Start: 15.02.
In manchen Kommentarspalten sammeln sich bereits erste Stimmen, die den neuen Film von Guillermo del Toro niedermachen. Aber ihr, liebe Leserinnen und Leser der Movie, solltet euch von den Hatern nicht beirren lassen! Del Toros Außenseitermärchen ist nämlich ein zauberhafter Film, einer, der die Klaviatur des Kinos mit scheinbarer Leichtigkeit spielt, kurzum: ein Meisterwerk. Wie in „Pans Labyrinth“ verquickt der Autorenfilmer einen Fantasyplot mit einem realen historischen Kontext. Was bei „Pan“ das faschistische Spanien war, ist hier der Kalte Krieg mit dem Wettrüsten zwischen Amerikanern und Russen.

4

Start: 15.02.
Der neue Thriller von Ridley Scott machte bereits im Vorfeld seiner Premiere einige Schlagzeilen, als 1. der Auftritt von Kevin Spacey wegen der gegen ihn erhobenen Missbrauchsvorwürfe gestrichen und sein Part mit Christopher Plummer neu abgedreht wurde und als 2. herauskam, dass Mark Wahlberg beim kurzfristig anberaumten Nachdreh eine um 99 Prozent höhere Gage als seine Kollegin Michelle Williams erhielt. Im Kontext der aktuellen Sexismusdebatte in Hollywood und anderswo ist „Alles Geld der Welt“ also kein unbeschriebenes Blatt, doch über den Film selbst sagt das freilich nichts aus.

2

Start: 08.02.
Ein weißer Fleck auf der Landkarte, schroff und erbarmungslos. Die Winter sind hier in Wyoming besonders hart mit Minustemperaturen im zweistelligen Bereich. Der Jäger Cory Lambert entdeckt eine junge Frau im Schnee. Doch ihr Körper liegt nicht irgendwo, sondern am Rande des Indianerreservats Wind River und auch das tragische Opfer ist indianischer Abstammung. Für die Bundespolizei ist der Fall damit unwichtig. Soll sich doch die Behörde für indianische Angelegenheiten damit abgeben. Die junge FBI-Agentin Jane Banner wird von der Ausbildung im 800 Meilen entfernten Las Vegas in die verschneite Gegend beordert. Je mehr sie über die Zustände in dem Reservat erfährt, desto mehr fühlt sie sich verpflichtet, den Fall aufzuklären.

6

Start: 01.02.
Die Welt dreht sich um Reynolds Woodcock. Der Modedesigner lebt ein von strengen Regeln diktiertes Leben im London der 1950er. Der Erfolg gibt ihm recht, die Frauen liegen ihm zu Füßen. Doch kaum eine Frau hält es länger als ein paar Monate mit ihm aus. Da trifft er auf die resolute Kellnerin Alma. Reynolds ist fasziniert von der hochgewachsenen Frau, deren Maße und unverblümte Direktheit ihn faszinieren. Doch auch Alma muss sich den Launen des Meisters unterwerfen, versucht dabei aber, ihre Autonomie zu bewahren.

8

Start: 01.02.
Wenn andere feiern, müssen Max und sein Team schuften. Seit 30 Jahren organisiert er feudale Hochzeiten für gut betuchte Kunden. Dabei kann ihn nichts aus der Ruhe bringen: Wenn das Fleisch ausfällt, müssen spontan Pasteten her, wenn die Band umkippt, macht man eben mit Platten weiter. Eine desolate Stromversorgung macht ihm ebenso wenig zu schaffen wie ein arroganter Bräutigam. Vor privaten Schlägen ist er aber auch nicht gefeit, und so muss er sich von seiner Frau verabschieden und auch seine Affäre gibt ihm den Laufpass. All das geschieht in einer Nacht, die noch viele Überraschungen zu bieten hat – und nicht alle davon sind von Max geplant.

