Start: 07.12.
Ein Leben für ein Leben: Innerhalb der Mauern eines Krankenhauses spielen sich alle Winkel der emotionalen Klaviatur ab. In einem Raum müssen die Angehörigen mit dem Verlust klarkommen, während in einem anderen neues Leben geboren wird. Im ersten Raum finden sich die Eltern des 17-jährigen Simon wieder, nachdem ihr Sohn bei einem Surfunfall ins Koma fiel. Nun müssen die getrennt lebenden Eltern eine Entscheidung treffen, die das Leben von Claire retten könnte.

6

Start: 07.12.
Zwischen „Elliot, der Drache“ und der kommenden Peter-Pan-Verfilmung hat der Regisseur und Autor David Lowery eine persönliche, eigenwillige, wunderschöne Gespenstergeschichte realisiert. Rooney Mara spielt darin die junge M, Casey Affleck deren Mann C, der bei einem Autounfall stirbt und als Geist ins gemeinsame Vorstadthäuschen zurückkehrt. Während M trauert, steht C stumm daneben und kann sich nicht bemerkbar machen. Der Film verharrt die meiste Zeit im Innenraum des Hauses. Zeit verrinnt, neue Menschen ziehen ein und aus, es geht in die Zukunft und wieder zurück.

4

Start: 30.11.
Was würde der nach seinem Fundort in den Ötztaler Alpen benannte Ötzi wohl dazu sagen, dass er über 5.000 Jahre nach seinem Tod zum Helden eines eigenen Kinoabenteuers avanciert – und dass Jürgen Vogel ihn verkörpert? Ginge es nach Autor und Regisseur Felix Randau, würde er sich in einer Frühform des Rätischen äußern. Ein zu Rate gezogener Linguist kam nämlich zu dem Schluss, dass die Menschen der Jungsteinzeit so kommuniziert haben könnten. Im Kino klingt das wie eine Mischung aus Rufen und Grunzen, versetzt mit ein paar Namen, die nicht unmittelbar als solche erkennbar sind. Auf eine Untertitelung der rar gesäten Dialoge wurde verzichtet, weil die Interaktionen auch ohne Übersetzung universell verständlich sind.

5

Zwischen 2000 und 2006 verübten die Neonazi-Terroristen des NSU neun rassistisch motivierte Anschläge auf Migranten. Der „Gegen die Wand“-Regisseur Fatih Akin nimmt das schwierige Kapitel jüngster deutscher Geschichte zum Anlass für eine fiktive Story, die konsequent aus der Perspektive einer Hinterbliebenen erzählt. In der Hauptrolle als Katja tritt Diane Kruger auf, die ihren kurdischen Mann Nuri und den kleinen Sohn Rocco bei einem Nagelbombenanschlag in Hamburg verliert.

18

Kumail lebt als in den USA geborener Sohn einer pakistanischen Einwandererfamilie in Chicago. Seine Eltern erwarten, dass er Anwalt oder Arzt wird, und die Mutter lässt keine Gelegenheit aus, den Sohn für eine arrangierte Ehe zu begeistern. Doch der bestens in den amerikanischen Way of Life integrierte Kumail hält nichts von arrangierter Liebe und träumt von einer Karriere als Stand-up-Comedian.

4

Teheran – Stadt zwischen Tradition und Moderne. Auf der einen Seite ist ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung gut situiert, gebildet und wohlhabend. Auf der anderen Seite ist die Macht des Islam allgegenwärtig, das Patriarchat undurchdringbar, wenn man als Frau versucht, in der Gesellschaft zurechtzukommen wie die Protagonistinnen von „Teheran Tabu“.

7

„Fikkefuchs“ ist einer der geilsten deutschen Filme der letzten Zeit! Aus jeder Pore tropfen satirische Spitzen, beißende Ironie und eine zeitgeistige Machart, die die Mittel des Digitalkinos geschickt nutzt. Die Story handelt vom Mittfünfziger Rocky und seinem Sohn Thorben, von dessen Existenz Rocky erst erfährt, als der junge Mann plötzlich vor seiner Tür steht.

