„Ich kenne den Tod schon lange, doch jetzt kennt der Tod auch mich.“ – Nach diesem Satz wusste ich, dass ich diesen Roman nicht so schnell aus der Hand legen würde. Oft entscheidet schon der erste Satz, ob man das Buch gelangweilt zur Seite legt oder unweigerlich in den Strudel gerät und es fast in einem Atemzug zu Ende lesen muss. Benedict Wells weiß sehr genau, wie er seine Geschichten spinnen muss, um den Leser zu fesseln.

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Alis Leben in Aachen begann mit einer einfachen, unbedachten Frage. „Wir sind hier am Bahnhof angekommen und haben einfach nach Said gefragt“, erinnert er sich lachend. Über einige Umwege konnten sie den gesuchten Freund schließlich auch finden, womit die Geschichte der jungen Marokkaner in Aachen losging – einer Stadt, die für sie heute zu einer …

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„Im Grunde ist das, was wir hier tun kriminell. Aber unter einem kriminellen Regime ist das, was wir machen die einzig angemessene Verhaltensform“. Diese Worte richtet Dr. Kaufmann, ehemals Oberregierungsrat und hochdekorierter Kämpfer im ersten Weltkrieg, an den jungen Cioma Schönhaus. Kaufmann ist als evangelisch getaufter Jude von den Nazis zum Hilfsarbeiter degradiert worden. Seine Kontakte zur bekennenden Kirche nutzt er, um Widerstand zu organisieren. Mitglieder der Kirche werfen sonntags statt Geldspenden ihre Ausweise und Pässe in den Opferstock, diese übergibt Kaufmann dem jungen Grafiker Cioma Schönhaus, der die Passbilder geschickt austauscht und so zahlreichen Juden zu einer neuen Identität verhilft.
Aufgeschrieben hat die Geschichte Cioma Schönhaus als 83-Jähriger im Jahre 2004. Es ist eine der vier Biografien, die in dem Film „Die Unsichtbaren“ von 2017 beleuchtet wurden.

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Schätzungen darüber, wie viele Juden im Dritten Reich im Untergrund versteckt wurden und überlebten, gehen weit auseinander. Für Berlin geht man von 7.000 Untergetauchten aus, von denen 1.700 überlebten. Deutschlandweit sollen es rund 15.000 Menschen gewesen sein, die versuchten, sich zu verstecken. Von den Helfern wurden 3.000 bekannt, es müssen jedoch weitaus mehr gewesen sein. Die meisten waren 40 bis 50 Jahre alt, zwei Drittel davon Frauen.

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