4

Start: 01.02.
Es ist ein Film, der so schlecht ist, dass man es kaum glauben mag: „The Room“. Das 2003 veröffentlichte Machwerk des schrulligen Kanadiers Tommy Wiseau hat heute zahlreiche Fans, die den ungewollten Trashcharakter zu schätzen wissen. Nun nimmt sich Regisseur und Darsteller James Franco der Entstehungsgeschichte des Kultfilms an. Der Plot setzt 1998 in San Francisco ein, wo der exzentrische Tommy (James Franco) und der 19-jährige Greg (Dave Franco) von einer Schauspielkarriere träumen, aber nur mieses Feedback bekommen. Also wollen die Kumpels in Los Angeles groß rauskommen. Aus unbekannter Quelle akquiriert Tommy 6 Millionen US-Dollar, um einen eigenen Film zu drehen. Doch beim Dreh verzweifelt die Crew an seinen Launen und seiner Talentlosigkeit …

8

Start: 25.01.
Moritz Bleibtreu ist Ricky, ein Gangster – was sonst –, der frisch aus dem Knast gekommen ist und von einem Leben unter der Sonne Cabreras träumt. Dazu fehlt ihm allerdings das nötige Kleingeld. Also muss ein Job her, den er bei seinem Kumpel Latif (Kida Khodr Ramadan) findet: ein todsicheres Ding, das natürlich mächtig schiefläuft, weil sein chronisch unfähiger Bruder Rafael (Edin Hasanovic) die Beute verliert.

10

Start: 25.01.
Wegen eines seltenen Gendefekts kam der zehnjährige August „Auggie“ Pullmann mit einem entstellten Gesicht zur Welt. Bislang unterrichtete ihn seine Mutter zu Hause, nun geht der Junge in die fünfte Klasse einer öffentlichen Schule – und avanciert wie befürchtet zum Gespött der anderen Kinder. Das emotionale Außenseiterdrama „Wunder“ hätte allzu leicht als bittersüße Kitschbombe enden können. Dass dies nicht geschieht, liegt am feinen inszenatorischen Gespür des Filmemachers Steve Chbosky („Vielleicht lieber morgen“) und der multiperspektivischen Handlungsführung.

10

Start: 18.01.
Die Schlacht von Dünkirchen ist 77 Jahre her, aber in diesem Kinojahr allgegenwärtig. Nach „Churchill“ beleuchtet nun auch „Die dunkelste Stunde“ die Rolle des Premiers Winston Churchill. Er war bereits jenseits der sechzig, als er zum Premierminister ernannt wurde. Der Zweite Weltkrieg tobte in Belgien und Frankreich, England wurde zurückgedrängt, die Lage schien aussichtslos. Niemand wollte den dicklichen Gewohnheitstrinker, der allzu oft seine Meinung offen vor sich hertrug.

11

Start: 11.01.
Es zeichnet einen großen Künstler aus, wenn er in verschiedenen Bereichen Meisterhaftes hervorbringt. Ein solcher Meister ist Julian Schnabel wahrlich, zählt er doch nicht nur zu den gefragtesten bildenden Künstlern unserer Zeit, sondern hat es auch bereits mit seinem ersten Film zum gefeierten und vielfach preisgekrönten Regisseur geschafft. „Basquiat“ über seinen Freund und Künstlerkollegen Jean-Michel Basquiat, der viel zu früh verstarb, „Before Night Falls“ über den kubanischen Dichter Reinaldo Arenas und schließlich die Romanadaption „Schmetterling und Taucherglocke“, die in Cannes den Regiepreis gewann – Meisterwerke für sich, die immer wieder auch die eigene Biographie des New Yorkers widerspiegeln.

17

Start: 04.01.
Bereits die Vorspann-Credits im Stummfilmdesign triggern die liebevolle Machart des Kostümfilm-Musicals „The Greatest Showman“, das auf dem Leben des Entertainers P.T. Barnum (1810-91) basiert. Dieser wuchs in Armut auf und führt mit der adretten Charity eine Ehe ohne viel Geld, dafür aber mit einer Extraportion Liebe und zwei reizenden Töchtern. Doch Barnum will seine Herkunft hinter sich lassen und endlich als Teil der feinen Gesellschaft reüssieren. Dafür eröffnet er mit einem Kredit von der Bank eine Mischung aus Kuriositätenkabinett und Akrobatikshow und heuert als Ensemble Außenseiter wie eine vollbärtige Matrone und eine exotische Seiltänzerin an.

35

Start: 28.12.
Centaur wird er genannt – nach dem sagenumwobenen Fabeltier. Dabei lebt der Held der Geschichte ein bescheidenes Leben mit seiner gehörlosen Frau und ihrem kleinen Sohn in der Steppe Kirgisistans am Rande von Bishkek, hoch oben in den Bergregionen der Hauptstadt. Doch nachts schleicht er in die Ställe der reichen Großgrundbesitzer und befreit die edlen Rennpferde. Er will die Ehre und das Glück seines Volkes wiederherstellen, indem er der alten Legende nach auf einem edlen Pferd zum Himmelsvater emporreitet.

