragt euch schon die ganze Zeit, wie ihr diesen fancy Weihnachtsbaum hinbekommt, den wir in der Dezember-Wurstausgabe abgebildet haben? Ganz einfach: einen Trichter aufstellen, darauf eine Styroporrolle. Auf dieser Petersilienbüschel festbinden (Draht) oder feststecken. Das Ganze mit kleinen Würstchen und Schinkenröllchen und Oliven verziehren. Schöne Feiertage!

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Die Entwicklungen um den Hambacher Forst und der aktuelle Ortsbesuch haben einigen Fragen aufgeworfen. Wir haben Dipl.-Geogr. Dirk Jansen, Geschäftsleiter des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Nordrhein-Westfalen e. V., um eine Einschätzung gebeten. Der BUND hat aktuell den Rodungsstopp erwirkt und setzt sich für den Erhalt des Forstes ein.

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La buena vida – Das gute Leben: Ein Film über Kohleabbau in Kolumbien? Was hat das mit uns zu tun? Mehr, als uns lieb ist. Kolumbien war 2011 erstmals Deutschlands größter Steinkohlelieferant. Kohle aus dem größten Steinkohletagebau des Landes wird in den Kraftwerken von RWE, E.ON und Co. verstromt. Schanze erzählt in dem Film die …

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Drei Jahre hat Todde Kemmerich rund um den Hambacher Forst recherchiert und Aktivisten, Anwohner und Initiativen begleitet und Aktionen dokumentiert. Entstanden ist ein Film über den Klimaaktivismus im Rheinland. Zu sehen ist Michael Zobel, der bei 44 Führungen inzwischen über zehntausend Menschen in den Forst geführt hat und ihnen die Natur nahebringt. Da ist Antje …

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In unserer letzten Ausgabe haben wir über Wurst berichtet. Schon bei der Recherche ist uns aufgefallen, dass Hintergrundinfos nicht leicht zu bekommen sind. Unsere Fragen drehten sich hauptsächlich um den Punkt: Wo kommt das Fleisch eigentlich her? Aus der Region? Was bedeutet das? Und wo werden die Tiere geschlachtet, wenn doch immer mehr Schlachthöfe im Laufe der Jahre geschlossen wurden? Kommt nicht doch fast alles vom gleichen Händler und vom gleichen Schlachthof und wieso gibt es immer wieder neue Skandale? Wir planten schon eine Vor-Ort-Recherche, wurden aber von den Ereignissen überrannt.

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Frankenberger, Burtscheider, Brander und Südviertel kommen auf den Teller – als Bratwurst. Dabei ist jede der frischen Wurstsorten aus garantiert regionalem Fleisch und mit jeweils einer anderen Gewürzkomposition abgerundet.

So weit die Idee von Philipp Wolters, Doktor der Technikkommunikation. Das Ganze noch garniert mit den neuen Errungenschaften der Technik – vorbestellt werden soll die Wurst auf der Website mywürstchen.de, tags darauf soll sie beim Metzgermeister der Wahl abgeholt werden. Indes: Durchgesetzt hat sich die in der Aachener Gründerszene hochgelobte Idee bislang nicht. Woran liegt’s? Am Geschmack jedenfalls nicht, beteuert Wolters, der die Rezeptideen aus Kanada mitgebracht hat, wohin seine Eltern ausgewandert sind.

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Ronja von Rönne, Jahrgang 1992, hat als Kind keine Wurstscheiben bekommen wie andere Kinder, sondern AOL-CDs. Ihre Mutter entsorgte diese und seitdem schreibt von Rönne wütende Texte. Ihr Onlineblog „Sudelheft“ machte die junge Studentin (mehrere abgebrochene Studiengänge, u. a. kreatives Schreiben) bekannt und handelte ihr einen Vertrag bei der „Welt“ ein, für die sie die letzten zwei Jahre Kolumnen verfasste. Seit Oktober dieses Jahres hat sie ein Engagement bei der „Zeit“.

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Wenn Patricia Yasmine Graf etwas brutzelt, dann wird es etwas Großes. Im Frühjahr 2017 wurde die designmetropole aachen dann auch mit dem „CREATIVE.Spaces“-Award ausgezeichnet. Am Donnerstag laden die Netzwerker zum Finale der Roadshow, bei der sich die Gewinnernetzwerke gegenseitig besuchen. Interessierte können bei dem spannenden Programm und dem anschließenden „design„er“saufen“ dabei sein.

