F/B/LIB 2017 | Regie: Philippe Van Leeuw | Darsteller: Hiam Abbass, Diamand Bou Abbou d, Juliette Navis | 85 Min. | ab 22.06.2017
Die Kamera fährt durch die engen Gänge der verwinkelten Wohnung. Hier, auf wenigen Quadratmetern, wohnen zehn Menschen. Hier sitzen sie fest, denn draußen herrscht Krieg. Die Mutter Oum Yazan harrt mit ihrem Schwiegervater, ihren drei Kindern Yara, Aliya und Yazan und der philippinischen Haushaltshilfe Delhani in ihrer Wohnung im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses aus. Sie gewähren dem jungen Paar aus der zerstörten Nachbarswohnung, Samir und Halima, und ihrem Baby Zuflucht. Ebenso Yaras Freund Karim, der bei einem Besuch von schweren Gefechten überrascht wurde. Die Isolation zehrt an den Nerven der Bewohner. Regeln sind essentiell, sonst gerät das Leben aller in Gefahr.

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D 2017 | Regie: Sönke Wortmann | Darsteller: Lucas Gregorowicz, Anna Bederke, Nicholas Bodeux | 92 Min. | ab 29.06.2017
Nicht einmal abgeschminkt hat sich Stefan (Lucas Gregorowicz), als er in den Zug nach Bochum steigt. Der Schauspieler am Münchener Theater sitzt im Fellkostüm mit Bart und Perücke im Abteil und versucht, die Nachricht zu verarbeiten, die ihn kurz zuvor am Telefon ereilte: Sein Vater ist gestorben, plötzlich und ohne Schmerzen, wie ihm der Bestatter versichert. Stefan will seinen Vater am liebsten schnell unter die Erde bringen. Am Dienstag ist ein Vorsprechen für eine Vorabendsoap und überhaupt hält ihn nichts in Bochum, das er einst verließ, um seinen Traum zu verwirklichen. Doch die alte Heimat und die alten Freunde lassen ihn so schnell nicht gehen. Und dann ist da noch Charlie (Anna Bederke), seine Jugendliebe, die er vor zehn Jahren dort sitzen ließ.

5

USA 2017 | Regie: Oren Moverman | Darsteller: Steve Coogan, Richard Gere, Laura Linney | 120 Min. | ab 08.06.2017
Paul (Steve Coogan) ist nervös. Am liebsten würde er das Essen mit seinem Bruder Stan (Richard Gere) absagen. Aber der sagte, es sei wichtig, und seine Frau Claire (Laura Linney) bestärkt ihn darin, seinen Bruder zu sehen. Der einflussreiche Politiker erscheint mit seiner Partnerin Katelyn (Rebecca Hall) in dem piekfeinen Sternerestaurant, und so entwickelt sich ein vor allem für den Zuschauer unvorhergesehener Abend, denn mit jedem Gang eröffnen sich neue Abgründe.

9

CDN/GB 2016 | Regie: Robert Budreau | Darsteller: Ethan Hawke, Carmen Ejogo, Callum Keith Rennie | 97 Min. | ab 08.06.2017
Die Molltöne entsprachen schon immer eher der Natur des Chet Baker. Sein größter Erfolg ist immerhin das an Traurigkeit kaum zu überbietende „My Funny Valentine“. Dennoch traf er einen Nerv und stieg in den Fünfzigern zu einem der gefragtesten Jazzmusiker auf. Doch es stellte sich schnell heraus, dass Baker nicht für das Showbiz geschaffen war. Nur ein knappes Jahrzehnt später war er am Ende.

6

D 2017 | Regie: Jochen Hick | Mitwirkende: Mabel Aschenneller, Wolfgang Cihlarz, Rolf Eden, Egmont Fassbinder, Romy Haag | ab 06.06.2017
In der Fassung vom Juni 1969 belegte der 1994 abgeschaffte § 175 des deutschen Strafgesetzbuches die „Unzucht zwischen Männern“ mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Im gesetzlich legitimierten Klima der Homophobie erkämpften sich Homosexuelle Stück für Stück eine Akzeptanz ihrer vielerorts als „pervers“ geächteten Lebensweise. Nachdem er sich in seiner Doku „Out in Ost-Berlin“ bereits mit queeren DDR-Geschichten befasste, lässt der Dokumentarist Jochen Hick mit „Mein wunderbares West-Berlin“ nun das Gegenstück aus der Westzone der Stadt folgen.