10

Start: 14.12.
Das Kino von Claire Denis („Beau travail“) ist sperrig und verschließt sich zumeist dem Zugang einer breiten Zuschauerschaft. In ihrer Heimat wird sie verehrt, hierzulande ist sie kaum bekannt. Da überrascht sie uns mit ihrem zugänglichsten Werk, der Selbstfindung einer Frau in den „besten Jahren“. Juliette Binoche ist Isabelle, eine angesehen Künstlerin, die sich in den blasierten Kreisen der Kunstwelt bewegt, aber nie richtig dazugehörte. Trotzdem versucht sie, sich ein wenig anzupassen – an die Unangepassten, die auch nur das Klischee leben.

18

Start: 14.12.
Mathieu, 33, lebt mit Frau und Kind in Paris, als ihn die Nachricht vom Tod seines zeitlebens unbekannten Vaters erreicht. Um seine Halbbrüder und die übrige Familie kennenzulernen, fliegt Mathieu nach Montreal, wo ihn Pierre empfängt. Der beste Freund des toten Vaters will das Familiengeheimnis nicht lüften und stellt Mathieu als Freund aus Paris vor. Mit Pierre und seinen Halbbrüdern sucht Mathieu in einem See nach der Leiche des beim Angeln gestorbenen Vaters und findet Trost bei Pierres Frau und Tochter.

6

Start: 14.12.
Der Schotte Andy Goldsworthy schafft vergängliche Kunst in der Natur – als Teil und mit der Natur. Fragile Skulpturen, kunstvolle Collagen, Skulpturen, die von Regen und Schnee geformt werden. Der Dokumentarfilmer Thomas Riedelsheimer begleitete ihn bereits zur Jahrtausendwende und schuf mit „Rivers and Tides“ ein eigenes Kunstwerk mit eindrücklichen Bildern der Kunst Goldsworthys.

24

Start: 07.12.
Ein Leben für ein Leben: Innerhalb der Mauern eines Krankenhauses spielen sich alle Winkel der emotionalen Klaviatur ab. In einem Raum müssen die Angehörigen mit dem Verlust klarkommen, während in einem anderen neues Leben geboren wird. Im ersten Raum finden sich die Eltern des 17-jährigen Simon wieder, nachdem ihr Sohn bei einem Surfunfall ins Koma fiel. Nun müssen die getrennt lebenden Eltern eine Entscheidung treffen, die das Leben von Claire retten könnte.

30

Start: 07.12.
Zwischen „Elliot, der Drache“ und der kommenden Peter-Pan-Verfilmung hat der Regisseur und Autor David Lowery eine persönliche, eigenwillige, wunderschöne Gespenstergeschichte realisiert. Rooney Mara spielt darin die junge M, Casey Affleck deren Mann C, der bei einem Autounfall stirbt und als Geist ins gemeinsame Vorstadthäuschen zurückkehrt. Während M trauert, steht C stumm daneben und kann sich nicht bemerkbar machen. Der Film verharrt die meiste Zeit im Innenraum des Hauses. Zeit verrinnt, neue Menschen ziehen ein und aus, es geht in die Zukunft und wieder zurück.

18

Start: 30.11.
Was würde der nach seinem Fundort in den Ötztaler Alpen benannte Ötzi wohl dazu sagen, dass er über 5.000 Jahre nach seinem Tod zum Helden eines eigenen Kinoabenteuers avanciert – und dass Jürgen Vogel ihn verkörpert? Ginge es nach Autor und Regisseur Felix Randau, würde er sich in einer Frühform des Rätischen äußern. Ein zu Rate gezogener Linguist kam nämlich zu dem Schluss, dass die Menschen der Jungsteinzeit so kommuniziert haben könnten. Im Kino klingt das wie eine Mischung aus Rufen und Grunzen, versetzt mit ein paar Namen, die nicht unmittelbar als solche erkennbar sind. Auf eine Untertitelung der rar gesäten Dialoge wurde verzichtet, weil die Interaktionen auch ohne Übersetzung universell verständlich sind.