15

Nova Scotia, Kanada in den 1930ern: Maud Dowley ist eine selbstbewusste junge Frau, kreativ, begabt und mit einem verspielten Blick auf die Welt um sie herum. Doch ihre Behinderung machte sie bisher abhängig von Anderen. Als Kind erkrankte sie an rheumatischer Arthritis. Seitdem humpelt sie und erträgt stolz die Demütigungen und Bevormundungen ihrer Mitmenschen. Das soll sich ändern, als sie in einem Laden die Anzeige für einen Job als Haushälterin entdeckt. Maudie ist fest entschlossen, auf eigenen Beinen zu stehen und schleppt sich bis zum Haus von Everett Lewis.

9

Im Februar 1943 werden alle als Zwangsarbeiter verbliebenen Juden in Berlin verhaftet. Das Regime erklärte die Stadt als „judenrein“. Doch unerkannt gelingt es rund 7.000 Juden unterzutauchen. 1.700 von ihnen werden Verfolgung und Krieg überleben. „Die Unsichtbaren“ porträtiert das Schicksal vier junger Berliner als Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm.
Ab 26.10.2017 im Kino

26

Kunst, Kommerz und Wirklichkeit. Ruben Östlund hat sich Großes vorgenommen für seinen neuen Spielfilm. Er konfrontiert die Kunstwelt mit dem wahren Leben. Dass das blutig endet, ist absehbar, dass es leicht ins Didaktische abdriften kann, ebenso. Auch wenn Östlund den Zirkus bisweilen etwas überdeutlich karikiert, weiß er doch über die ausladenden 140 Minuten Laufzeit immer wieder zu überraschen. Er wirft den Chef eines Kopenhagener Museums für moderne Kunst mitten hinein in eine absurde Farce, eine Parade der Eitelkeiten. Christian ist ein Vertreter im Nadelstreifenanzug. Seine Ware ist die Kunst, sein Ziel ist es, sie an ein zahlungskräftiges Publikum zu bringen. Nach Außen wirkt er aalglatt, aber eigentlich hat er keinen Plan. Das wird schnell klar als man ihm in einer ausgefeilten Inszenierung auf der Straße sein Handy und sein Portemonnaie klaut.

21

Der Roman „Minority Report“ von Philip K. Dick – und dessen Verfilmung durch Steven Spielberg – zeichneten die Zukunftsvision eines perfekten Staates. In ihm gehört Kriminalität der Vergangenheit an, da die Menschheit einen Weg gefunden hat, zukünftige Taten bereits in der Gegenwart zu verhindern. Diese Vision ist längst nicht mehr reine Utopie. Schon heute arbeiten Einsatzkräfte etwa in Chicago, Paris und Berlin mit Früherkennungssystemen, die eine Vielzahl von Daten auswerten und auf diese Weise potenzielle Verbrechensherde ausmachen. Menschen werden kategorisiert und die Wahrscheinlichkeit einer Straftat ermittelt.

20

1989: ein Schicksalsjahr – nicht nur für das Land, in dem Anne (Josefine Preuß) lebt, sondern auch für sie. Ihr Verhältnis zur DDR ist gespalten. Ihre Mutter wurde vor Jahren in den Westen abgeschoben, weil sie für Wolf Biermann auf die Straße ging. Ihr Vater ist ein Duckmäuser, der um seine Anstellung am Ost-Berliner Theater bangt. So bekommt er auch nicht mit, dass Anne schwanger ist. Er weiß noch nicht einmal, dass das Kind von Matti (Marc Benjamin) ist – ausgerechnet dem Sohn seines Erzfeinds Harry (Devid Striesow) am Theater. Matti reagiert nicht gerade euphorisch, als er es von Anne erfährt. Also steht ihr Entschluss fest: sie will rübermachen in den Westen zu ihrer Mutter, zur Not allein.