10

USA 2017 | Regie: Ry Russo-Young, Darsteller: Zoey Deutch, Halston Sage, Cynthy Wu, Logan Miller, Kian Lawley, Elena Kampouris | ab 01.06.2017
Die 17-jährige Sam (Zoey Deutch) und ihre Mädels sind die Stars der Schule und ernten tagtäglich bewundernde Blicke. Am „Cupid Day“, dem Tag der Verliebten, besuchen die Freundinnen eine Party, auf der Sam ihr erstes Mal erleben will. Doch ihr Lover säuft sich allzu schnell unter den Tisch. Im Frust mobben Sam & Co eine Außenseiterin, rasen wütend im Auto von dannen und bauen einen Unfall, bei dem Sam stirbt.

15

USA 2017 | Regie: Seth Gordon | Darsteller: Dwayne Johnson, Zac Efron, Alexandra Daddario, Priyanka Chopra, Kelly Rohrbach | ab 01.06.2017
Pünktlich zu den ersten Ausläufern meiner Pubertät lief die Kultserie „Baywatch“ im TV, in der nicht nur David Hasselhoff in Zeitlupe durch Malibu hechtete, sondern auch Strandschönheiten wie Pamela Anderson im roten, tief ausgeschnittenen Badeanzug: Wer hatte da noch Augen für die obligatorische Rettungsboje?

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USA 2017 | 119 min | Regie: Mike Mills | Darsteller: Annette Benning, Elle Fanning, Greta Gerwig
Mike Mills ist eines jener raren Geschenke des US-Kinos. Als Regisseur von Musikvideos machte er sich in den Neunzigern einen Namen. Schon die waren kleine Filme. Insbesondere seine Zusammenarbeit mit Air zum Album „Moon Safari“ hat einige einzigartige Kurzfilme hervorgebracht. Seit seinem Debüt „Thumbsucker“ beschenkt der 51-Jährige uns alle fünf, sechs Jahre mit einem Spielfilm. Zuletzt die einfühlsame Vater-Sohn-Geschichte „Beginners“, nun geht es um Frauen.

11

D 2017 | Regie: Andres Veiel | Mitwirkende: Joseph Beuys, Caroline Tisdall, Rhea Thönges-Stringaris, Franz von der Grinten, Johannes Stüttgen, Klaus Staeck | ab 18.05.2017
„Alles ist Kunst, jeder ist Künstler“ – diese so bekannte wie griffige Prämisse des 1986 verstorbenen Aktionskünstlers Joseph Beuys beschreibt sein Wirken wohl besser als jedes andere Zitat. Beuys war ein Rebell der Kunst, ein Phantast, auch ein Aufrührer und Neudenker. Regisseur Andres Veiel („Black Box BRD“) lässt Beuys in seinem Doku-Porträt ausführlich selbst zu Wort kommen.

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D 2016 | Regie: Alexander Kleider | Mitwirkende: Hanil Altunergil, Alex Bäke, Lena Christof, Florian Geissler, Mimy Girnstein, Marvin Metag, Klaus Trappmann, Beate Ulreich | ab 11.05.2017
Probleme mit Autoritäten an staatlichen Schulen hatten sie alle: Alex, Anfang zwanzig, ist schon von zehn Schulen geflogen, Lena schmiss die Schule für einen Wegzug aus ihrem Heimatkaff und der in Aachen aufgewachsene Hanil war zu dauerbekifft, um das Abitur zu schaffen. Die drei Jugendlichen und einige andere wollen das Abi nun nachholen und besuchen dafür die „Schule für Erwachsenenbildung“ (SFE) in Berlin-Kreuzberg.

15

USA/E/GB 2016 | Regie: Juan Antonio Bayona | Darsteller: Lewis MacDougall, Felicity Jones, Sigourney Weaver | 109 Min. | ab 04.05.2017
Von einer unbeschwerten Kindheit kann Conor (Lewis MacDougall) nur träumen. Doch nicht einmal das ist ihm vergönnt. Der Junge lebt bei seiner kranken Mutter Elizabeth (Felicity Jones). Seine Mitschüler ziehen ihn damit auf, und als Elizabeth schließlich zu schwach ist, um für ihn zu sorgen, kommt Conor zu seiner strengen Großmutter (Sigourney Weaver).

