Der Filmemacher Romuald Karmakar, Regisseur von „Der Totmacher“ und „Die Nacht singt ihre Lieder“, nimmt die deutsche elektronische Tanzmusik der Gegenwart ernst. Drei Dokus über Techno hat Karmakar schon gedreht, die auf der diesjährigen Berlinale uraufgeführte „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ ist nun der vorläufige Höhepunkt dieser Reihe.

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Von Dinky (double income, no kids yet) zu Sinky (single income, no kids yet): Frida ist 36 und wünscht sich ein Kind. Seit zwei Jahren unterliegt die Beziehung zu ihrem Freund Tobias einem strikten Zeugungsprogramm. Doch was sie auch versucht, ihr Kinderwunsch erfüllt sich nicht. Gerade als sie eine künstliche Befruchtung in Erwägung zieht, beendet Tobias die Beziehung.

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Probleme mit Autoritäten an staatlichen Schulen hatten sie alle: Alex, Anfang zwanzig, ist schon von zehn Schulen geflogen, Lena schmiss die Schule für einen Wegzug aus ihrem Heimatkaff und der in Aachen aufgewachsene Hanil war zu dauerbekifft, um das Abitur zu schaffen. Die drei Jugendlichen und einige andere wollen das Abi nun nachholen und besuchen dafür die „Schule für Erwachsenenbildung“ (SFE) in Berlin-Kreuzberg.

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Der jüdische Film trauert anders. Die Tragik des Verlusts paart sich immer wieder auf ganz eigentümliche Weise mit der Komik der menschlichen Existenz. In Asaph Polonskys „Ein Tag wie kein anderer“ ist die Schiv’a, die siebentägige jüdische Totenwache, gerade vorbei. Eyal und Vicky versuchen, zum Alltag zurückzukehren, was allerdings kein leichtes Unterfangen ist, haben sie doch gerade ihren Sohn beerdigt.

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Von einer unbeschwerten Kindheit kann Conor (Lewis MacDougall) nur träumen. Doch nicht einmal das ist ihm vergönnt. Der Junge lebt bei seiner kranken Mutter Elizabeth (Felicity Jones). Seine Mitschüler ziehen ihn damit auf, und als Elizabeth schließlich zu schwach ist, um für ihn zu sorgen, kommt Conor zu seiner strengen Großmutter (Sigourney Weaver).

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Was für ein Auftakt! Die erste Szene in „Guardians of the Galaxy 2“ lässt Großes hoffen. Baby-Groot zu „Mister Blue Sky“ von ELO tanzen zu lassen, während seine Freunde im Hintergrund gegen ein riesiges Ekelbiest kämpfen, ist schlicht genial. Die Mischung aus Wahnsinn, Witz und Special Effects scheint perfektioniert, das Wiedersehen ist rundum gelungen und auch der Soundtrack stimmt.

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„Alles ist Kunst, jeder ist Künstler“ – diese so bekannte wie griffige Prämisse des 1986 verstorbenen Aktionskünstlers Joseph Beuys beschreibt sein Wirken wohl besser als jedes andere Zitat. Beuys war ein Rebell der Kunst, ein Phantast, auch ein Aufrührer und Neudenker. Regisseur Andres Veiel („Black Box BRD“) lässt Beuys in seinem Doku-Porträt ausführlich selbst zu Wort kommen.

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James Baldwin war einer der wichtigsten Bürgerrechtler der afroamerikanischen Community und ein wichtiger Vordenker seiner Zeit. Der Schriftsteller kämpfte zeitlebens für die Rechte und Würde seiner Mitmenschen. In dem unvollendeten Buch „Remember This House“ reflektierte Baldwin Ende der Siebziger seinen eigenen Kampf entlang der Biographien dreier unterschiedlicher Mitstreiter: Medgar Evers, Malcolm X und Martin Luther King.

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Mit „Die andere Seite der Hoffnung“ liefert der eigenwillige Filmemacher Aki Kaurismäki seine ganz eigene Stellungnahme zur Flüchtlingskrise. Er erzählt die Geschichte aus der Sicht des Syrers Khaled, der über Umwege nach Finnland gelangt, nachdem er seine Schwester an der ungarischen Grenze verlor.

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Oma sagt: Lachen ist die beste Medizin. Von daher erscheint die Idee von Regisseur André Erkau und Autor Gernot Gricksch, das Thema Burnout in eine Komödie zu verpacken, gar nicht verkehrt. Im Fall von „Happy Burnout“ verfehlt die Medizin aber ihre Wirkung, weil die Figuren kaum charakterisiert, sondern mit Klischees getriggert werden.

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Tom Waits und John Lurie in „Down by Law“, RZA in „Ghost Dog“, äthiopischer Jazz in „Broken Flowers“ – Musik spielt in der Filmographie von Jim Jarmusch seit eh und je eine Hauptrolle, unvergessen ist die Tanzeinlage des Slackers Chris Parker aus dem 1980er-Debütfilm „Permanent Vacation“. „Gimme Danger“ über die Punkrock-Wegbereiter The Stooges ist nun nach „Year of the Horse“ (1997) über Neil Young & Crazy Horse seine zweite Musikdoku.

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Ray Kroc (Michael Keaton) tingelte als Vertreter für Milkshake-Mixer durchs Land, als er auf die Brüder Dick und Mac McDonald (Nick Offerman, John Caroll Lynch) stieß. Sie betrieben ein auf Effektivität ausgerichtetes Hamburger-Restaurant, das Kroc vom Fleck weg faszinierte. Der Traum vom Burgerimperium war entbrannt und Kroc machte sich daran, das Konzept landesweit zu kopieren.

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Noch perfider als eine Verharmlosung des Holocaust ist wohl die völlige Leugnung des Genozids. Der Brite David Irving ist so ein Geschichtsklitterer: „Ich bin kein Historiker des Holocaust, ich bin ein Historiker Hitlers“, lautet seine entlarvende Selbstdarstellung.

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Der versoffene Fantast Kenny Wells (Matthew McConaughey) träumt als Prospektor vom fetten Geld, ist aber fast bankrott. Ohne seine liebende Frau Kay (Bryce Dallas Howard) würde wohl gar nichts mehr gehen. Doch im Jahr 1988 gelingt Wells ein echter Coup, als er mit dem Geologen und Abenteurer Michael Acosta (Édgar Ramirez) eine Goldader im indonesischen Regenwald entdeckt.

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Schon die reißerische Kung-Fu-Titelschrift macht klar, dass „Tiger Girl“ kein alltäglicher Film ist. Am Werk ist Regisseur Jakob Lass, dessen Indie-Erfolg mit „Love Steaks“ knapp drei Jahre zurückliegt. Inzwischen kommt das Taschengeld fürs Drehen von offizieller Seite, nämlich von der ehrwürdigen Constantin Film. Glattgebügelt ist der Berlinale-Liebling trotzdem nicht.

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Ben Wheatley, der irrwitzige König des abseitigen Britfilms. Der letzte Schatten einer einstmals so vielversprechenden Kinolandschaft, der sich mit Mut zur Sperrigkeit Schubladen widersetzt, seine Filme angenehm hinrotzt, dabei Kinogeschichte inhaliert und auf Konventionen pfeift.

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Oh, Shirley. Nicht wenige haben sich in dich verliebt. Billy Wilder etwa, der dich immer wieder besetzte, als „Mädchen Irma la Douce“ oder in dem Meisterwerk „Das Appartement“ an der Seite von Jack Lemmon, der dir deinen Oscar einbrachte – im Komödienfach eine Rarität.

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