3

Die Brüder Joel und Ethan Coen bereichern seit mehr als drei Jahrzehnten die Filmwelt mit ihren grotesken, tiefschwarzen Geschichten. Den Anfang nahm alles bereits 1984: der Mord, die Intrige, der schwarze Humor – in „Blood Simple“, ihrer kleinen, feinen Hommage an die Klassiker des Film Noir, ist alles bereits ausgelegt. Selbst Frances McDormand ist in der Hauptrolle zu sehen, zwölf Jahre bevor die Coen-Brüder sie zu Oscarehren führten, indem sie ihr die grandiose Hauptrolle in „Fargo“ schrieben. Mit ihrem Meilenstein in Schneeweiß und Blutrot teilt „Blood Simple“ die Stimmung und den Erzählstil. Wie „Fargo“ entführt ihr Frühwerk den Zuschauer in die Abgründe menschlichen Handelns.

9

D 2017 | Regie: Nick Baker Monteys | Darsteller: Jürgen Prochnow, Petra Schmidt-Schaller, Suzanne von Borsody | 107 Min., Start: 21.09.
Der 92-jährige Eduard Leander (Jürgen Prochnow) bricht eines Tages einfach auf, sehr zum Schrecken seiner Tochter Uli (Suzanne von Borsody), zu der er sonst kaum Kontakt hat. Doch als sie von seiner plötzlichen Abreise erfährt, schickt sie ihm die Enkelin Adele (Petra Schmidt-Schaller) mit auf den Weg. Widerwillig akzeptiert er seinen Anhang, will aber auch ihr nicht verraten, wohin die Reise geht. Es wird eine Reise in Eduards Vergangenheit, die in einem kleinen Ort in der Ukraine verborgen liegt.

6

USA 2017 | Regie: Steven Soderbergh, Darsteller: Channing Tatum, Adam Driver, Daniel Craig, Riley Keough, Katie Holmes, Seth MacFarlane | Start: 14.09.
Eigentlich wollte Steven Soderbergh keine Filme mehr drehen, doch vier Jahre nach seinem Kinoausstieg feiert er mit der Gaunerkomödie „Logan Lucky“ ein Comeback. Und das ist gut so! Soderberghs schrullige Variation auf seinen Blockbuster „Ocean’s 11“ überzeugt mit schrägen Figuren, die einem Skript der Gebrüder Coen entsprungen sein könnten. Die Handlung spielt im Arbeitermilieu von West Virginia, wo die Brüder Jimmy (Channing Tatum) und Clyde Logan (Adam Driver) einen Coup beim NASCAR-Rennen in North Carolina planen. Die Brüder wollen das Rohrpostsystem anzapfen, das Bargeld aus diversen Kassen in einen Safe transportiert. Dafür brauchen sie die Hilfe des Sprengstoffspezis Joe Bang (blondiert: Daniel Craig), der aber dummerweise im Knast sitzt …

25

USA, AE 2016 | Regie: James Ponsoldt | Darsteller: Emma Watson, Tom Hanks, Patton Oswalt, Glenne Headly, Bill Paxton, John Boyega | Start: 14.09.
Die junge Mae (Emma Watson) freut sich über ihren neuen Job als Kundenbetreuerin beim angesagten IT-Konzern The Circle, einer Mischung aus Apple, Facebook und Google. Das neuste Gadget des CEOs Eamon Bailey (Tom Hanks) ist die portable, mit dem Internet verbundene Minikamera SeeChange, die eine weltumspannende Überwachung aller Menschen ermöglichen soll. In regelmäßigen Motivationsreden für die Belegschaft verkauft der Visionär seinen Plan als Wohltat an der Menschheit. Denn wer würde schon Schlechtes tun, wenn er beobachtet wird? Mae befürwortet Baileys Idee und stellt sich als Werbegesicht für das neue Firmenprodukt zur Verfügung. Fortan wird sie rund um die Uhr gefilmt und erfährt am eigenen Leib, dass die schöne neue Welt ihres Chefs Schattenseiten hat.

