Das Fahrrad wird 200 Jahre alt. So, so. Aber wirklich auch nur DAS Fahrrad. Denn bisher ist keines MEINER Fahrräder älter als drei Jahre geworden. Entweder wurde es geklaut oder verbogen. Ich sage immer, wenn es eine Wiedergeburt geben sollte, dann bitte nicht als Fahrrad. Wie ausgepeitscht hängen sie des Öfteren an Laternen; das Rücklicht …

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(Ich hatte 1 schweren Tag auf Arbeit gehabt, 4lacht von denen, die nicht wissen, was mein Beruf ist, ja, ach, ich mache halt was mit Kindern und hab dauernd nachmittags frei, da4 viel Kohle kassieren, Deinen Job will ich mal haben, geeignet 4 Frauen, damit sie nachmittags ihre eigenen Kinder hochziehen und chillen, backen und kochen können!!! Jesus, wie gemein ist die Gesellschaft?!)
Ich rase tumb und traurig zum Coiffeur, um meine Stimmung zu hypen, und sage zu der Frau, indem ich mein Basecap abnehme, ich wolle nicht mehr so aussehen wie 1 Antoniusstraßenwischmopp, schlimmer noch: wie 1 80-er-Jahre-Aerobictrainerin mit stumpfblonder Palme auf dem Kopf; bitte helfen Sie mir, sage ich, ich glaub, die Balayage ist schiefgegangen trotz Olaplex und Eslabondexxx (Flasche: je mind. 19 Euro) und trotz vielstündiger Gespräche, da muss man eben ehrlich sein.

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Die alten Hasen des Kulturfestival X

Für eine Band, die seit 1989 besteht, ist es sicherlich keine Ausnahme bei einer Konzertreihe oder einem Festival mehrfach gebucht zu werden. Auch im Fall des Kulturfestival X war es nicht die dümmste Entscheidung, die oberbayrische Independent-Combo zum wiederholten Mal einzuladen – wenn man die zweifache, nachdrückliche Zugaben-Forderung des Publikums entsprechend deutet …

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So war der Doppelpack-Abend des Kulturfestival X

Gemütlich, träge, irgendwie schwermütig – so lässt sich sowohl der Geisteszustand diverser Konzert-Besucher (tropische Hitze, hallo?) als auch die Musik von Okta Logue bezeichnen. Allerdings keineswegs mit negativen Vorzeichen, versteht sich – was eignet sich schließlich besser bei solchen Temperaturen als psychedelisches Rumgeschrammel?

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17. Juni, Tag der offenen Gesellschaft. In ganz Deutschland sollten Tafeln gedeckt werden, um die Demokratie mit Freunden und Fremden zu feiern und zu diskutieren – und wobei sollte das besser gehen als bei einer gemeinsamen Mahlzeit? Eine schöne Idee, dachte ich und begab mich auf die Suche. An zehn Orten wurde in Aachen zu …

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Frau Sargnagels schwarzhumorige Post-Punk-Episteln sind Facebook-Kult. Was viele ihrer Fans aber nicht wissen, ist, wie ungemein ihre Texte durch den schnoddrigen Singsang ihrer Vortragskunst an Mehrwert gewinnen. Ihr abgrundtiefes von der Welt und sich selbst Gelangweiltsein hat Fin-de-Siècle-Qualität und vermischt sich mit der Musikalität ihres original wienerischen Naturschmähs zu einem umwerfenden Gesamtkunstwerk. Sargnagel-Sätze wie „Meine …

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„Ute, Lappen, DÜSSELDORF!“ Eigentlich ist ja jeder selbst schuld, der sich freiwillig eine Show der drei Hamburger Profi-Torfnasen Schamoni, Strunk und Palminger antut, man kann also kaum Mitleid erwarten – und Unwissenheit schützt auch hier definitiv vor geistiger Verkümmerung nicht. Also Schluss mit dem Gejammer und von vorn: Wer oder was ist Studio Braun? Gute …