9

D 2017 | Regie: Romuald Karmakar, Mitwirkende: Ata, Roman Flügel, Sonja Moonear, David Moufang, Ricardo Villalobos | ab 05.05.2017
Der Filmemacher Romuald Karmakar, Regisseur von „Der Totmacher“ und „Die Nacht singt ihre Lieder“, nimmt die deutsche elektronische Tanzmusik der Gegenwart ernst. Drei Dokus über Techno hat Karmakar schon gedreht, die auf der diesjährigen Berlinale uraufgeführte „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ ist nun der vorläufige Höhepunkt dieser Reihe.

9

D 2016 | Regie: Mareille Klein | Darsteller: Katrin Röver, Till Firit, Michael Wittenborn | 94 Min. | ab 11.05.2017
Von Dinky (double income, no kids yet) zu Sinky (single income, no kids yet): Frida ist 36 und wünscht sich ein Kind. Seit zwei Jahren unterliegt die Beziehung zu ihrem Freund Tobias einem strikten Zeugungsprogramm. Doch was sie auch versucht, ihr Kinderwunsch erfüllt sich nicht. Gerade als sie eine künstliche Befruchtung in Erwägung zieht, beendet Tobias die Beziehung.

10

IS 2016 | Regie: Asaph Polonsky | Darsteller: Shai Avivi, Evgenia Dodina, Sharon Alexander | 98 Min. | ab 11.05.2017
Der jüdische Film trauert anders. Die Tragik des Verlusts paart sich immer wieder auf ganz eigentümliche Weise mit der Komik der menschlichen Existenz. In Asaph Polonskys „Ein Tag wie kein anderer“ ist die Schiv’a, die siebentägige jüdische Totenwache, gerade vorbei. Eyal und Vicky versuchen, zum Alltag zurückzukehren, was allerdings kein leichtes Unterfangen ist, haben sie doch gerade ihren Sohn beerdigt.

7

USA 2017 | Regie: James Gunn | Darsteller: Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista | 137 Min. | ab 27.04.2017
Was für ein Auftakt! Die erste Szene in „Guardians of the Galaxy 2“ lässt Großes hoffen. Baby-Groot zu „Mister Blue Sky“ von ELO tanzen zu lassen, während seine Freunde im Hintergrund gegen ein riesiges Ekelbiest kämpfen, ist schlicht genial. Die Mischung aus Wahnsinn, Witz und Special Effects scheint perfektioniert, das Wiedersehen ist rundum gelungen und auch der Soundtrack stimmt.

9

USA/F 2016 | Regie: Raoul Peck | 93 Min. | ab 30.03.2017
James Baldwin war einer der wichtigsten Bürgerrechtler der afroamerikanischen Community und ein wichtiger Vordenker seiner Zeit. Der Schriftsteller kämpfte zeitlebens für die Rechte und Würde seiner Mitmenschen. In dem unvollendeten Buch „Remember This House“ reflektierte Baldwin Ende der Siebziger seinen eigenen Kampf entlang der Biographien dreier unterschiedlicher Mitstreiter: Medgar Evers, Malcolm X und Martin Luther King.

11

FIN/D 2017 | Regie: Aki Kaurismäki | Darsteller: Kati Outinen, Ville Virtanen, Tommi Korpela | 96 Min. | 30.03.2017
Mit „Die andere Seite der Hoffnung“ liefert der eigenwillige Filmemacher Aki Kaurismäki seine ganz eigene Stellungnahme zur Flüchtlingskrise. Er erzählt die Geschichte aus der Sicht des Syrers Khaled, der über Umwege nach Finnland gelangt, nachdem er seine Schwester an der ungarischen Grenze verlor.

10

D 2017 | Regie: André Erkau | Darsteller: Wotan Wilke Möhring, Kostja Ullmann, Michael Wittenborn, Julia Koschitz, Victoria Trauttmansdorff, Anke Engelke | ab 27.04.2017
Oma sagt: Lachen ist die beste Medizin. Von daher erscheint die Idee von Regisseur André Erkau und Autor Gernot Gricksch, das Thema Burnout in eine Komödie zu verpacken, gar nicht verkehrt. Im Fall von „Happy Burnout“ verfehlt die Medizin aber ihre Wirkung, weil die Figuren kaum charakterisiert, sondern mit Klischees getriggert werden.