22

J/HK/TW 2017 | Regie: Sabu | Darsteller: Chen Chang, Shô Aoyagi, Yi Ti Yao | 129 Min., Start: 14.09.
Sabu ist ein einzigartiger Paradiesvogel unter den Regisseuren Japans. Zur Jahrtausendwende schlug er mit seiner atemlosen Gangsterposse „Monday“ auch bei uns ein und definierte das junge japanische Kino mit. Zwei Dekaden und rund ein Dutzend höchst vielfältige Filme später schließt sich der Kreis nun mit einer ebenso aberwitzigen Genreperle. Mr. Long ist Auftragskiller und stammt eigentlich aus Taiwan. Doch als ein Auftrag in Tokio misslingt, landet er blutverschmiert im verlassenen Teil eines Vororts.

15

D 2017 | Regie: Arne Feldhusen Darsteller: Charly Hübner, Annika Meier, Detlev Buck, Marc Hosemann, Bjarne Mädel | 111 Min., Start: 31.08.17 Karl Schmidt (Charly Hübner) hat sein Leben eigentlich wieder im Griff. Nach psychisch labilen Phasen, die ihn letztlich zuerst in die Psychiatrie und anschließend in eine (Anti-)Drogen-WG gebracht haben meistert er seinen Alltag …

59

CHI/D/E/USA 2017 | Regie: Sebastián Lelio Darsteller: Daniela Vega, Francisco Reyes, Luis Gnecco | 104 Min., Start: 07.09.
Marina und Orlando sind ein tolles Paar. Offen, ehrlich, liebevoll. Der Altersunterschied zwischen ihnen ist kein Problem. Auch nicht Marinas Job als Sängerin in einem Nachtclub, der so völlig gegensätzlich ist zu der Welt, in der sich der erfolgreiche Unternehmer Orlando bewegt. Gemeinsam haben sie sich eine Wohnung eingerichtet und schmieden Urlaubspläne. Doch die Träume werden jäh zerstört, als Orlando plötzlich stirbt und Marina mehr verliert als ihren Partner. Denn seine Familie, die er vor Jahren verließ, schaltet sich ein. Sie behandeln Marina, die einst ein Mann war, wie eine Aussätzige, werfen sie aus der Wohnung und verwehren ihr die Trauer. Doch die junge Frau ist stolz und selbstbewusst. Sie wird nicht kampflos aufgeben.

32

F, BEL, USA 2017 | Regie: Jacques Doillon Darsteller: Vincent Lindon, Izïa Higelin, Séverine Caneele, Bernard Verley, Olivier Cadiot | Start: 31.08.
Das Biopic über den berühmten französischen Bildhauer beginnt in Rodins weitläufigem Atelier und verweilt dort die meiste Zeit. Statt die konventionelle Dramaturgie eines Künstlerfilms abzuhaken, arbeitet Regisseur und Autor Jacques Doillon mit Auslassungen. Als die Handlung im Jahr 1880 einsetzt, bekommt der 40-jährige Rodin (Vincent Lindon) seinen ersten staatlichen Auftrag: ein Hochrelief nach Dantes Göttlicher Komödie, an dem er die folgenden 37 Jahre werkelt. Zentral für den künstlerischen Herstellungsprozess ist Rodins Liaison mit seiner deutlich jüngeren Muse und Schülerin Camille Claudel (Izïa Higelin), die sein Schaffen maßgeblich mitprägt.

7

D 2017 | Regie: Soleen Yusef | Darsteller: Mina Özlem Sagdic, Sasun Sayan, Murat Seven | 117 Min., Start: 31.08.2017
Die Geschwister Liya, Jan und Alan leben mit ihrer Mutter Gule in Deutschland. Vor langer Zeit kamen sie aus Kurdistan, nun erwartet die Mutter von ihren erwachsenen Kindern, dass sie sie zurück in die Heimat begleiten. Doch nur Jan kehrt mit seiner Mutter zurück in das Gebiet im Norden des Iraks. Kurz darauf sendet er seinen Geschwistern eine Nachricht: Gule ist gestorben. Sie will in einem kleinen Ort neben dem Vater beerdigt werden. Doch die Familie ist dagegen. Die Gründe dafür verheimlicht Jan seinen Geschwistern. Heimlich stehlen sie den Leichnam und eine Odyssee durch die gewaltige Landschaft beginnt, während weiter im Norden der Islamische Staat erste Städte besetzt.