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Als hätte er es geahnt: Justement als wir beschlossen, die nächste MOVIE-Ausgabe der Wurst zu widmen, bombte ein Künstler eine Serie von Wurstbildern an die Wände der Stadt. Die Szene rätselte, wer sich hinter dem Symbol verbirgt. Über Umwege machten wir ihn ausfindig. HNRX, ein junger Künstler aus Österreich, hatte Aachen auf der Durchreise gestreift und sein Markenzeichen hinterlassen. Weil ihm – allen Unkenrufen zum Trotz – unsere Kleinstadt an der Grenze zu Holland und Belgien gefiel, kam er wieder, um zwei Fassaden mit seinen Werken zu veredeln. Wir haben ihm Asyl angeboten.

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Beim Wettbewerb „Fleisch-Star 2017“, ausgelobt vom Magazin Lebensmittel Praxis, konnte Rewe Stenten unter 400 Mitbewerbern einen der Plätze in der Top Drei belegen. Gepunktet wurde mit Regionalität und Kundenservice. Ein Grund für uns vorbeizuschauen. Was können Fleischtheken im Supermarkt überhaupt bieten und worauf sollte man als Verbraucher achten? Und wo kommt hier die Wurst her?

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Ein nasskalter Dienstag im November. Menschenleere Straßen in Monschau, gefüllt nur von einem Printen- und Marzipanduft, wie man ihn vielleicht in der Printenstadt Aachen erwarten würde, aber nicht in Monschau. Das liege daran, dass sie gerade alle Printen bücken, sagt die nette Printenbäckerin, und dass der Geruch unten im Tal hängen bleibe. Gerade wird der Weihnachtsmarkt aufgebaut, die Arbeiter sprechen Rumänisch, sonst hat sich in der Woche vor dem Start des Marktes niemand hierher verirrt.

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Erst einige Jahrzehnte ist es her, dass Badezimmer noch nicht zur Standartausstattung in Häusern gehörten. Wannenbäder in Badeanstalten dienten den Menschen als Ort zur Körperreinigung und Entspannung. Auch die schönste Schwimmhalle Aachens mit ihrer Jugendstilarchitektur, bot solche Wannenbäder an. Kurios: Nicht nur für Menschen – nein, in eigenen Zimmern konnten auch Hunde ein Bad nehmen! Hier gibt es eine Bildergalerie. Am Wochenende stehen wieder Führungen an.

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„Im Grunde ist das, was wir hier tun kriminell. Aber unter einem kriminellen Regime ist das, was wir machen die einzig angemessene Verhaltensform“. Diese Worte richtet Dr. Kaufmann, ehemals Oberregierungsrat und hochdekorierter Kämpfer im ersten Weltkrieg, an den jungen Cioma Schönhaus. Kaufmann ist als evangelisch getaufter Jude von den Nazis zum Hilfsarbeiter degradiert worden. Seine Kontakte zur bekennenden Kirche nutzt er, um Widerstand zu organisieren. Mitglieder der Kirche werfen sonntags statt Geldspenden ihre Ausweise und Pässe in den Opferstock, diese übergibt Kaufmann dem jungen Grafiker Cioma Schönhaus, der die Passbilder geschickt austauscht und so zahlreichen Juden zu einer neuen Identität verhilft.
Aufgeschrieben hat die Geschichte Cioma Schönhaus als 83-Jähriger im Jahre 2004. Es ist eine der vier Biografien, die in dem Film „Die Unsichtbaren“ von 2017 beleuchtet wurden.

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Aufgrund des großen Interesses wurde die Ausstellung bis zum 10. Dezember 2017 verlängert!

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Breaking News: Bestes Ergebnis seit Jahren bei der Qualitätsprüfung der Aachener #Weihnachtsleberwurst und Öcher Puttes. 11 x Gold, 2 x Silber und 1 x Bronze Der Öcher Puttes hatte es ein bisschen schwerer: 6 x Gold, 7 x Silber, 1 x Bronze Keine Disqualifizierung in diesem Jahr! Fotos: Birgit Franchy

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Im Schein der Straßenlaterne hebt sich King Kong mit ihrer stattlichen Größe von vier Metern strahlend vom dunklen Nachthimmel ab. Ihre Sonnenblumenschwester ein paar Meter weiter hat es nicht so gut getroffen. Auf dem Weg nach oben in luftigere Höhen ist oder wurde sie abgeknickt. Eine Kartonschiene an ihrem Stängel dokumentiert einen liebevollen Rettungsversuch. Verantwortlich für die neue Blumenpracht an Aachens Sorgenkind, dem Kaiserplatz, sind ausgerechnet diejenigen, die dem einstigen Schmuckstück von Aachen in den letzten zwei Jahrzehnten ein denkbar schlechtes Image verpasst haben. Hier residiert die Drogenszene, vor über 20 Jahren vertrieben aus dem Elisengarten und vor Ort betreut von der Aachener Suchthilfe. Diese betreibt in den kleinen Ladenlokalen aus den 50er Jahren unter dem Namen Troddwar ein niedrigschwelliges Kontaktcafé und eine medizinische Ambulanz.