18

USA 2016 | Regie: Jim Jarmusch, Mitwirkende: Iggy Pop, Mike Watt, Danny Fields, Ron & Scott Asheton, Ewan McGregor | ab 27.04.2017
Tom Waits und John Lurie in „Down by Law“, RZA in „Ghost Dog“, äthiopischer Jazz in „Broken Flowers“ – Musik spielt in der Filmographie von Jim Jarmusch seit eh und je eine Hauptrolle, unvergessen ist die Tanzeinlage des Slackers Chris Parker aus dem 1980er-Debütfilm „Permanent Vacation“. „Gimme Danger“ über die Punkrock-Wegbereiter The Stooges ist nun nach „Year of the Horse“ (1997) über Neil Young & Crazy Horse seine zweite Musikdoku.

20

USA 2016 | Regie: John Lee Hancock | Darsteller: Michael Keaton, Laura Dern, Nick Offerman | 115 Min. | ab 20.04.2017
Ray Kroc (Michael Keaton) tingelte als Vertreter für Milkshake-Mixer durchs Land, als er auf die Brüder Dick und Mac McDonald (Nick Offerman, John Caroll Lynch) stieß. Sie betrieben ein auf Effektivität ausgerichtetes Hamburger-Restaurant, das Kroc vom Fleck weg faszinierte. Der Traum vom Burgerimperium war entbrannt und Kroc machte sich daran, das Konzept landesweit zu kopieren.

15

GB, USA 2016 | Regie: Mick Jackson | Darsteller: Rachel Weisz, Tom Wilkinson, Timothy Spall, Andrew Scott, Jack Lowden, Caren Pistorius, Alex Jennings | ab 13.04.2017
Noch perfider als eine Verharmlosung des Holocaust ist wohl die völlige Leugnung des Genozids. Der Brite David Irving ist so ein Geschichtsklitterer: „Ich bin kein Historiker des Holocaust, ich bin ein Historiker Hitlers“, lautet seine entlarvende Selbstdarstellung.

12

USA 2016 | Regie: Stephen Gaghan | Darsteller: Matthew McConaughey, Edgar Ramirez, Bryce Dallas Howard, Toby Kebbell, Rachael Taylor, Bruce Greenwood | ab 13.04.2017
Der versoffene Fantast Kenny Wells (Matthew McConaughey) träumt als Prospektor vom fetten Geld, ist aber fast bankrott. Ohne seine liebende Frau Kay (Bryce Dallas Howard) würde wohl gar nichts mehr gehen. Doch im Jahr 1988 gelingt Wells ein echter Coup, als er mit dem Geologen und Abenteurer Michael Acosta (Édgar Ramirez) eine Goldader im indonesischen Regenwald entdeckt.

10

D 2017 | Regie: Jakob Lass | Darsteller: Ella Rumpf, Maria-Victoria Dragus, Enno Trebs, Orce Feldschau, Benjamin Lutzke, Franz Rogowski, Lana Cooper | ab 06.04.2017
Schon die reißerische Kung-Fu-Titelschrift macht klar, dass „Tiger Girl“ kein alltäglicher Film ist. Am Werk ist Regisseur Jakob Lass, dessen Indie-Erfolg mit „Love Steaks“ knapp drei Jahre zurückliegt. Inzwischen kommt das Taschengeld fürs Drehen von offizieller Seite, nämlich von der ehrwürdigen Constantin Film. Glattgebügelt ist der Berlinale-Liebling trotzdem nicht.

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F/GB 2016 | Regie: Ben Wheatley | Darsteller: Sam Riley, Michael Smiley, Armie Hammer | 90 Min. | ab 06.04.2017
Ben Wheatley, der irrwitzige König des abseitigen Britfilms. Der letzte Schatten einer einstmals so vielversprechenden Kinolandschaft, der sich mit Mut zur Sperrigkeit Schubladen widersetzt, seine Filme angenehm hinrotzt, dabei Kinogeschichte inhaliert und auf Konventionen pfeift.

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USA 2017 | Regie: Mark Pellington | Darsteller: Shirley MacLaine, Amanda Seyfried, Philip Baker Hall | 108 Min. | ab 13.04.2017
Oh, Shirley. Nicht wenige haben sich in dich verliebt. Billy Wilder etwa, der dich immer wieder besetzte, als „Mädchen Irma la Douce“ oder in dem Meisterwerk „Das Appartement“ an der Seite von Jack Lemmon, der dir deinen Oscar einbrachte – im Komödienfach eine Rarität.

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