9

F/B 2017 / R: Lucas Belvaux / D: Émilie Dequenne, André Dussollier, Catherine Jacob, Guillaume Gouix / 117 min Die Grande Nation schläft noch, als sich Pauline Duhez auf den Weg zur Arbeit macht. Als Krankenschwester im ambulanten Pflegedienst ist sie immer auf Achse. Als allein erziehende Mutter bleibt ihr keine Zeit für sich. Aber …

10

ROM/D/F 2017 | Regie: Călin Peter Netzer | Darsteller: Diana Cavallioti, Mircea Postelnicu, Carmen Tănase, Vasile Muraru, Adrian Titieni, Start: 24.08.
Für sein Melodram „Mutter und Sohn“ erhielt der Rumäne Călin Peter Netzer 2013 den Goldenen Bären der Berlinale. Dieses Jahr präsentierte er sein Liebesdrama „Ana, mon Amour“ ebenfalls im Wettbewerb der Berliner Filmfestspiele. Im Zentrum steht die Liebe zwischen Toma und Ana (Mircea Postelnicu und Diana Cavallioti), die sich an der Uni kennenlernen. Die junge Beziehung wird bald von Anas heftigen Panikattacken überschattet. Toma umsorgt seine psychisch labile Freundin und den gemeinsamen Sohn Tudor, wobei die Grenzen zwischen Liebe, Obsession und Abhängigkeit verschwimmen …

18

USA 2017 | Regie: Valeska Grisebach, Darsteller: Meinhard Neumann, Reinhardt Wetrek, Viara Borisova, Veneta Fragnova, Detlef Schaich, Start: 24.08.
Mit „Sehnsucht“ etablierte sich Valeska Grisebach als Teil der sogenannten Berliner Schule, deren Vertreter Alltagsbeobachtungen mit einer strengen formalen Gestaltung verbinden. In der Dekade seit der Premiere von „Sehnsucht“ hat sich die Stilrichtung zaghaft dem Genrekino angenähert, worauf schon der Titel des neuen Grisebach-Films verweist: „Western“. Grisebach nutzt Western-Archetypen für eine präzise Annäherung an Männlichkeit und Hierarchien, Sprachbarrieren und Nationalismus. Ein deutscher Arbeitertrupp, die Vorhut für den Bau eines Wasserkraftwerks, erreicht das bulgarische Hinterland.

30

JO/NL/D 2016 | Regie: Mahmoud al Massad | Darsteller: Ahmad Thaher, Maher Khammash, Odai Hijazi, 83 Min., Start: 17.08.
Mahmoud al Massad inszenierte mit seiner schlitzohrigen Komödie „Gelobt sei der kleine Betrüger“ eine seltsame Liebeserklärung an seine Heimat und ihre Bewohner. Sein Jordanien ist eine von Korruption durchdrungene Gesellschaft, in der jeder irgendwie versucht durchzukommen. Die einen landen in hohen politischen Ämtern, obwohl sie eigentlich Elektriker werden wollten, die anderen im Knast.

8

F 2017 | Regie: Cédric Klapisch | Darsteller: Pio Marmaï, Ana Girardot, François Civil, 113 Min., Start: 10.08.
Jean ging vor zehn Jahren fort. Als junger Erwachsener hielt er es nicht mehr aus in der elterlichen Enge des familiären Weinguts. Sein Vater hatte seine Zukunft und die seiner zwei jüngeren Geschwister vorbestimmt. Sie sollten einmal die weitläufigen Ländereien erben und die Tradition der Weinlese weitertragen. Doch Jean hatte andere Pläne, wollte die Welt sehen. Nun, mit 30, kehrt er zurück. Sein Vater liegt im Sterben. Seine Geschwister sind hin- und hergerissen zwischen ehrlicher Freude und Wut darüber, dass er es damals nicht für nötig erachtete, zur Beerdigung ihrer Mutter zurückzukommen. Aufopferungsvoll kümmern sie sich um das Weingut.

