„Die ganze Geldwelt ist mir suspekt“

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F/B/LIB 2017 | Regie: Philippe Van Leeuw | Darsteller: Hiam Abbass, Diamand Bou Abbou d, Juliette Navis | 85 Min. | ab 22.06.2017
Die Kamera fährt durch die engen Gänge der verwinkelten Wohnung. Hier, auf wenigen Quadratmetern, wohnen zehn Menschen. Hier sitzen sie fest, denn draußen herrscht Krieg. Die Mutter Oum Yazan harrt mit ihrem Schwiegervater, ihren drei Kindern Yara, Aliya und Yazan und der philippinischen Haushaltshilfe Delhani in ihrer Wohnung im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses aus. Sie gewähren dem jungen Paar aus der zerstörten Nachbarswohnung, Samir und Halima, und ihrem Baby Zuflucht. Ebenso Yaras Freund Karim, der bei einem Besuch von schweren Gefechten überrascht wurde. Die Isolation zehrt an den Nerven der Bewohner. Regeln sind essentiell, sonst gerät das Leben aller in Gefahr.

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USA 2017 | Regie: Oren Moverman | Darsteller: Steve Coogan, Richard Gere, Laura Linney | 120 Min. | ab 08.06.2017
Paul (Steve Coogan) ist nervös. Am liebsten würde er das Essen mit seinem Bruder Stan (Richard Gere) absagen. Aber der sagte, es sei wichtig, und seine Frau Claire (Laura Linney) bestärkt ihn darin, seinen Bruder zu sehen. Der einflussreiche Politiker erscheint mit seiner Partnerin Katelyn (Rebecca Hall) in dem piekfeinen Sternerestaurant, und so entwickelt sich ein vor allem für den Zuschauer unvorhergesehener Abend, denn mit jedem Gang eröffnen sich neue Abgründe.

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CDN/GB 2016 | Regie: Robert Budreau | Darsteller: Ethan Hawke, Carmen Ejogo, Callum Keith Rennie | 97 Min. | ab 08.06.2017
Die Molltöne entsprachen schon immer eher der Natur des Chet Baker. Sein größter Erfolg ist immerhin das an Traurigkeit kaum zu überbietende „My Funny Valentine“. Dennoch traf er einen Nerv und stieg in den Fünfzigern zu einem der gefragtesten Jazzmusiker auf. Doch es stellte sich schnell heraus, dass Baker nicht für das Showbiz geschaffen war. Nur ein knappes Jahrzehnt später war er am Ende.

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D 2017 | Regie: Jochen Hick | Mitwirkende: Mabel Aschenneller, Wolfgang Cihlarz, Rolf Eden, Egmont Fassbinder, Romy Haag | ab 06.06.2017
In der Fassung vom Juni 1969 belegte der 1994 abgeschaffte § 175 des deutschen Strafgesetzbuches die „Unzucht zwischen Männern“ mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Im gesetzlich legitimierten Klima der Homophobie erkämpften sich Homosexuelle Stück für Stück eine Akzeptanz ihrer vielerorts als „pervers“ geächteten Lebensweise. Nachdem er sich in seiner Doku „Out in Ost-Berlin“ bereits mit queeren DDR-Geschichten befasste, lässt der Dokumentarist Jochen Hick mit „Mein wunderbares West-Berlin“ nun das Gegenstück aus der Westzone der Stadt folgen.

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USA 2017 | 119 min | Regie: Mike Mills | Darsteller: Annette Benning, Elle Fanning, Greta Gerwig
Mike Mills ist eines jener raren Geschenke des US-Kinos. Als Regisseur von Musikvideos machte er sich in den Neunzigern einen Namen. Schon die waren kleine Filme. Insbesondere seine Zusammenarbeit mit Air zum Album „Moon Safari“ hat einige einzigartige Kurzfilme hervorgebracht. Seit seinem Debüt „Thumbsucker“ beschenkt der 51-Jährige uns alle fünf, sechs Jahre mit einem Spielfilm. Zuletzt die einfühlsame Vater-Sohn-Geschichte „Beginners“, nun geht es um Frauen.

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USA/E/GB 2016 | Regie: Juan Antonio Bayona | Darsteller: Lewis MacDougall, Felicity Jones, Sigourney Weaver | 109 Min. | ab 04.05.2017
Von einer unbeschwerten Kindheit kann Conor (Lewis MacDougall) nur träumen. Doch nicht einmal das ist ihm vergönnt. Der Junge lebt bei seiner kranken Mutter Elizabeth (Felicity Jones). Seine Mitschüler ziehen ihn damit auf, und als Elizabeth schließlich zu schwach ist, um für ihn zu sorgen, kommt Conor zu seiner strengen Großmutter (Sigourney Weaver).