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Wer sich historische Postkarten von Aachen um die Jahrhundertwende anschaut, wird stutzig. Eins der beliebtesten Motive war doch tatsächlich der Kaiserplatz. Er gehörte mit anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt in die Riege der Orte, auf die man stolz war und prangte gemeinsam mit dem Polytechnikum (der heutigen RWTH) oder neben Abbildungen von Rathaus, Marschiertor und Elisengarten …

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Man kann es sich kaum vorstellen, aber in der Satzung der Alemannia war tatsächlich festgehalten, wann der Spielernachwuchs bei Spielen den Hitlergruss zu zeigen hatte. Dies und viel mehr deckt die aktuelle Ausstellung Alemannia 1933-1945 im Internationales Zeitungsmuseum der Stadt Aachen auf.
Die Ausstellung ist räumlich nicht besonders groß angelegt, inhaltlich aber um so umfangreicher. Wahrscheinlich lohnt sich der Besuch einer Öffentlichen Führung, um einen Überblick zu bekommen.

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Gesundheitsschuhe, grauer Stoffrock, Trenchcoat, weißer Stoffhut und schwarze Handtasche – so weit eine gewöhnliche Seniorin. Ein Accessoire im Bild jedoch irritiert: Es ist ein schwarz-gelber Alemannia-Schal, eigentlich nur ein Detail und dennoch bildbestimmend, raumfüllend. Auf dem Foto zu sehen ist eine langjährige Anhängerin des Vereins, die schon zusammen mit ihrem Vater auf den Tivoli ging.
Zu sehen ist das Porträt in der Serie FußballFanFotos noch bis zum 5. November 2017 in Monschau im KuK.

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Schätzungen darüber, wie viele Juden im Dritten Reich im Untergrund versteckt wurden und überlebten, gehen weit auseinander. Für Berlin geht man von 7.000 Untergetauchten aus, von denen 1.700 überlebten. Deutschlandweit sollen es rund 15.000 Menschen gewesen sein, die versuchten, sich zu verstecken. Von den Helfern wurden 3.000 bekannt, es müssen jedoch weitaus mehr gewesen sein. Die meisten waren 40 bis 50 Jahre alt, zwei Drittel davon Frauen.

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Ein schwarzer Hund, nur als schwarzer Fleck auf Fotos mit Herrchen und Frauchen zu erkennen. Ein Kaninchen mit Kesks, Kaffeekanne oder Toilettenpapierrolle auf dem Kopf. Eine Frau im Taxi, fotografiert in verschiedenen Orten. Schicke Damen vor Grünzeuge. Menschen, unsichtbar geblieben hinter einem Finger, der die Linse verdeckt.
Erik Kessels hat unzählige Fotografien gesichtet, gesammelt und in neue Zusammenhänge gestellt. Lustig, feinfühlig und auch melancholisch stimmend ist die Ausstellung, die dabei zustande gekommen ist. Diese ist noch bis zum 5. November im NRW-Forum Düsseldorf zu sehen.

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#KulturinAachen hat es nicht leicht: Kaum wird in ein schönes Festival wie das Kimiko Festival 2017 auf die Beine gestellt, kann man sicher sein, dass sich wieder Anwohner finden, die drei Tage unter den „unverschämt egoistischen, rücksichtslosen Kulturtreibenden“ leiden, Unterschriftenaktionen gegen diese Barbarei sammeln und bei der Stadt einreichen und ihr empörtes Konterfei in die …

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20.000 Kostüme schlummern im Fundus des Theater Aachen in Räumen einer alten Fabrik auf dem Gelände des mörgens und warten darauf, wieder zum Einsatz zu kommen. Weiße Blusen und klassische Anzüge haben es da leichter, als ein Kleid, das der Königin der Nacht für eine Produktion auf den Leib geschneidert wurde. Und weil jede Produktion …

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In Ausstellung „Bier und Wir – Brauen, Trinken, Feiern in Aachen“ läuft noch bis zum 25. Februar 2018 im Centre Charlemagne. Fotos: Birgit Franchy

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Zur Wache kam ein Mann, erbost gab er dort an, sein Auto habe man beschmiert, darüber sei er sehr pikiert Mit Farbe sei’s besprüht, wo er doch stets bemüht, die Vorschriften zu beachten, die Menschen bisher so machten. Kein Parkplatz war mehr frei, drum war’s ihm einerlei, nur einmal falsch zu parken, endet ja nicht …

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