29

USA 2017 | Regie: Nikolaj Arcel | Darsteller: Idris Elba, Tom Taylor, Matthew McConaughey, Katheryn Winnick, Jackie Earle Haley, Abbey Lee, Start: 10.08.
Die Pressevorführungen zu „Der dunkle Turm“ finden Anfang August statt – daher können wir an dieser Stelle nur einen Ausblick liefern. Die Vorproduktion zur Kinoadaption der Stephen-King-Saga „Der dunkle Turm“ dauerte ziemlich lang. Nach einigen Cast-, Regie- und Studiowechseln verpflichtete Sony den Dänen Nikolaj Arcel als Regisseur und vergab die Hauptrolle an Idris Elba („Bastille Day“). King selbst bezeichnet den Romanzyklus als sein Hauptwerk. Die zwischen 1982 und 2011 veröffentlichten acht Bände erzählen die epische Reise des Revolvermanns Roland durch eine zwischen Italowestern und „Herr der Ringe“ aufgespannte Fantasy-Welt.

6

GB/IND 2017 | Regie: Gurinder Chadha, Darsteller: Gillian Anderson, Michael Gambon, Hugh Bonneville, 106 Min., Start: 10.08.
„Die Geschichte schreiben immer die Sieger“ – das Zitat, das Regisseurin Gurinder Chadha ihrer Nacherzählung der historischen Ereignisse um die Unabhängigkeit Indiens voranstellt, gibt stets nur einen Teil der Wahrheit wieder. Die Geschichte wird immer auch vom Volk geschrieben, und das gehört nur selten zu den Gewinnern. Als der Vizekönig Lord Mountbatten und seine Frau 1947 nach Indien kommen, fällt ihnen die unrühmliche Aufgabe zu, das Land nicht nur in die Unabhängigkeit, sondern schließlich auch in die Teilung zu führen.

9

GB 2016 | Regie: Adam Smith | Darsteller: Michael Fassbender, Brendan Gleeson, Lyndsey Marshal, Start: 03.08.
Einmal ein Cutler, immer ein Cutler: Chad (Michael Fassbender) hat keine Wahl, wenn um seine Zukunft geht. Als Teil des Cutler-Clans, einer Sippe von kriminellen Asozialen, lebt er mit seiner Frau Kelly (Lyndsey Marshal) und ihrem siebenjährigen Sohn Tyson in einer Wohnwagensiedlung in der Provinz. Er hat sich mit seinem Leben unter den Fittichen seines Vaters Colby (Brendan Gleeson) abgefunden, aber Kelly nährt in ihm den Traum von einem Leben fernab seines Einflusses. Sie ist die nächtlichen Spritztouren satt, bei denen Chad als Fahrer für die Raubzüge der Gang herhalten muss. Schließlich wird Colby immer unberechenbarer und hetzt die Cops auf ihre Fersen.

12

USA 2017 | Regie: Matt Reeves | Darsteller: Andy Serkis, Woody Harrelson, Judy Greer, Terry Notary, Steve Zahn, Ty Olsson, Start: 03.08.
Kinofans sahen dem 2011 gestarteten Reboot „Planet der Affen: Prevolution“ skeptisch entgegen, denn kein Geringerer als Tim Burton hatte die Kultreihe zehn Jahre zuvor mit seinem misslungenen Remake in Verruf gebracht. Letztlich entpuppte sich Rupert Wyatts Neuanfang jedoch als formidabler Blockbuster, weil er modernste digitale Kinoeffekte gekonnt mit dem Schicksal der Figuren verband. Das Sequel von Matt Reeves („Revolution“) überzeugte ebenfalls als Abenteuer, das seine Spannung aus der Figurenkonstellation bezieht – und nicht wie aktuelle Effektorgien allein aus Schauwerten.

9