15

Zwischen 2000 und 2006 verübten die Neonazi-Terroristen des NSU neun rassistisch motivierte Anschläge auf Migranten. Der „Gegen die Wand“-Regisseur Fatih Akin nimmt das schwierige Kapitel jüngster deutscher Geschichte zum Anlass für eine fiktive Story, die konsequent aus der Perspektive einer Hinterbliebenen erzählt. In der Hauptrolle als Katja tritt Diane Kruger auf, die ihren kurdischen Mann Nuri und den kleinen Sohn Rocco bei einem Nagelbombenanschlag in Hamburg verliert.

48

Kumail lebt als in den USA geborener Sohn einer pakistanischen Einwandererfamilie in Chicago. Seine Eltern erwarten, dass er Anwalt oder Arzt wird, und die Mutter lässt keine Gelegenheit aus, den Sohn für eine arrangierte Ehe zu begeistern. Doch der bestens in den amerikanischen Way of Life integrierte Kumail hält nichts von arrangierter Liebe und träumt von einer Karriere als Stand-up-Comedian.

10

Teheran – Stadt zwischen Tradition und Moderne. Auf der einen Seite ist ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung gut situiert, gebildet und wohlhabend. Auf der anderen Seite ist die Macht des Islam allgegenwärtig, das Patriarchat undurchdringbar, wenn man als Frau versucht, in der Gesellschaft zurechtzukommen wie die Protagonistinnen von „Teheran Tabu“.

17

„Fikkefuchs“ ist einer der geilsten deutschen Filme der letzten Zeit! Aus jeder Pore tropfen satirische Spitzen, beißende Ironie und eine zeitgeistige Machart, die die Mittel des Digitalkinos geschickt nutzt. Die Story handelt vom Mittfünfziger Rocky und seinem Sohn Thorben, von dessen Existenz Rocky erst erfährt, als der junge Mann plötzlich vor seiner Tür steht.

29

Nova Scotia, Kanada in den 1930ern: Maud Dowley ist eine selbstbewusste junge Frau, kreativ, begabt und mit einem verspielten Blick auf die Welt um sie herum. Doch ihre Behinderung machte sie bisher abhängig von Anderen. Als Kind erkrankte sie an rheumatischer Arthritis. Seitdem humpelt sie und erträgt stolz die Demütigungen und Bevormundungen ihrer Mitmenschen. Das soll sich ändern, als sie in einem Laden die Anzeige für einen Job als Haushälterin entdeckt. Maudie ist fest entschlossen, auf eigenen Beinen zu stehen und schleppt sich bis zum Haus von Everett Lewis.

18

Im Februar 1943 werden alle als Zwangsarbeiter verbliebenen Juden in Berlin verhaftet. Das Regime erklärte die Stadt als „judenrein“. Doch unerkannt gelingt es rund 7.000 Juden unterzutauchen. 1.700 von ihnen werden Verfolgung und Krieg überleben. „Die Unsichtbaren“ porträtiert das Schicksal vier junger Berliner als Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm.
Ab 26.10.2017 im Kino

39

Kunst, Kommerz und Wirklichkeit. Ruben Östlund hat sich Großes vorgenommen für seinen neuen Spielfilm. Er konfrontiert die Kunstwelt mit dem wahren Leben. Dass das blutig endet, ist absehbar, dass es leicht ins Didaktische abdriften kann, ebenso. Auch wenn Östlund den Zirkus bisweilen etwas überdeutlich karikiert, weiß er doch über die ausladenden 140 Minuten Laufzeit immer wieder zu überraschen. Er wirft den Chef eines Kopenhagener Museums für moderne Kunst mitten hinein in eine absurde Farce, eine Parade der Eitelkeiten. Christian ist ein Vertreter im Nadelstreifenanzug. Seine Ware ist die Kunst, sein Ziel ist es, sie an ein zahlungskräftiges Publikum zu bringen. Nach Außen wirkt er aalglatt, aber eigentlich hat er keinen Plan. Das wird schnell klar als man ihm in einer ausgefeilten Inszenierung auf der Straße sein Handy und sein Portemonnaie klaut.