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Kinopremiere im Cineplex. Shin Godzilla wurde gezeigt, Original mit Untertiteln. Hilfreich, da mein Japanisch nicht über Toranaga-sama und Kamikaze hinausgeht. Aber eigentlich wollte ich auch nur Bilder sehen. Am Kino angekommen, fiel mir sofort ein seltsamer Typ auf; knappe Jeanshose (kurz vor Hot Pants), Strohhut auf, ziemlich große Wasserflasche unter dem Arm und mit einem …

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Letztens kam ich im Dunkeln nach Hause und die Parterrewohnung war hell erleuchtet, da ging so 1 Fleischklops durch die Küche: Es war meine unterste Nachbarin (ca. 65), die sich nackt dortselbst 1 Tee machte und mich außen nicht bemerkte und ich dachte daran, dass man selbst im Spiegel auch schon mal wie 1 roher Hamburger ausgesehen hatte; entsetzlich: In 1 4spiegelten Schlafzimmer glich ich mal 1em roten, nassen Haufen Fleisch und ich wusste, dass auch das Altwerden 1 größere Kunst ist als das Jung4sterben. Wenn man sich dabei so betr8et. Ich meine, inzwischen kenne ich mehr Junggestorbene als Altlebende.

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Liebe GABY, liebe BIGGI! Im HIT, wo ich mich endlich mal reintraute (Krefelderstraße), schob 1 Greis von 98 seinen Wagen schwach durch die 1gangspforte und sah traurig aus, sein Schädel schmal, seine Augen hellblau und nässend, seine Zähne groß, er aber perfekt försterlich (inclusive Rockaufschläge mit goldenen Zierknöpfen) gekleidet, man könnte meinen, 1 relativ rüstiggebliebener Herr, der für seine Lieben Vorräte kauft; zu mir hatte er auf der Straße im 4tel gelegentlich frohlockend gesagt: „Ich habe nie geraucht, getrunken, geheiratet, so wurde ich fast 100!“

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Ich wollte immer gern Friseuse/-rin werden, leider hat das Know-How nicht gereicht, so dass ich nun weiterhin gelegentlich hobbymäßig tätig werden muss. Also nee: Meine Lieblingsdame Agnes ist mir immer 1 paar Schritte 4aus; nach 4 h Sitzung komme ich dann da aus dem Salon (100 E, wenn ich genug Kohle übrig habe), frisiert, geglättet, geschnitten, geföhnt, aber ich hab das Gefühl, dass ich immer dem neuesten Trend irgendwie hinterherhinke!

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Das Verhältnis von DJs zum Publikum kann man durchaus als zuweilen gestört betrachten, wobei die merkwürdigen Musikwünsche mancher Nervbratzen hier durchaus eine Rolle spielen könnten. Anders bei dieser Veranstaltung der Aachener Sunnyboys Lazy, Manni und Carsten, die zum ersten Mal in der „Happy Family“ auf der Trierer Straße stattfand:

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Oft werden unbedeutende Orte zu Schauplätzen großer Ereignisse, die das Zeug haben, in die Annalen der Geschichte einzugehen. Ein Parkplatz in Würselen zum Beispiel. 40 Teilnehmerteams haben sich am letzten Märzwochenende eingefunden, um ihr Können bei der Wurstfangmeisterschaft zu demonstrieren, das in gleichem Maße Geschick und Disziplin von Herrchen und Hund erfordert.

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Ich glaube, irgendwann in den späten 90ern habe ich diese drei Buchstaben das erste Mal auf einem Flyer gesehen: P.G.L. Alen Micuglian hatte den Namen („Punks gegen Langeweile“) ganz szenegerecht geklaut und angefangen, unter diesem Label Konzerte und Events zu veranstalten.

An diesem feuchtkalten Samstagabend im Februar sind es direkt drei Bands, die er auf die kleine Bühne des Musikbunkers Aachen holt.

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