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Schauspielerin Sandra Hüller über Nacktszenen, Frauenquote und warum sie jetzt bei „Fack Ju Göhte“ mitspielt Wir würden gerne über Nacktsein reden. SANDRA HÜLLER: Oh ja, lasst uns doch über Nacktsein reden. Sie sitzen jetzt in einem Raum mit zwei Leuten, die haben Sie ausführlich und lange nackt gesehen. Das hätte ich vergessen, wenn Sie mich …

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D 2016 | Regie: Mareille Klein | Darsteller: Katrin Röver, Till Firit, Michael Wittenborn | 94 Min. | ab 11.05.2017
Von Dinky (double income, no kids yet) zu Sinky (single income, no kids yet): Frida ist 36 und wünscht sich ein Kind. Seit zwei Jahren unterliegt die Beziehung zu ihrem Freund Tobias einem strikten Zeugungsprogramm. Doch was sie auch versucht, ihr Kinderwunsch erfüllt sich nicht. Gerade als sie eine künstliche Befruchtung in Erwägung zieht, beendet Tobias die Beziehung.

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IS 2016 | Regie: Asaph Polonsky | Darsteller: Shai Avivi, Evgenia Dodina, Sharon Alexander | 98 Min. | ab 11.05.2017
Der jüdische Film trauert anders. Die Tragik des Verlusts paart sich immer wieder auf ganz eigentümliche Weise mit der Komik der menschlichen Existenz. In Asaph Polonskys „Ein Tag wie kein anderer“ ist die Schiv’a, die siebentägige jüdische Totenwache, gerade vorbei. Eyal und Vicky versuchen, zum Alltag zurückzukehren, was allerdings kein leichtes Unterfangen ist, haben sie doch gerade ihren Sohn beerdigt.

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USA 2017 | Regie: James Gunn | Darsteller: Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista | 137 Min. | ab 27.04.2017
Was für ein Auftakt! Die erste Szene in „Guardians of the Galaxy 2“ lässt Großes hoffen. Baby-Groot zu „Mister Blue Sky“ von ELO tanzen zu lassen, während seine Freunde im Hintergrund gegen ein riesiges Ekelbiest kämpfen, ist schlicht genial. Die Mischung aus Wahnsinn, Witz und Special Effects scheint perfektioniert, das Wiedersehen ist rundum gelungen und auch der Soundtrack stimmt.

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USA/F 2016 | Regie: Raoul Peck | 93 Min. | ab 30.03.2017
James Baldwin war einer der wichtigsten Bürgerrechtler der afroamerikanischen Community und ein wichtiger Vordenker seiner Zeit. Der Schriftsteller kämpfte zeitlebens für die Rechte und Würde seiner Mitmenschen. In dem unvollendeten Buch „Remember This House“ reflektierte Baldwin Ende der Siebziger seinen eigenen Kampf entlang der Biographien dreier unterschiedlicher Mitstreiter: Medgar Evers, Malcolm X und Martin Luther King.

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FIN/D 2017 | Regie: Aki Kaurismäki | Darsteller: Kati Outinen, Ville Virtanen, Tommi Korpela | 96 Min. | 30.03.2017
Mit „Die andere Seite der Hoffnung“ liefert der eigenwillige Filmemacher Aki Kaurismäki seine ganz eigene Stellungnahme zur Flüchtlingskrise. Er erzählt die Geschichte aus der Sicht des Syrers Khaled, der über Umwege nach Finnland gelangt, nachdem er seine Schwester an der ungarischen Grenze verlor.

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USA 2016 | Regie: John Lee Hancock | Darsteller: Michael Keaton, Laura Dern, Nick Offerman | 115 Min. | ab 20.04.2017
Ray Kroc (Michael Keaton) tingelte als Vertreter für Milkshake-Mixer durchs Land, als er auf die Brüder Dick und Mac McDonald (Nick Offerman, John Caroll Lynch) stieß. Sie betrieben ein auf Effektivität ausgerichtetes Hamburger-Restaurant, das Kroc vom Fleck weg faszinierte. Der Traum vom Burgerimperium war entbrannt und Kroc machte sich daran, das Konzept landesweit zu kopieren.

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F/GB 2016 | Regie: Ben Wheatley | Darsteller: Sam Riley, Michael Smiley, Armie Hammer | 90 Min. | ab 06.04.2017
Ben Wheatley, der irrwitzige König des abseitigen Britfilms. Der letzte Schatten einer einstmals so vielversprechenden Kinolandschaft, der sich mit Mut zur Sperrigkeit Schubladen widersetzt, seine Filme angenehm hinrotzt, dabei Kinogeschichte inhaliert und auf Konventionen pfeift.

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USA 2017 | Regie: Mark Pellington | Darsteller: Shirley MacLaine, Amanda Seyfried, Philip Baker Hall | 108 Min. | ab 13.04.2017
Oh, Shirley. Nicht wenige haben sich in dich verliebt. Billy Wilder etwa, der dich immer wieder besetzte, als „Mädchen Irma la Douce“ oder in dem Meisterwerk „Das Appartement“ an der Seite von Jack Lemmon, der dir deinen Oscar einbrachte – im Komödienfach eine Rarität.

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