34

Der Roman „Minority Report“ von Philip K. Dick – und dessen Verfilmung durch Steven Spielberg – zeichneten die Zukunftsvision eines perfekten Staates. In ihm gehört Kriminalität der Vergangenheit an, da die Menschheit einen Weg gefunden hat, zukünftige Taten bereits in der Gegenwart zu verhindern. Diese Vision ist längst nicht mehr reine Utopie. Schon heute arbeiten Einsatzkräfte etwa in Chicago, Paris und Berlin mit Früherkennungssystemen, die eine Vielzahl von Daten auswerten und auf diese Weise potenzielle Verbrechensherde ausmachen. Menschen werden kategorisiert und die Wahrscheinlichkeit einer Straftat ermittelt.

27

1989: ein Schicksalsjahr – nicht nur für das Land, in dem Anne (Josefine Preuß) lebt, sondern auch für sie. Ihr Verhältnis zur DDR ist gespalten. Ihre Mutter wurde vor Jahren in den Westen abgeschoben, weil sie für Wolf Biermann auf die Straße ging. Ihr Vater ist ein Duckmäuser, der um seine Anstellung am Ost-Berliner Theater bangt. So bekommt er auch nicht mit, dass Anne schwanger ist. Er weiß noch nicht einmal, dass das Kind von Matti (Marc Benjamin) ist – ausgerechnet dem Sohn seines Erzfeinds Harry (Devid Striesow) am Theater. Matti reagiert nicht gerade euphorisch, als er es von Anne erfährt. Also steht ihr Entschluss fest: sie will rübermachen in den Westen zu ihrer Mutter, zur Not allein.

6

Die Brüder Joel und Ethan Coen bereichern seit mehr als drei Jahrzehnten die Filmwelt mit ihren grotesken, tiefschwarzen Geschichten. Den Anfang nahm alles bereits 1984: der Mord, die Intrige, der schwarze Humor – in „Blood Simple“, ihrer kleinen, feinen Hommage an die Klassiker des Film Noir, ist alles bereits ausgelegt. Selbst Frances McDormand ist in der Hauptrolle zu sehen, zwölf Jahre bevor die Coen-Brüder sie zu Oscarehren führten, indem sie ihr die grandiose Hauptrolle in „Fargo“ schrieben. Mit ihrem Meilenstein in Schneeweiß und Blutrot teilt „Blood Simple“ die Stimmung und den Erzählstil. Wie „Fargo“ entführt ihr Frühwerk den Zuschauer in die Abgründe menschlichen Handelns.

13

D 2017 | Regie: Nick Baker Monteys | Darsteller: Jürgen Prochnow, Petra Schmidt-Schaller, Suzanne von Borsody | 107 Min., Start: 21.09.
Der 92-jährige Eduard Leander (Jürgen Prochnow) bricht eines Tages einfach auf, sehr zum Schrecken seiner Tochter Uli (Suzanne von Borsody), zu der er sonst kaum Kontakt hat. Doch als sie von seiner plötzlichen Abreise erfährt, schickt sie ihm die Enkelin Adele (Petra Schmidt-Schaller) mit auf den Weg. Widerwillig akzeptiert er seinen Anhang, will aber auch ihr nicht verraten, wohin die Reise geht. Es wird eine Reise in Eduards Vergangenheit, die in einem kleinen Ort in der Ukraine verborgen liegt.

12

USA 2017 | Regie: Steven Soderbergh, Darsteller: Channing Tatum, Adam Driver, Daniel Craig, Riley Keough, Katie Holmes, Seth MacFarlane | Start: 14.09.
Eigentlich wollte Steven Soderbergh keine Filme mehr drehen, doch vier Jahre nach seinem Kinoausstieg feiert er mit der Gaunerkomödie „Logan Lucky“ ein Comeback. Und das ist gut so! Soderberghs schrullige Variation auf seinen Blockbuster „Ocean’s 11“ überzeugt mit schrägen Figuren, die einem Skript der Gebrüder Coen entsprungen sein könnten. Die Handlung spielt im Arbeitermilieu von West Virginia, wo die Brüder Jimmy (Channing Tatum) und Clyde Logan (Adam Driver) einen Coup beim NASCAR-Rennen in North Carolina planen. Die Brüder wollen das Rohrpostsystem anzapfen, das Bargeld aus diversen Kassen in einen Safe transportiert. Dafür brauchen sie die Hilfe des Sprengstoffspezis Joe Bang (blondiert: Daniel Craig), der aber dummerweise im Knast sitzt …

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